EHC Bayreuth startet mit Gala in die Meisterrunde

EHC Bayreuth –  ERV Schweinfurt    5:1 (2-0|1-0|2-1)


Die stimmungsvolle Kulisse mit stattlichem Gästeblock von insgesamt fast 1500 Augenzeugen im weiten Rund bekam ein Frankenderby zu sehen, in dem wirklich alles enthalten war, was das Eishockeyherz begehrt. Schon beim warm machen gab es Meinungsverschiedenheiten der beiden Teams und man konnte die knisternde Spannung förmlich spüren. Mit sichtbarem neuem Elan übernahmen die Hausherren nach einem kurzen Abtasten auch bald die Spielinitiative und drängten die ambitionierten Unterfranken zurück.

Schon nach 5 Minuten scheiterte Mikesz mit einem starken Unterzahlbreak an einem klasse Fanghandsave von Kirst im Tor der Mighty Dogs. So dauerte es bis zur 13. Spielminute, indem der im Powerplay vom stark verbesserten Geigenmüller glänzend  frei gespielte Meixner zum 1-0 einnetzte. Die Wagnerstädter blieben weiter am Drücker und Brahmer erhöhte bei 5 gegen 4 mit einem verdeckten Schuss. Das Überzahltraining mit speziellen Formationen unter „Neutrainer“ Pleger trug also ganz schnell zählbare Früchte und ebnete den Weg für seine Jungs, die mit unbändigem Willen, gepaart mit guter Technik und schönen Spielzügen ihre zahlreichen Fans von Anfang an begeisterten. Die Gäste versuchten zwar dagegen zu halten, doch schon hier sah man, dass die Bayreuther ihnen einfach „keinen Zugriff“ auf das Spiel gestatten wollten.
Im Mittelabschnitt setzte sich das nahtlos fort. Schweinfurt mühte sich, aber die Tigers ließen fast nichts zu und alles andere wurde eine sichere Beute des bärenstarken Sievers im EHC-Gehäuse. Als Geigenmüller in der 27. Minute durchbrach, konnte er nur doch durch ein Foul gebremst werden, scheiterte dann aber mit seinem Penalty an Kirst. Der sah dann kurze Zeit später etwas unglücklich aus, als ein weit entfernter Distanzschuss von Stoyan als tückischer Aufsetzer über seiner Schulter im Netz zum 3-0 einschlug. Das nagte sichtlich an den Kugellagerstädtern und hätte Mikesz den „steal“ von Bartosch in Unterzahl nicht an den Pfosten gesetzt, wäre die Partie vielleicht schon entschieden gewesen. Ab etwa Mitte des Spiels ersetzte Junior Seibel den verletzten Oppenberger, was aber dem Spiel keinen Abbruch tat. Die Tigers blieben Herr im Haus, weil sie die Gäste aggressiv und konsequent störten und dabei selbst immer wieder gefährliche Gegenangriffe initiierten, konnten  in dieser Phase aber keinen weiteren Treffer landen. Auch von der aufkommenden Härte ließen sich die Gelb-schwarzen nicht sonderlich beeindrucken, sondern zogen ihr Spiel stoisch durch.
Im Schlussdrittel gab es dann gleich mehrere Strafen für die Oberfranken und die Gäste witterten noch einmal eine Chance ins Spiel zurück zu kommen, was Trainer Reiser auch mit einer frühen Auszeit dokumentierte. Nemirovsky gelang dann per Nachschuss tatsächlich der Anschlusstreffer und nährte diese Hoffnung sogar noch weiter. Die Bayreuther waren dann weiter fast Stammgast auf der Strafbank und Schweinfurt drängte noch einmal. Doch nach herrlichem Zusammenspiel mit seinem kongenialen Partner  Mikesz erstickte der auffällige Bartosch die Ansätze mit einem trocken abgeschlossenen „Shorthander“ sofort wieder. Die Tigers kämpften verbissen weiter und warfen sich in Schüsse, wie man es zuvor nicht immer gesehen hat. Da war die Handschrift des neuen Trainers schon deutlich sichtbar, der wieder richtig Leben ins Team gebracht hat. Sinnbildlich war dafür, dass man am Ende des Spiels trotz Dauerunterzahl mit zwei Mann weniger, vereint half dem guten Sievers das „zu 1“ zu bewahren. Tigersdompteur Pleger nahm dazu sogar seine Auszeit trotz klarer Führung um seine Jungs darauf noch einmal einzuschwören. Leider leistete sich Eckmair noch einen bösen und völlig unnötigen Stockschlag abseits des Spielgeschehens, der folgerichtig mit einer Spieldauerstrafe geahndet wurde. Den Schlusspunkt setzte dann nochmals der agile Bartosch, der eine weitere Powerplaykombination mit Mikesz und Müller zum 5-1 Endstand verwertete.
Der Start in die Endrunde ist den Wagnerstädtern mit der vielleicht besten Saisonheimleistung mehr als nur gelungen und darauf lässt sich jetzt aufbauen. Coach Pleger wird aber sicher dafür sorgen, das niemand abhebt, denn entschieden ist in diesem Viererfeld natürlich nach einem Spiel noch nichts.


1 150 Zuschauer Strafen: BT: 32 Min  S: 47 Min Powerplay: BT 3/6 BT 1/7


Bayreuth: Sievers, Bädermann – Meixner (2), Zimmermann (2), C.Maier (2), Potac, S.Mayer (14), Zimmer (2)  – Müller (2), Seibel (4), Geigenmüller, Mikesz, Brahmer, Bartosch (2), Schmidt (2), Stoyan, Oppenberger, Zeilmann


Schweinfurt: Kirst, Swolenski – Kleider, Schäfer (2), Koch, Ploss (2), Dunlop (2), S.Knaup, J.Knaup – Dürr (2), Funk (2), Ludwig, Feuerfeil, Juhasz, Eckmair (25), Trolda, Nemirovsky, Martindale (12), Amrhein


Tore: 1-0 (13) 5-4 Meixner (S.Mayer, Geigenmüller); 2-0 (16) 5-4 Brahmer (Oppenberger, Geigenmüller); 3-0 (30) Stoyan; 3-1 (49) 5-4 Nemirovsky (Eckmair); 4-1 (50) 4-5 Bartosch (Mikesz); 5-1 (56) 5-4 Bartosch (Müller, Mikesz)




Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth