Weiden legt im Play-off-Halbfinale vor

EHC Bayreuth – 1.EV Weiden   2:3 (1-0;0-2;1-1)

Weit über 4000 Besucher waren aus nah und fern in den Tigerkäfig zu diesem Play-off-Derby gekommen. Zumindest diejenigen die es mit Gelb-schwarz hielten, hatten aber keine Glücksgefühle auf dem Nachhauseweg.
Dabei begann die Partie fast nach Maß für die Einheimischen als Müller mit einem feinen Direktschuss bei 4 gegen 3 Engmann aus Rechtsaußen im kurzen Eck überwinden konnte. Warum man daraus nicht mehr „mentales Kapital“ schlagen konnte, ist eines der Rätsel diese Spiels. Weiden blieb davon unbeirrt und war mit schnellen Gegenstößen immer brand gefährlich, auch wenn man einige sehr gute Chancen noch liegen ließ. Besonders bei Waldowskys Break herrschte Alarmstufe rot, doch Sievers hatte eine Antwort parat. Danach scheiterte EHC-Torjäger Hlozek einmal nach klasse Kombination am Devilsgoalie und kurz darauf bei einem Alleingang am Pfosten. Auffällig war in dieser Phase, das beide Mannschaften in Unterzahl sogar gefährlicher waren als, der jeweils numerisch überlegene Gegner. Leider konnte Tigersstürmer Schadt schon früh nicht mehr weiter spielen, wodurch die dritte Formation doch deutlich an Schlagkraft verlor.
Im Mittelabschnitt wollten es die Gäste dann wieder wissen und man versuchte noch mehr Druck aufzubauen. Die Tigers hatten doch einige Probleme im Spielaufbau und auch beim Körperspiel hatten die Devils etwas Vorteile und wirkten oftmals energischer. Eine fragwürdige Strafe gegen Spielertrainer Waßmiller bescherte den Oberpfälzern dann eine doppelte Überzahl, die Schmidhuber kurz nach Ablauf schön frei gespielt mit einem Distanzschuss zum Ausgleich nutzen konnte. In der Folgezeit gab es weitere gute Möglichkeiten auf beiden Seiten, obwohl man den Gästen ein leichtes spielerisches Plus bescheinigen muss. So war das 1-2 von Bartels, der die zunehmende Unordnung in der EHC-Abwehr bestrafte gar nicht so überraschend.  Da der glänzende Sievers mit mehreren Prachtparaden eine Entscheidung noch verhindern konnte, ging man „nur“ mit 1-2 zum zweiten Mal in die Kabine.
Für den letzten Durchgang merkte man den Oberfranken trotz Grippeschwächung und weiterer Blessuren an, dass sie sich noch lange nicht aufgegeben haben. Die Devils blieben mit ihren Kontern aber genauso gefährlich. Mit drei direkt aufeinanderfolgenden Strafen für den EVW bekamen die Hausherren dann eine lange Überzahl die Geigenmüller mit einer Einzelaktion auch zum Ausgleich nutzen konnte, nachdem man sich zuvor im Powerplay häufig mit Ungenauigkeiten verzettelte. Leider gelang kaum 2 Minuten später Pronath erneut die Führung, als er das wiederum etwas zu körperloses Spiel der Wagnerstädter mit seinem Solo bestrafte. Da das Heimteam direkt danach zwei unnötige Strafen kassierte, musste man die Schlußattacke noch etwas aufschieben. Zwar versuchte man kaum wieder komplett ohne Torwart noch einmal alles, doch gelang es den Bayreuthern nicht mehr noch einmal zurück zu schlagen.
Natürlich etwas enttäuscht war dann die Stimmungslage der Hausherren in der Pressekonferenz. Aber genauso wie die Weidener erklärte man unisono das in dieser Serie noch nichts entschieden ist. EHC-Coach Waßmiller meinte das die Spritzigkeit diesmal etwas gefehlt hat, richtete den Fokus jedoch sofort wieder aufs nächste Wochenende wo man wieder angreifen und das Heimrecht zurück in den Tigerkäfig holen will.

-bis-

3 640 Zuschauer Strafen: BT: 14 Min W: 16 Min Powerplay: BT: 2/5 W: 0/5

Bayreuth: Sievers, Bädermann  – Meixner, Zimmermann, Okonek, Potac, S.Mayer (2), Zimmer – F.Müller (2), Hlozek, Geigenmüller, Masel, Bartosch (2), Waßmiller (6), Schmidt, Stoyan, Zeilmann, Schadt, Seibel

Weiden: Engmann, Niedermeier – Bogner, Domke (6), Schönberger (2), Flamik, Schmid, Schalamon, Schmidhuber (2) – Schreier, Kirchberger, Bartels, Köbele (2), Musial, Zellner, Waldowsky (2), Pronath, Hampl (2)

Tore: 1-0 (4) 4-3 Müller (Potac, Stoyan); 1-1 (25) 4-4 Schmidhuber (Bartels); 1-2 (39) Bartels (Flamik, Zellner); 2-2 (54) 5-4 Geigenmüller (Stoyan, Potac); 2-3 (56) Pronath



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth, Bayreuth Tigers GmbH