Glücksgöttin Fortuna war in Weiden nicht auf Seiten des EHC

Vor ausverkauftem Haus versuchten die Tigers auf Grund der Tabellensituation das Spiel in die Hand zu nehmen, was ihnen auch ganz passabel gelang. Nur leider hatte das anfangs völlig indisponierte Schiedsrichtergespann dazu seine eigene Meinung und schickte in schöner Regelmäßigkeit Bayreuther oft fast grundlos auf die Strafbank, während bei den Hausherren einige male mehr als ein Auge zugedrückt wurde. Nur in personeller Überzahl hatten die Devils auch gute Offensivaktionen, denn bei 5 gegen 5 beherrschte Gelbschwarz meist klar das Spielgeschehen. Nach einem Lattenschuss von Musial nutzte später Waldowsky, gut freigespielt, eines der doppelten Powerplays aus Mittelstürmerposition zur Führung.

Bayreuth war damit beschäftigt in Unterzahl nicht vollends auf die Verliererstraße gedrängt zu werden und der EVW versuchte sich weiter erfolglos im Powerplay. Außer einem glasklaren Schlittschuhtor von Zellner, das völlig zu Recht keine Anerkennung fand, passierte nichts weiter Zählbares im ersten Abschnitt, auch weil Sievers im EHC-Tor wieder ein ganz starkes Spiel ablieferte und mehrmals rettete.

Im Mitteldrittel besann sich das „gestreifte Trio“ auf seine eigentliche Rolle als Unparteiische und überließ den Spielern auf dem Eis das Geschehen. Von da ab spielte eigentlich nur der EHC und schnürte die Heimmannschaft regelrecht ein. Immer wieder nahm man das Gehäuse von Torhüter Engmann aus allen möglichen Positionen unter Beschuss, doch der ließ sich vorerst nicht überwinden. Allerdings versäumte man es dabei auch immer wieder, ihm mit einem eigenen Spieler die sonst freie Sicht zu nehmen. Erst ein schneller Gegenstoß, den Mikesz zentral angespielt von Mayer mit einem sauberen Schuss in den Winkel versenkte, brachte den ersehnten Ausgleichstreffer. Davon weiter motiviert setzten die Oberfranken die Devils schon mit aggressivem Forecheking unter Druck und der EVW kam fast nur noch durch unerlaubte Weitschüsse über die Mittellinie. Mit zahllosen Schüssen prüfte man immer wieder Engmann, doch der erwies sich als stabiler Torhüter und parierte alles oder die Tigers zielten am Tor vorbei. Die größte Chance hatte sicher Brahmer von Mikesz und Bartosch glänzend freigespielt verfehlte er aber der Wagnerstädter das Tor. Eigentlich lag die Führung für das Team vom roten Main in der Luft, doch wie so oft wenn man drückt kommt auch einmal ein Konter des Gegners zu Stande und diesen einen Alleingang nach einem Steilpass nutzte der gute Musial eiskalt tatsächlich zum schmeichelhaften 1-2 kurz vor der zweiten Sirene. Denn richtig Eishockey gespielt hat in diesen 20 Minuten eigentlich nur der Gast, wobei man nicht unerwähnt lassen darf, das die Defensivarbeit der Blau-weißen auch sehr aufopferungsvoll war.

Im Schlussabschnitt stemmten sich die Gelb-schwarzen weiter gegen den Rückstand, doch gelang es ihnen nicht immer den großen Druck aus dem zweiten Drittel aufrecht zu erhalten. Trotzdem hätte man das Spiel auch jetzt noch drehen können, denn von den Spielanteilen war man weiter klar im Vorteil. Tigerstrainer Pleger versuchte auch mit einer frühen Auszeit Impulse zu setzen und nahm knapp eine Minute vor Ende, als letztes Mittel, noch seinen Goalie für einen sechsten Feldspieler vom Eis, doch der längst verdiente Ausgleich wollte nicht mehr fallen und somit blieben alle drei Punkte schon etwas glücklich in der Oberpfalz. Fast dreimal so viele Torschüsse für den EHC sind dafür ein klares Indiz, aber Punkte gibt es eben nur für erzielte Tore und daran haperte es diesmal bei den Wagnerstädtern trotz der großen Feldvorteile. Entweder hatte Engmann die bessere Antwort parat oder die Tigers zielten einfach zu schlecht und mit nur einem erzielten Treffer gewinnt man eben nicht viele Eishockeyspiele.

2 560 Zuschauer 
Strafen: W: 24 Min  BT: 26 Min 
Powerplay: W 1/5 BT 0/6


Weiden: Engmann, Hamberger – Göldner (4), Domke (2), Schönberger, Schmid (6), Schalamon, Kritzenberger – Schreier, Kirchberger, Bartels (6), Köbele, Pastika, Schadt (4), Musial (2), Jäske, Stetter, Zellner, Waldowsky


Bayreuth: Sievers, Buser – Meixner (2), Zimmermann (4), C.Maier (4), Potac (2), S.Mayer  – Müller, Geigenmüller, Mikesz (6), Brahmer (4), Bartosch (4), Schmidt, Stoyan, Oppenberger, Zeilmann


Tore: 1- 0 (12) 5-3 Waldowsky (Schreier); 1-1 (28) Mikesz (Bartosch, S.Mayer); 2-1 (40) Musial (Schreider, Göldner)



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth