Dezimierte Tigers retten die Punkte aus Germering

Alles andere als einfach gestaltete sich das Auswärtsspiel des Favoriten aus Bayreuth gegen das ¨Kellerkind¨ aus Germering. Denn schon im Vorfeld mussten die Tigers erneut personell umplanen. Neben den Langzeitverletzten gesellte sich auch noch Hermann hinzu, der wegen einer Matchstrafe im Juniorenbereich gesperrt war.

Gleich zu Beginn in der schwach besuchten Arena (134 Zuschauer), entfaltete sich eine zähe, von vielen Abstimmungsproblemen gekennzeichnete Partie, die auf beiden Seiten kaum konstruktiven Spielfluss aufkommen ließ. Trotzdem verstanden es beide Teams sich Torchancen herauszuspielen. Während die Bayreuth Tigers von Beginn weg technische Vorteile verzeichneten, wussten die Gastgeber ihrerseits mit teilweise gefährlichem Konterspiel zu überzeugen. Und so neutralisierten sich beide Teams weitestgehend im ersten Drittel, was das torlose Ergebnis dann auch zurecht ausdrückte. Hiobsbotschaft war bis hierhin, dass sich Torjäger Hlozek bei einem Zweikampf verletzte. Er versuchte zwar noch einmal in die Partie zurückzukommen aber musste dann doch für den Rest des Spiels mit Verdacht auf Kreuzbandverletzung passen.

Ganz anders das Bild im 2. Drittel. Vom Bulli weg übernahmen die Tigers die Initiative, kamen immer besser ins Spiel und das sollte sich auszahlen. In der 25. Minute konnten sich die Wagnerstädter gefährlich vor das gegnerische Gehäuse durchtanken. Schadt umkurvte das Gehäuse, zog einen Schritt zurück und lupfte die Scheibe zur Gästeführung in den Winkel. Der Treffer zeigte offensichtlich Wirkung, denn Germering leistete sich ab hier einige Unkonzentriertheiten und brachte sich so unnötigerweise in Bedrängnis. Zwar hatten sie  ab und an einige gute Szenen vor dem starken Bädermann, die aber nicht zwingend genug waren. Die Tigers wurden stärker und in der 32. Minute konnten die Gäste dann auf 0:2 erhöhen. Eine Kombination über Geigenmüller und Mayer konnte Bartosch clever abschließen. Germering verlor etwas den Faden in der Partie und die Tigers nutzten dies prompt aus. In der 35. Minute, als die Gastgeber eine Strafzeit wegen Behinderung absitzen mussten, holte Tigers-Stürmer Müller einen seiner gefürchteten Schlagschüsse aus der Trickkiste. Das Geschoss schlug unhaltbar in den Maschen  zum 0:3 ein. Kaum hatte Germering den Schock verdaut, schlug es Sekunden später erneut im Kasten ein. Während eines Gerangels vor dem gegnerischen Kasten bekam Fendt die Scheibe von Mayer aufgelegt und konnte sie aus spitzem Winkel über die Linie bugsieren. Leider riss die Verletztenmisere auch hier nicht ab. Seibel bekam einen Schlag auf die Hand und konnte verletzungsbedingt ebenfalls nicht mehr weiterspielen. Mit nur noch 7 Stürmern und 5 Verteidigern, war Trainer Sergej Waßmiller erneut zu diversen Umstellungen gezwungen, was sich auch prompt auf den Spielfluss auswirkte.

Germering fing sich wieder und kam besser in die Partie. Der Lohn ín der 38. Minute war das 1:4. Youngster May tankte sich durch und krönte seinen Alleingang mit einem sehenswerten Treffer. Damit ging es dann auch in die 2. Drittelpause.

Das letzte Drittel stand unter keinem guten Stern für die Tigers. Durch die vielen Ausfälle und Umstellungen, wurde nahezu jeder Spielfluss unterbunden. Man versuchte nun das Ergebnis zu verwalten. Germering wurde immer stärker, erspielte sich reihenweise gute Möglichkeiten und wurde prompt belohnt. In der 43. Minute zog der starke Gambs aus zentraler Position ab und ließ Bädermann im Tor keine Chance. Mit dem 2:4 witterten die Gastgeber eine mögliche Sensation und drängten förmlich nach vorne. In der 49 Minute kam dann auch folglich der Anschlusstreffer zum 3:4. Erneut wurde Gambs freigespielt und nutzte die Gelegenheit.

Es begann eine wahre Abwehrschlacht der Tigers. Germering drückte, die Tigers verteidigten. Ein Kippen der Partie war hier durchaus möglich, doch war Germering nicht zwingend genug beim Verwerten seiner Chancen, während Bayreuth defensiv alles in die Waagschale schmiss.

Herzklopfen dürften die rund 30 mitgereisten Tigersfans dann in der 59. Minute gehabt haben, als Germering in Folge einer Auszeit den Goalie zugunsten eines 6. Feldspielers vom Eis nahm und kurz darauf der Unparteiische auch noch eine Strafzeit gegen Müller verhängte. Mit einer 6:4 Überzahl feuerte Germering aus allen Rohren aber die Tigers standen sicher in der Defensive und konnten einige Befreiungsschläge ansetzen und letztendlich den Sieg mit an den Roten Main nehmen.

 

Torfolge:

0:1 (25.) Schadt, Fendt

0:2 (32.) Bartosch, Mayer, Geigenmüller

0:3 (35.) Müller, Geigenmüller, Kasten

0:4 (35.) Fendt, Mayer, Kasten

1:4 (38.) May, Schreiber

2:4 (43.) Gambs, Hoffmann, Schreiber

3:4 (49.) Gambs, Chavira-Schramm, May

 

Strafminuten:

Germering 6, Bayreuth 18

Zuschauer: 134

 

Wanderers Germering:

Schedlbauer, Fischer, Schmidbauer, Jeske, Sohr, Gambs, Bahner, Chavira-Schramm(2), Dosch, May(2), Bentenrieder, Rossi(2), Hoffmann, Ott, Schumacher, Schreiber

 

EHC Bayreuth:

Müller M., Bädermann(2), Okonek(2), Kasten, Potac(2), Mayer(2), Franz(2), Müller F.(6), Hlozek, Geigenmüller, Fendt, Thielsch, Bartosch, Zeilmann, Schadt(2), Seibel



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth, Bayreuth Tigers GmbH