Wechselbad der Gefühl bei Derbysieg des EHC Bayreuth

EHC Bayreuth – 1.EV Weiden    7:3 (2-0|0-3|5-0)


Die Wagnerstädter hatten geladen und gut über 2000 Zuschauer, davon auch eine stattliche Gruppe aus der Oberpfalz, sind diesem Ruf gefolgt und gaben diesem Nachbarduell einen würdigen und stimmungsvollen Rahmen. Zumindest diejenigen, die es mit den Gelb-schwarzen hielten, werden den Besuch dieses Spektakels auch sicher nicht bereut haben.
Tigerdompteur Tchoudinov hatte sich zu einer Umstellung der Angriffsreihen entschlossen und ließ Geigenmüller mit Schmidt die Plätze die tauschen.

Die Hausherren starteten auch gleich sehr engagiert und drängten den EVW in die Defensive. Müller hatte bei einem Lattentreffer noch Pech, doch etwas später nutzte der gute Stoyan einen energischen Maier-Einsatz zur verdienten Führung. Die Gäste mühten sich zwar etwas Linie ins Spiel zu bekommen, allerdings erstickten die Bayreuther alle Versuche schon im Keim und präsentierten sich hoch überlegen. Logische Folge war das über Müller und Stoyan herrlich heraus gespielte 2-0 vom überragenden Mann des Abends Offensivverteidiger Potac. Hinten die Ruhe selbst mit viel Übersicht, klugem kreativem Aufbauspiel und gefährlichen Abschlüssen brillierte der Slowake wie so oft in dieser Spielzeit. Mit dem 2-0 waren die in dieser Phase biederen Oberpfälzer noch mehr als gut bedient. Mayer traf zum Beispiel auch noch einmal den Pfosten und weitere Hochkaräter blieben ungenutzt. Kurz vor der Pause deuteten die Blau-weißen doch noch einmal an wozu sie in der Lage sein könnten, doch Musial verfehlte trotz guter Bewegung das Gehäuse.
Der Mittelabschnitt begann dann wieder mit spielerisch überzeugenden Tigers, doch Mikesz und Geigenmüller vergaben zwei mehr als hundertprozentige Torchancen kläglich und weckten die Blue Devils damit etwas auf. So eingeladen nahm Bartels die viel zu schläfrige Gegenwehr des EHC nun dankend an und besorgte in 37 Sekunden den Ausgleich. Erst traf er in Überzahl beim zweiten Nachschuss !!! und kurz darauf durfte er noch einmal durch die Abwehr spazieren und überwand Bädermann. Bei einem Gegenzug traf Geigenmüller zwar nochmals den Pfosten, aber als Waldowsky mit einem Konter auch noch 2-3 gelang, nahm Tchoudinov eine Auszeit um seine viel zu offensiv orientierte Mannschaft wieder zu sortieren. Die Tigers hatten den Faden aber völlig verloren und mussten in der zweiten Pause neu eingestellt werden.
In der späteren Pressekonferenz berichteten beide Trainer in den Pausen ihren Spielern mitgeteilt zu haben, das es so nicht geht wie sie das Drittel zuvor agiert haben. Bei Weiden hatte das nach der ersten pause Wirkung gezeigt und dem wollten die Bayreuther in der zweiten Pause nicht nachstehen. Als dann Schmidt in Überzahl per Nachschuss der Ausgleich gelang, ging ein spürbarer Ruck durch die Mannschaft. Der starke Kapitän Müller nahm das Heft nun wieder in die Hand und erzielte selbst mit einem seiner gefürchteten Hämmer aus der Distanz das 4-3. Von da ab spielten endgültig nur noch die Tigers. Von ihrem Anhang weiter nach vorne getrieben drehte nun die Mikesz-Reihe mit Bartosch und Brahmer im Zusammenspiel mit Potac auf. Nacheinander spielten sie sich mit Traumkombinationen durch die Devilshintermannschaft und jeder der drei Stürmer durfte einmal schön frei gespielt einschießen. Dass sogar noch mehr Treffer möglich gewesen wären, sah man an den folgenden Unterzahlbreaks der Bayreuther. Bei Oppenbergers Alleingang wurde der quirlige Stürmer gefoult, konnte aber den fälligen Penalty nicht verwandeln. Sogar bei 3 gegen 5 setzte sich Bartosch kurz vor Ende stabil im Zweikampf durch und steuerte alleine auf Hamberger im EVW-Gehäuse zu, der ihm aber mit einem klasse „Save“ seinen zweiten Treffer des Abends verwehrte.
Mit einem etwa 12-minütigen Totalaussetzer (29. bis 40. Minute) der Tigers-Mannschaft kann man aber wohl getrost von bester Werbung für die schnellste Mannschaftssportart der Welt sprechen. Im gut gefüllten weiten Rund sah man jedenfalls viele zufriedene Gesichter. Nur im Gästelager gab es einige unverbesserliche Chaoten denen wohl die Niederlage zu sehr aufs Gemüt geschlagen hatte, anders sind diverse Aktionen und Beschädigungen im Stadion nach dem Spiel nicht zu erklären.


1 852 Zuschauer 

Strafen: BT: 18 Min  W: 20 Min Powerplay: BT 3/6 W 1/5


Bayreuth: Bädermann, Sievers – Meixner, C.Maier (4), Potac, Rothemund, S.Mayer (2), Zimmer  – Müller (2), Geigenmüller, Mikesz, Brahmer (2), Bartosch, Schmidt (2), Stoyan (4), Oppenberger, Zeilmann


Weiden: Hamberger, Engmann – Domke (6), Schmid, Schalamon, Kritzenberger, Stetter, Bäumler – Schreier, Kirchberger, Bartels (2), Köbele, Pastika (2), Musial (8), Jäske, Zellner, Waldowsky (2)


Tore: 1-0 (7) 5-4 Stoyan (C.Maier); 2-0 (14) Potac (Müller, Stoyan); 2-1 (31) 5-4 Bartels (Waldowsky, Jäske); 2-2 (32) Bartels (Zellner); 2-3 (34) Waldowsky (Musial, Jäske); 3-3 (42) 5-4 Schmidt (Müller); 4-3 (45) Müller; 5-3 (48) Brahmer (Potac, Mikesz); 6-3 (52) 5-4 Mikesz (Potac, Bartosch); 7-3 (56) Bartosch (Potac, Mikesz)



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth