Ersatzgeschwächte Tigers mit hartem Arbeitssieg

Wanderers Germering : EHC Bayreuth 3:4 (0:2|0:0|3:2)

Gleich auf 6 Stammspieler musste der EHC Bayreuth bei seinem Gastspiel in Germering verzichten. Während Goalie Bädermann und Stürmer Florian Müller krankheitsbedingt passen mussten, laborierten  Meixner  und Bartosch an diversen Verletzungen. Ebenfalls fielen Verteidiger Wagner und bekanntermaßen Zimmermann aus, sodass Trainer Tchoudinov gezwungen war, die Reihen neu zu organisieren und einige Umstellungen vorzunehmen.
Da es unter diesen Voraussetzungen schwer werden würde, daran zweifelte im Vorfeld  niemand. Dennoch nahmen die Tigers vom Bully weg das Heft in die Hand und kontrollierten das Spielgeschehen weitestgehend.

Germering beschränkte sich zunächst auf schnelle Gegenvorstöße und Forechecking. Dabei kamen die Gastgeber durchaus zu einigen gefährlichen Aktionen aber Sievers im Tor der Wagnerstädter war einmal mehr ein sicherer Rückhalt seines Teams.
Aber auch der EHC hatte eine Reihe von guten Einschuss Möglichkeiten, die man allerdings bis dahin ungenutzt ließ. In der 12. Minuten kassierten die Gastgeber eine Strafzeit wegen Hakens und dies hatte Folgen. Bayreuth konnte sich im Drittel der Wanderers festsetzen. Geigenmüllers überlegtes Zuspiel in den Slot nutzte Stoyan zur Führung für die Gäste.

Ab diesem Zeitpunkt schien alles für die Wagnerstädter zu laufen, kontrollierte man nun die Partie vollends. Den Schlusspunkt in einem überzeugenden ersten Drittel setzte Brahmer, der klug von Mayer und Potac  freigespielt wurde zur beruhigenden 0:2 Führung.

Das zweite Drittel begann mit gewohntem Bild. Die Tigers mit sicherem Kombinationsspiel während sich Germering nach Kräften zur Wehr setzte. Eine ganze Reihe von guten Chancen wurde allerdings vergeben. Mit etwas mehr Konzentration wäre hier die Führung deutlich höher ausgefallen. Aber auch Germering hatte einige gute Szenen. bei einem Weitschuss landete der Puck am Außennetz und in der 38. Minute hatte Bayreuth Glück. Sekunden zuvor landete ein Stoyan Hammer an der Latte und im direkten Gegenzug jubelten die Wanderers Fans über ein Tor. Durch einen schnellen Konter über 3 Stationen in den Slot konnte Germering Sievers überlisten. Doch der Unparteiische entschied auf hohen Stocks und das Tor wurde nicht gewertet. 
Das letzte Drittel begann der EHC Bayreuth bedingt durch zwei Strafen kurz vor Schluss des zweiten Drittels, zunächst mit einer 5:3 Unterzahlsituation. Durch gutes Penalty-Killing und einem hellwachen Sievers im Tor, überstand man die Situation jedoch schadlos. Dann zunächst das gewohnte Bild. Die Tigers erneut mit schnellem Kombinationsspiel. Man wollte die Entscheidung. Und diese fiel vermeintlich in der 42. Minute. Germering bekam eine 2+10 Strafe wegen Checks von Hinten. Potac mit schnellem Vorstoß ins gegnerische Drittel und gegen seinen gefürchteten Schlagschuss hatte Goalie Bertet nichts entgegenzusetzen. 

Die Tigers mit einer 0:3 Führung im Nacken schraubten das Tempo nun mehr und mehr zurück. Man dachte wohl, das Spiel wäre gelaufen. Da hatten sie jedoch die Rechnung ohne die Wanderers gemacht. Denn diese wirkten plötzlich wie aufgedreht. Sie dachten gar nicht daran, sich geschlagen zu geben und wie aus dem Nichts heraus, lief die Angriffsmaschinerie auf Hochtouren. Ein ums andere Mal brachten sie die Wagnerstädter in der Verteidigung in Verlegenheit. Bayreuth stellte nun den Spielbetrieb komplett ein und konnte nur noch hinterherlaufen.

Die Konsequenz war klar. In der 46. Minute. Meier bediente den auffälligen Schury mit klugem Pass und dieser verkürzte unhaltbar zum 1:3. Doch kaum war der Jubel verstummt, zappelte die Scheibe erneut im Bayreuther Netz. Wieder war es Schury der die komplette Verwirrung der Bayreuther Hintermannschaft  ausnutzte und Sievers verlud.
Tigers Trainer Tchoudinov nahm eine Auszeit um sein Team neu zu organisieren. Doch auch das sollte zunächst keine Verbesserung erzielen. Denn 1 Minute und 49 Sekunden später hatte Sievers erneut das Nachsehen. Einen Schlagschuss konnte er noch parieren aber den Abpraller verwandelte Wälde zum Ausgleich und stellte somit das gesamte Spiel auf den Kopf.

Erst jetzt erkannten die Tigers die Zeichen der Zeit und versuchten ihrerseits die Defensive zu ordnen. Dies gelang auch, zumal nun die Offensivabteilung ebenfalls wieder am Spielbetrieb teilnahm.
Germering wirkte jedoch weiterhin bissig, konzentriert und immer gefährlich. Ein Kippen der Partie war nun jederzeit möglich. In der 56. Minute dürfte den Tigers Fans ein Schreck in den Nacken gefahren sein. Wanderers Neuzugang Lacasse wurde freigespielt und lief mit seinem Break alleine auf Sievers zu. Der beste Tigers Akteur an diesem Abend vereitelte jedoch die Germeringer Führung.

Ein doch noch versöhnliches Ende in einer durchweg fairen Partie durften die Bayreuther dann in der 58. Minute feiern. Einen schnellen Konter von Mayer und Maier konnte Schmidt nach feinem Zuspiel verwerten. Germering nahm in der letzten Minute noch den Keeper vom Eis was an der Niederlage jedoch nichts mehr ändern konnte.

Fast hätte Bayreuth eine bereits sicher geglaubte Partie noch aus der Hand gegeben. Diverse Fehler und Unzulänglichkeiten gilt es nun am Sonntag im Rückspiel wieder abzustellen um den hart erkämpften zweiten Tabellenplatz zu sichern.


Wanderers Germering:
Bertet, Schrader, Nickel, Sohr, Jäger (2+10), Oehme, Gambs, Dosch, Schury, Meier, Jelinek, Wälde (4), Geuß, Lindner (2), Stürzer, Lacasse (4), Schneidawind, Mooseder

EHC Bayreuth:
Buser, Sievers, Franz, Maier (2), Rothemund, Potac, Mayer (2), Pleger, Seibel, Geigenmüller, Mikesz, Brahmer, Oppenberger, Schmidt, Stoyan (2), Zeilmann (2), Behmer (2)

Strafen:
Germering: 12+10
Bayreuth: 10

Zuschauer: 100

Torfolge:
 0:1 (13.) Stoyan, Geigenmüller
 0:2 (20.) Brahmer, Mayer, Potac
 0:3 (42.) Potac
 1:3 (46.) Schury, Lacasse, Meier
 2:3 (46.) Schury, Meier
 3:3 (48.) Wälde, Oehme
 3:4 (58.) Schmidt, Mayer, Maier



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth