Arbeitssieg hält die Tigers an der Tabellenspitze

Im Sport existiert die Meinung, das der Unterschied zwischen Spitzen- und Mittelfeldmannschaften darin liegt, dass man auch an Tagen wo es nicht rund läuft einen Weg zum gewinnen findet.

Dieses Frankenderby eignete sich zumindest gut als Anschauungsunterricht für diese These.

Schon die übliche Abtastphase ohne große Höhepunkte dauerte diesmal ziemlich lange, weil die Einheimischen nur sehr schwer ins Spiel fanden. In der 12. Minute hatten die Alligators bei 4 gegen 4 sogar die bis dato größte Möglichkeit des Spiels. Bei einem Break wurde Jun gehakt und durfte zum Penalty antreten, den Bädermann aber clever parierte.  Immer wieder kleine Nachlässigkeiten und Unterbrechungen hemmten den Spielfluss der Gelb-schwarzen, was den defensiv eingestellten Alligators gut in die Karten spielte. Auch fast neun Minuten Überzahl, unter anderem wegen einer Spieldauerstrafe gegen Hiendlmeyer wegen hohem Stock mit Verletzung, brachte zwar einige Chancen aber unter dem Strich nichts Zählbares, da sich der starke Glaser im HEC-Gehäuse einfach nicht überwinden ließ und zudem noch die Kunst des unauffälligen Torverschiebens in Druckphasen perfekt beherrschte.

Auch zu Beginn des Mittelabschnitts gelang es den Tigers zu selten Tempo zu machen und richtig Druck aufzubauen. Eine gewisse Fahrigkeit war trotz klarem Übergewicht an den Spielanteilen ständiger Begleiter der Bemühungen bei den Wagnerstädtern. Torjäger Hlozek löste dann etwas den Knoten, nachdem er, von Juhasz schön frei gespielt, genauso trocken verwandelte wie 7 Minuten später Fendt nach einem feinen Zuspiel von Junior Franz. Auch in dieser Phase verhinderte Glaser einige Male noch Schlimmeres, weil die Bayreuther nun den richtigen Knopf für die Offensive gefunden hatten und die Abwehr der Mittelfranken auch deutlich löchriger wurde. Mit dem 3-0 von Thielsch durch den guten alten Bauerntrick, ums Tor herum und in die kurze Ecke verwandelt, schien „die Messe für viele gelesen“. Doch diese „Rechnung war ohne den Wirt gemacht“. Den Anschlusstreffer von Jun, der durch defensive Unordnung zentral allein gelassen mit der Rückhand locker oben verwandeln konnte, betrachtete man noch als kleinen Betriebsunfall. Doch als Grau nur 20 Sekunden später die erneut desorientierten Bayreuther mit einem Kontertor düpierte, war alles wieder offen. Offensichtlich hatte man das Spiel schon abgehakt und ließ in der Konzentration nach, was der HEC sofort nutzte.

Im Schlussdrittel reagierte Trainer Waßmiller mit Umstellungen darauf. Schadt rückte für Seibel zu Müller und Thielsch und die bisher mit Kurzeinsätzen agierende Juniorenreihe blieb auf der Bank.

Trotzdem gelang den Gästen durch Stribny auch noch der Ausgleich als er nach einem klar gewonnenen Bully alleine vor Bädermann einnetzen konnte. Zum Glück gelang dem EHC schnell eine Antwort, als Juhasz einen Potac-Schuss abfälschen konnte. Die immer mehr aufkommende Verunsicherung, konnte so wieder eingebremst werden. 4 Minuten vor Ende lieferten sich Babinsky und Okonek einen sehenswerten Faustkampf nach einer Rangelei vor Glaser und sorgten so noch für ein eishockeytypisches Highlight, dass man in Bayreuth schon länger nicht mehr bewundern konnte. Der „technische KO-Sieg“ von Okonek, blieb da nur eine Randbemerkung, was den nicht sonderlich souveränen Schiedsrichter aber nicht abhielt beide ziemlich übertrieben mit Spieldauerstrafe vom Eis zu nehmen. Auch ohne Torwart und noch mal in Überzahl gelang den Alligators der Ausgleich aber nicht und so blieb es beim nicht unverdienten Arbeitssieg der Einheimischen, was beide Trainer in der Pressekonferenz auch so einräumten. Auch als klarer Favorit ist es für den Saisonverlauf nämlich nicht unwichtig solche Spiele doch noch für sich zu entscheiden, auch wenn Trainer Waßmiller richtig bemerkte, dass es sicher nicht die beste Saisonleistung der Tigers war.

EHC Bayreuth – Höchstadter EC                            4:3       (0-0;3-2;1-1)

 

892 Zuschauer                        Strafen: BT: 29 Min    H: 88 Min        Powerplays: BT: 0/4    H: 0/2

 

Bayreuth: Bädermann, M. Müller  – Okonek (27), Kasten, Hermann, Potac, S. Mayer, Franz  – F. Müller, Hlozek, Geigenmüller, Masel, Fendt, Bartosch, Thielsch, Pleger, Juhasz (2), Zeilmann, Schadt, Seibel

 

Höchstadt: Glaser (30), Feeser – Stütz, Sikorski, Eyrich, Kaczmarek, Babinsky (25) – S.Goblirsch, Michalek, Jun (2), Tratz, Gulda, Lenk (2), Grau, Hiendlmeyer (27), Pruett, Stribny (2), Dam

 

Tore: 1-0 (25) Hlozek (Bartosch, Juhasz); 2-0 (32) Fendt (Franz); 3-0 (38) Thielsch (S.Mayer, Schadt); 3-1 (39) Jun (Michalek, Lenk); 3-2 (40) Grau (Gulda, Stribny); 3-3 (47) Stribny (Jun, Michalek); 4-3 (49) Juhasz (Potac, Bartosch)



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth, Bayreuth Tigers GmbH