Dezimierte Tigers stürmen die Lindauer Bodensee-Arena

EV Lindau : EHC Bayreuth 3:7 (1:1|1:4|1:2)

Lindau am Bodensee: Eigentlich steht schon der Name für eine wunderbare Landschaft und einer, seit einiger Zeit endlich überdachten Eis-Arena. Doch leider trübte diese vorweihnachtliche Stimmung die personelle Situation bei m EHC Bayreuth.

Unter der Woche konnten teilweise nur 10 Spieler am Training teilnehmen und so war es bis kurz vor Abfahrt der Mannschaft unklar, wer denn überhaupt im gelb-schwarzen Dress auflaufen kann. Zu dem Langzeitverletzten Florian Müller gesellten sich gleich noch seine Kollegen Hlozek und Maier, sowie der erkrankte Meixner und der mit einer Spieldauerstrafe zwangspausierende Zimmer. Ferner gingen einige Cracks gesundheitlich angeschlagen in die Partie.

Mit der weitesten Auswärtsfahrt der Saison durfte man im Vorfeld aufgrund der Ausfälle und den grippebedingt geschwächten Spielern alles andere als optimistisch auf diese Begegnung blicken.

Begleitet von einem 60 Mann starken Fanlager begannen die Oberfranken diese Partie jedoch forsch. Lindau, mit seinem 20 Mann starken Kader, versuchte von Anfang an das Heft in die Hand zu nehmen. Dies gelang jedoch nur vereinzelt. Defensiv, sowie immer gefährlich in Kontersituationen agierten die Wagnerstädter, die immer besser ins Spiel fanden. Das Match war gerade 2 Minuten alt, als Bartosch glänzend auf den freistehenden Geigenmüller  auflegte. Und dieser nutzte auch gleich die erste zwingende Gelegenheit zur frühen Führung der Gäste.

Lindau zeigte sich jedoch keineswegs geschockt. Mit aggressivem Forechecking und druckvollem Nachsetzen hielten sie dagegen und kamen nicht unverdient bereits 3 Minuten später durch Krohnfoth zum Ausgleich. Es entwickelte sich ein Schlagabtausch auf Augenhöhe. Lindau hatte in der Folgezeit leichte optische Vorteile wobei die Tigers jederzeit gefährlich bei Kontersituationen blieben.

Mit einem gerechten 1:1 ging es dann auch in die erste Drittelpause.

Das 2. Drittel begann ebenfalls ausgeglichen. Doch waren es erneut die Tigers, die den besseren Start erwischten. Bei einem Doppelspiel zwischen Bartosch und Schadt wurde Zeilmann gekonnt in Szene gesetzt und dieser konnte die Scheibe durch die Schoner des Lindauer Goalies zum 1:2 stochern. Die Freude währte jedoch nur kurz. Lindau hatte die passende Antwort bereits eine Minute später parat.  Lindaus Mahren bediente zentral den völlig frei stehenden Paul, der sich mit einem unhaltbaren Schlagschuss in den rechten oberen Winkel bedankte. Unbeeindruckt vom schnellen Ausgleich, mobilisierten die Tigers nun alle Kräfte, übernahmen mehr und mehr das Spielgeschehen und wurden für den enormen Krafteinsatz bereits eine Minute später belohnt. Schadt bediente Offensiv-Verteidiger Potac und dessen Direktabnahme landete zum 2:3 in den Maschen. Die Tigers erspielten sich nun ihrerseits optische Vorteile, kamen immer wieder gefährlich vor das EVL Gehäuse. Eine Schrecksekunde mussten die Tigers in der 24. Minute überstehen als Oppenberger unsanft am Alleingang gehindert wurde, zu Fall kam und der Schiedsrichter sofort auf Penalty entschied.

 In der 29. Minute war es erneut eine gut kombinierte Situation, die das nächste oberfränkische Tor brachte. Potac bediente Stoyan im eigenen Drittel. Dieser startete einen Sololauf über das Spielfeld und krönte seine Einzelleistung mit dem verdienten Treffer zum 2:4. Pertl krönte in der 35. Minute seine starke Vorstellung mit einem weiteren Treffer für die Oberfranken. Hermann legte zentral auf und Pertl schob durch die Schoner des Keepers  zum 2:5 ein, was zugleich den 2. Pausenstand markierte.

Im letzten Drittel versuchte Lindau noch einmal alle Kräfte zu mobilisieren. Eine unglückliche 3:5 Unterzahl brachte die Gastgeber jedoch in Bedrängnis. Die Tigers reagierten sofort, Schadt zog über rechts vor das Tor und verwandelte eiskalt zum 2:6. Dieser Treffer zeigte dann auch Wirkung bei der Lindauer Moral. Ihr Spielaufbau war sichtlich gestört und in der 53. Minute erhöhten die Tigers sogar auf 2:7. Der auffällige Schmidt bediente über Potac den freigelaufenen Mayer, der freistehend aus zentraler Position verwandelte. Eine darauffolgende Strafzeit gegen die Bayreuther nutzten dann die Gastgeber durch Kunce zur 3:7 Ergebniskosmetik.

Während sich nach dem Spiel die Bayreuth Tigers zurecht von ihren Fans feiern lassen durften, gab es auch abseits der Eisfläche nette Zusammenkünfte zwischen Lindauer und Bayreuther Fans. Man unterhielt sich angeregt über das Spiel und einige Lindauer Fans ließen es sich nicht nehmen ganz liebe, weihnachtliche Grüße Richtung Franken zu schicken.

Mit einer geschlossenen und sehr überzeugenden Mannschaftsleistung entführte man 3 Punkte bei einem durchaus spielerisch starken Gegner obwohl man dezimiert antreten musste. Mit Recht und Fug darf man heute von einer gelungenen vorweihnachtlichen Auswärtsfahrt berichten, bei der die Mannschaft den Tigers-Fans ein schönes Geschenk mit nach Hause brachte.

EV Lindau:
Gundlach, Johansson, Leiprecht, Valenti, Pufal(2), Prell, Kunce, Wissenbach, Fuchs(2), Schweinberger, Wolff, Trolda(2), Schwarzbart(2), Doyle(6), Merk, Oppenberger, Dolezal (4), Krohnfoth(4+10), Mahren, Paul

EHC Bayreuth:
Bädermann, Sievers, Zimmermann(2), Okonek(4), Hermann(2), Potac, Mayer(4), Pertl(4), Geigenmüller, Masel, Bartosch(4), Pleger, Schmidt, Stoyan, Zeilmann, Schadt(2), Seibel(2)

Zuschauer: 880
Strafen:
Lindau: 22+10
Bayreuth: 24



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth, Bayreuth Tigers GmbH