Glücksgöttin Fortuna war nicht auf Seiten der Tigers

EHC Bayreuth –  TSV Erding  1:2 n.P.(0-1|1-0|0-0)


Dieses Spitzenspiel der Bayernliga bot den über 1000 Augenzeugen gutklassigen Eishockeysport erst mit einiger Verspätung, da die Gäste auf der Anreise im Stau steckten und mit Verzögerung eintrafen. Die Einheimischen konnten, obwohl durch Grippewelle geschwächt, bis auf den weiterhin verletzten Potac doch komplett auflaufen, während bei Erding einige Spieler passen mussten. Die nominellen Leistungsträger waren aber fast alle an Bord. Leider konnte das Schiedsrichtergespann dem Niveau der beiden Teams nicht folgen und sorgte immer wieder für Entsetzen bei Zuschauern, Spielern und Trainern.

So zum Beispiel als sie nach 3 Minuten zuerst Zimmer aus fragwürdigen Gründen auf die Strafbank schickten und ihm dann noch einen weiteren EHC-Akteur folgen ließen und die Gäste dieses 5 gegen 3-Geschenk dankend zur Führung durch Jiriks platzierten Schuss annahmen. Danach folgten viele seltsame Entscheidungen die immer wieder für Unmut auf beiden Seiten sorgten. Das es bis zur ersten Pause beim 0-1 blieb lag aber nicht am „gestreiften Trio“, sondern daran dass die Wagnerstädter ihr klares Chancenplus ebenso wenig in Zählbares ummünzen konnten, wie ihre geschätzten 70 % Spielanteile gegen hauptsächlich auf Abwehrarbeit konzentrierte Oberbayern. Trotzdem erspielten sich die Oberfranken immer wieder gute Möglichkeiten, doch über die Linie brachte man die Scheibe nie, egal was man auch versuchte.
Im Mittelabschnitt verbuchten die Gladiators wieder den besseren Start, den die Gelb-schwarzen aber mit zunehmender Spielzeit immer besser egalisierten. Ab dem Pfostentreffer durch Schmidt in der 29 Minute spielten dann nur noch die Tigers und überboten sich erneut im Auslassen auch klarster Torchancen. Teilweise parierte Torhüterin Harrer spektakulär, aber einige Male musste ihr auch sehr viel Glück zur Seite stehen um einen Gegentreffer zu verhindern. So z.B. bei einem Fernschuss von Müller, den sie nach einem Fangfehler mit dem Kopf abwehrte, nachdem sie sich erst wieder aufrappeln musste.  Drückend überlegen stürzten sie die Gäste von einer Verlegenheit in die nächste, nur der erfolgreiche Torabschluss wollte immer noch nicht klappen. Selbst mehrere Überzahlmöglichkeiten verpufften und man fühlte sich an zahlreiche Heimspiele erinnert, in denen die Chancenverwertung auch schon ein Manko war. Kurz vor der zweiten Sirene brach aber Brahmer endlich denn Bann, als er bei 5 gegen 4 wieder nach vergeblichen Versuchen zuvor, vor dem Tor die Ruhe bewahrte und die gute Torhüterin des TSV überwinden konnte.
Gleiches Bild sah man dann auch im letzten Drittel. Anfängliche leichte Vorteile für Erding, aber umso länger das Spiel lief, umso besser setzten sich wieder die Wagnerstädter in Szene. Am Ende der 60 Minuten standen mehr als doppelt so viele Torschüsse für den EHC in der Statistik, als für die Grün-weißen. Egal ob mit Spielzügen bis kurz vors Tor oder mit Distanzschüssen, die Scheibe wollte einfach nicht mehr in die Maschen des Gästegehäuses. Auf den Rängen sah man immer wieder Tigersfans sich kopfschüttelnd die Haare raufen, so unglaublich war es, wie einige Chancen ungenutzt blieben. Selbst doppelte Nachschüsse gegen die schon am Boden liegende Harrer, wie in der 58. Minute von Stoyan reichten nicht um endlich das überfällige Führungstor zu erzielen. 3 Sekunden vor Schluss hätten die Gäste bei einem Konter aber sogar das Ergebnis komplett auf den Kopf stellen können, doch Bädermann bewahrte sein Team mit einer guten Parade vor dem K.O.
Im fälligen Penaltyschießen unterlagen die Oberfranken dann erneut, da nur Gästestürmer Gantschnig als einziger seinen Alleingang verwandeln konnte.
Eine gehörige Portion Glück für sein Team gab auch GästetrainerVorisek in der Pressekonferenz nach dem Spiel unumwunden zu, während EHC-Coach Tchoudinov seiner Mannschaft zwar ein gutes Spiel und eine klare Steigerung zur Vorwoche attestierte, aber auf Grund der wieder einmal vielen vergebenen Chancen doch etwas ratlos wirkte. „Penaltyschießen und Torschusstraining sei z.B. inzwischen jede Woche Trainingsinhalt, doch es klappt nach wie vor momentan einfach nicht !“


904 Zuschauer  Strafen: BT: 12 Min  E: 30 Min Powerplay: BT 1/9 E 1/4


Bayreuth: Bädermann, Sievers – Meixner (2), Zimmermann (2), C.Maier (2), S.Mayer (2), Zimmer (2)  – Müller, Geigenmüller, Mikesz, Brahmer, Bartosch (2), Schmidt, Stoyan, Oppenberger, Zeilmann

Erding: Harrer, Neubauer – Holzmann, Pfeiffer (2), Hillebrand, Zink, Bernhardt, Lorenz (14), Rauscher – Lachner (2), Gantschnig, Krzizok, Borrmann (6), Jirik (2), Heilmeier, Schütz (2), Mitternacht (2) Moser, M.Poetzel


Tore: 0-1 (4) 5-3 Jirik (Borrmann); 1-1 (38) 5-4 Brahmer (Mikesz, Bartosch); 1-2 (Pen) Gantschnig



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth