EHC Bayreuth muss sich in Schweinfurt beugen

ERV Schweinfurt – EHC Bayreuth 5:3 (2-0;2-2;1-1)

4-0 stand es nach 36 Minuten in Unterfranken für die Hausherren – alle Messen schienen gelesen, doch urplötzlich kamen die Gäste besser ins Spiel. Aber alles der Reihe nach.
Die Wagnerstädter kamen in diesem Spitzenspiel, Zweiter gegen Dritter, eigentlich ganz gut ins Spiel. Ein frühes Powerplay half dabei und defensiv gelang es die Passwege der Mighty Dogs gut zu zustellen. Mit dem 1-0 durch Funk nach 7 Minuten, bei dem die Tigers offensichtlich dachten der Schiedsrichter hätte das Spiel wegen der unübersichtlichen Situation vor Bädermann schon unterbrochen, war es aber damit vorbei. Während die Bayreuther den Spielbetrieb nahezu einstellten machten die Blau-weißen einfach weiter und der Nachschusstreffer zählte. Danach gestatte man dem ERV viel zu viel Platz, spielte oft fast körperlos die Zweikämpfe nicht richtig zu Ende, was die technisch beschlagenen Dogs natürlich gerne ausnutzten. Folge davon war erst ein Pfostentreffer von Nemirovsky und das völlig verdiente 2-0 durch Amrhein.


Der Mittelabschnitt begann mit einem offenem Spiel und Torszenen auf beiden Seiten, aber Vorteilen der Kugellagerstädter. Während die jetzt engagierter zu Werke gehenden Oberfranken dabei nicht effektiv genug waren, erhöhten die Schweinfurter zweimal durch den abschlussstarken Funk. Die Fehlerquote im Spiel der Gäste war einfach weiterhin viel zu hoch. Heimtrainer Proskouriakov meinte in der PK das sein Team „im Gefühl des sicheren Sieges dann zu früh nachgelassen hat, oder doch dem schweren Freitagsspiel kräftemäßig Tribut zollen musste.“ Michal Bartosch traf jedenfalls nur Sekunden nach dem 4-0 mit einem sauberen Handgelenkschuss in den Winkel und profitierte nach einer weiteren Minute von der guten Vorarbeit von Zeilmann. Hinter Dirksens Tor verzögerte er nach schöner Kombination so lange bis Bartosch „blank“ stand und der netzte noch einmal ein. Damit war man wieder im Spiel und Bädermann rettete kurz vor der zweiten Pause mehrmals stark, unter anderen einen Alleingang von Dürr.


Zu Beginn des Schlussdrittels musste man dann auf den verletzten Meixner verzichten, für den Zimmer wieder nach hinten rückte und Seibel im Angriff spielte. Davon ziemlich unbeeindruckt vergab man aber gleich mehrere Hochkaräter aus Alleingängen oder besten Schusspositionen um den Gastgebern noch näher auf den Pelz zu rücken. Ziemlich Glück hatte man dann aber beim Anschlusstreffer. Mayers Überzahlschuss prallte vom Torhüter so auf einen Verteidiger das die Scheibe ins Tor sprang, aber Eigentore gibt es im Eishockey bekanntlich ja nicht. Das Glück drehte sich dann aber gleich danach nochmals. Zimmermanns unkorrekte Ausrüstung (er spielte ohne Helm kurz weiter) nutzte wieder Funk mit seinem vierten Treffer des Tages in Überzahl aus äußerst spitzem Winkel zur Entscheidung. Kurz vor Ende versuchten die Gelb-schwarzen dann bei einer Strafzeit für Schweinfurt, nach Auszeiten beider Trainer, mit einem sechsten Feldspieler noch einmal alles. Aber trotz einiger guter Schussgelegenheiten gelang kein weiterer Treffer.


Tigerscoach Pleger analysierte das Spiel dann richtigerweise so. „Nach einem grottenschlechten ersten Drittel, kamen wir zwar dann zur Spielmitte besser in die Partie, aber hatten zu viele individuelle Fehler und keine gute Chancenverwertung. So kann man dann Spiele gegen so gute Teams wie Schweinfurt nicht gewinnen.“

1 400 Zuschauer, Strafen: S: 18 Min, BT: 24 Min, Powerplay: S: 1/5, BT: 1/7

Schweinfurt: Dirksen, Swolensky – Schäfer, Koch (2), S.Knaup (4), Dunlop, Schrimpf (4), Kleider, J.Knaup – Amrhein, Dürr, Lang, Filobok, Funk, Ludwig, Hollweg, Juhasz, Eckmair (2), Nemirovsky (6)

Bayreuth: Bädermann, Sievers  – Meixner, Zimmermann (4), Okonek, Hermann, Potac, S.Mayer – Hlozek, Pertl (2), Geigenmüller (2), Bartosch, Schmidt, Stoyan, Zeilmann, Zimmer (2), Schadt (12) Seibel

Tore: 1-0 (7) Funk (Filobok, Amrhein); 2-0 (14) Amrhein (Dürr, Juhasz); 3-0 (28) Funk (Nemirovsky, Filobok); 4-0 (36) Funk (Amrhein, Schrimpf); 4-1 (36) Bartosch (Hlozek, Zeilmann); 4-2 (37) Bartosch (Zeilmann); 4-3 (54) 5-4 S.Mayer (Potac); 5-3 (55) 5-4 Funk (Nemirovsky, Eckmair)



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth, Bayreuth Tigers GmbH