Bravouröser Kampfgeist der Tigers blieb in Memmingen unbelohnt

ECDC Memmingen –  EHC Bayreuth 6:3 (2-0;1-2;3-1)

1233 Zuschauer  Strafen: M: 20 Min BT: 20 Min Powerplay: M: 2/7 BT: 2/6

Memmingen: Reichelmeir, Niemz – Hoffmann, Jänichen (2), Vorderbrüggen, Wiese, Neumann, Schirrmacher, Jainz (4) – Aschenbrenner, McLaughlin, Just, Zientek (6), Switzer, Tenschert (2), Rott, Simon, Börner (2), Varianov, (2) Kerber (2), Zierfaß

Bayreuth: Bädermann, Sievers  – Meixner, C.Maier (4), Okonek, (4), Hermann (2), Potac, S.Mayer – F.Müller, Geigenmüller (4), Masel (2), Bartosch (2), Pleger, Stoyan, Zimmer, Schadt, Seibel (2)

Tore: 1-0 (6) 5-4 McLaughlin (Kerber, Rott); 2-0 (18) 5-4 Tenschert (Switzer, Schirrmacher); 2-1 (26) 5-4 Geigenmüller (Stoyan, Okonek); 3-1 (28) Switzer (Tenschert, Börner); 3-2 (39) 5-4 S.Mayer (Zimmer, Schadt); 3-3 (46) 4-4 Potac (Müller, Zimmer); 4-3 (48) 4-4 Börner (Hoffmann, Schirrmacher); 5-3 (52) Switzer (Tenschert); 6-3 (60) 5-6 McLaughlin

Dieses Spitzenspiel der beiden erfolgreichsten Bayernligateams der letzten Wochen lief trotz der zahlreichen (ohne 5) Ausfälle der Gäste absolut auf Augenhöhe ab. Den besseren Start verzeichneten dabei die Oberfranken, die nach wenigen Sekunden schon den ersten „Hochkaräter“ hatten, den sie aber nicht nutzen konnten. Auch das erste Powerplay blieb ohne Zählbares, ganz im Gegenteil zu den Indians. Die nutzten ihre numerische Überlegenheit durch einen Fernschuss von Torjäger McLaughlin, bei dem EHC-Goalie Sievers null Sicht hatte, sofort zur Führung. Auch danach blieben die Wagnerstädter bei 5 gegen 5 am Drücker, verpassten bei mehreren klasse Chancen aber den Torerfolg. Nicht einmal bei einer längeren doppelten Überzahl gelang ihnen gegen den guten Reichlmeir der schon längst verdiente Treffer. Das nötige Quäntchen Scheibenglück hatte Gelb-schwarz schon da einfach nicht auf seiner Seite. Und wenn es schon so läuft, das man vorne nicht trifft, schlägt es fast immer eben hinten ein. Tenschert ließ sich in Überzahl bei seinem Nachschuss dann auch nicht zweimal bitten, erhöhte auf 2-0 und stellte den Spielverlauf damit vollends auf den Kopf.
Im Mittelabschnitt waren erneut die besseren Chancen anfangs auf EHC-Seite. Doch wiederum fand die Scheibe nicht den Weg ins Netz. Erst in Überzahl ging der Hartgummi erstmals über die Linie. Geigenmüller nutzte die wenig übersichtliche Situation, stocherte nach und der Bann war endlich gebrochen. Kurz danach parierte Sievers ein 2 gegen 1 Break noch prächtig, doch die folgende defensive Unordnung nutzte Switzer nur Sekunden später um den alten Abstand wieder her zu stellen. Davon blieben die Tigers relativ unbeeindruckt und Mayer verkürzte im Powerplay mit einem Distanzschuss, der dem Goalie durch rutschte kurz vor der zweiten Pause nochmals.
Im Schlussdrittel mobilisierte der EHC nochmals alle Kräfte des stark dezimierten Kaders und Potac besorgte bei 4 gegen 4 im Nachsetzen tatsächlich den Ausgleich. Leider ließ man danach die Riesenchance zur ersten Führung (Bartosch bediente einen Mannschaftskollegen mustergültig von hinter dem Tor) ungenutzt und das Unheil nahm seinen Lauf. Fast im Gegenzug nutzte Börner gleich mehrere glückliche Abpraller schlussendlich zum 4-3. So platt es auch klingen mag. Der Eishockeygott war an diesem Tag ganz sicher kein Bayreuther. Mehrere Chancen die nur hauchdünn vorbei oder ans Gestänge gingen dokumentierten das deutlich. Mit dem 5-3, bei dem Switzer erfolgreich seinen Schläger in einen scharfen Querpass hielt, war diese enge Partie dann auch fast entschieden. Nach einer Auszeit versuchten die Gäste ohne Torwart auch noch ihre letzte Option, doch entsprechend dem ganzen Spielverlauf, gewann McLaughlin dann seinen Zweikampf und traf ins verwaiste Tor zum Endstand.
Beide Trainer sahen auch ein ausgeglichenes Spiel, das nicht so klar war wie es das Endergebnis vielleicht suggeriert. Indians Coach Koch sprach von einer „engen Kiste“ gegen die seiner Meinung nach „stärkste Mannschaft der Liga neben Sonthofen“ und bedankte sich nochmals ausdrücklich für die außergewöhnlichen Genesungswünsche aus Bayreuth bei seiner Krankheit. EHC Trainer Habnitt attestierte seinen Jungs zu Recht „gutes Hockey bei dem wir sicher nicht drei Tore schlechter waren“. Die Punkte blieben diesmal aber etwas glücklich komplett in der Maustadt. Mindestens einen Zähler hätten sich die aufopferungsvoll kämpfenden Gäste durchaus verdient gehabt.

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Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth, Bayreuth Tigers GmbH