EHC Bayreuth schafft das Comeback in Weiden nicht

1.EV Weiden – EHC Bayreuth   7:3 (3-1;2-2;2-0)

Alles war angerichtet für das zweite Play-off-Halbfinal-Derby in der Oberpfalz. Beide Fanlager sorgten für eine stimmungsvolle Kulisse vor ausverkauftem Haus und mit Pertl und C.Maier waren zwei länger verletzte EHC-Cracks wieder dabei, doch schon zu Spielbeginn wirkten die Gastgeber wacher. Das wurde noch deutlicher als Waldowsky ein frühes Break „abgezockt“ zum 1-0 nutzte. Die Tigers hatten sichtbar Mühe Zugriff auf das Spiel zu bekommen, vernachlässigten erneut das Körperspiel und hatten unübersehbare Probleme in der Defensive. Nach vorne gelang ihnen zu Beginn auch nur wenig. Fast folgerichtig erhöhten Pronath und Kirchberger auf einen komfortablen 3-0 Vorsprung, nachdem Torwart Bädermann seinen Kasten für Sievers räumte. Besonders der zweite Treffer erinnerte fatal an den Siegtreffer letzte Woche. Wieder fast ohne echte Gegenwehr brachen die Devils außen durch und der Torschütze in der Mitte hatte leichtes Spiel. Und bei Tor Nummer drei waren sogar zwei Blau-weiße völlig „blank“. Erst danach fanden die Bayreuther besser in die Partie und zumindest gelang ihnen dann auch der erste Treffer. In Überzahl wurde Stoyan zentral vor Engmann angespielt und konnte zum Anschluss verwerten.
Im zweiten Abschnitt hofften die EHC-Fans auf eine deutliche Steigerung. Den einen oder anderen Check gab es dann auch endlich zu bestaunen doch mit dem 4-1 durch den erneut fast unbedrängten Bartels fiel man wieder ins alte Muster zurück. Den Willen es besser zu machen, kann man dem Team nicht absprechen, aber man fand kaum erklärbar weder Mittel noch Wege dazu. Fast logisch erhöhte Flamik dann per Distanzschuss bei doppelter Überzahl auf 5-1 und sorgte damit fast schon für eine frühe Vorentscheidung nach 33 Minuten. Einzelne Chancen gab es auch auf der Gegenseite, doch scheiterte Stoyan aus bester Position im Powerplay, bevor Schadt das nächste „Brett“ zum zweiten Tigerstreffer nutzte. Dadurch erwachten die Oberfranken etwas aus der sich breit machenden Lethargie. Man besann sich auf das, was in den Play-offs einfach unverzichtbar ist. Voller Einsatz in allen Situationen. Plötzlich war in den Aktionen mehr Elan und man setzte sich im Drittel der Hausherren fest. Als Geigenmüller Engmann dann mit einem Schuß aus der Halbdistanz düpierte, wackelten die Oberpfälzer erstmals richtig. Allerdings konnten sie sich ohne weiteren Schaden in die Drittelpause retten und sich dort neu sortieren.
Im Lager der Tigers keimt noch etwas Hoffnung für das Schlussdrittel auf, doch das hielt nur bis Hampl nach 47 Minuten mit dem 6-3 den „Sack endgültig zu machte“. Bei dem Break von Waldowsky parierte der starke Sievers noch glänzend, aber die Scheibe lag dann frei vor dem leeren Tor und spiegelbildlich für viele Szenen dieser Partie lief Hampl alleine darauf zu und schob sie seelenruhig über die Linie. In den letzten Minuten hagelte es dann einige Strafen für die Wagnerstädter, die nicht alle berechtigt waren, und Köbele setzte den Schlusspunkt bei 5 gegen 4.
In der PK nach dem Spiel zeigten sich die Bayreuther als anständige Verlierer und gratulierten den Devils zum verdienten Finaleinzug. Während EVW-Coach Hefner verständlicherweise vor Glück fast platzte, war der nicht spielfähige Tigerstrainer Waßmiller natürlich enttäuscht über den verpassten Oberligaaufstieg. Was bleibt ist das Duell mit Sonthofen am nächsten Wochenende (Freitag im Allgäu, Sonntag im Tigerkäfig) um Platz 3 für eine eventuell nötige Nachrückerregelung.

-bis-

2 560 Zuschauer (ausv.)  Strafen: W: 18 Min BT: 36 Min Powerplay: W: 2/10 BT: 2/7

Weiden: Engmann, Niedermeier – Bogner, Domke, Schönberger, Flamik (6), Schmid, Schalamon, Schmidhuber (6) – Schreier (2), Kirchberger, Bartels, Köbele (2), Musial, Zellner, Waldowsky, Pronath, Hampl (2)

Bayreuth: Bädermann, Sievers (ab 16)  – Meixner, Zimmermann, C.Maier (12), Okonek, Potac (2), S.Mayer (6), Zimmer (2) – F.Müller, Hlozek (2), Pertl (4), Geigenmüller (4), Bartosch, Schmidt, Stoyan (2), Zeilmann, Schadt


Tore: 1- 0 (2) Waldowsky (Schmidhuber); 2-0 (15) Pronath (Kirchberger, Schmidhuber); 3-0 (16) Kirchberger (Flamik, Schreier); 3-1 (19) 5-4 Stoyan (Geigenmüller, Müller); 4-1 (23) Bartels (Köbele, Zellner); 5-1 (33) 5-3 Flamik (Musial, Bartels); 5-2 (36) 5-4 Schadt (Geigenmüller, Müller); 5-3 (38) Geigenmüller (Sievers); 6-3 (47) Hampl (Musial, Waldowsky); 7-3 (54) 5-4 Köbele (Flamik, Engmann)



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth, Bayreuth Tigers GmbH