Verdienter Sieger aber zu hoch...

… so könnte man dieses Spitzenspiel der Eishockey-Bayernliga in Kurzform zusammenfassen. Ein bärenstarker Tabellenführer traf auf einen geschwächten Herausforderer, der aber so lange die Kräfte reichten voll dagegen hielt und die „Bullen“ richtig forderte.

Ein aus Hausherrensicht perfekter Start, indem man gut in der Partie fand und den durch Thielsch abgefälschten Schadt-Schuß auch in Führung ging, tat sein übriges dazu. Aus aggressiver Defensivarbeit mit Scheibengewinn und dann schnell in den Angriff umgeschaltet, entstand dieser Treffer für den EHC. Der souveräne Klassenprimus wurde jedenfalls von der Bayreuther Rumpftruppe (5 Verteidiger, 8 Stürmer, ohne 7) nicht geschont und musste laut Aussagen in der Pressekonferenz offensichtlich deutlich mehr bieten, als in den meisten Spielen zuvor, um das Eis als Sieger zu verlassen. Nach einigen ausgeglichenen Minuten zeigten die Allgäuer aber auch schnell ihre Klasse. Der frei gespielte Vit nutzte die erste Überzahl schon zum Ausgleich und der im Abschluss eiskalte Vaitl bestrafte den einzigen richtigen Fehler der Tigers dieser Phase sofort zur eigenen Führung noch vor der ersten Pause.

Im zweiten Abschnitt wollten es die Oberfranken weiter wissen, doch rückten gleich mehrere fragwürdige Strafen (lange mit doppelter Überzahl) in Serie durch die keineswegs souveränen Unparteiischen die Spielanteile deutlich in Richtung der Gäste. Mit allem „was noch im Tank war“ stemmten sich die Tigers nach dem Kraftakt vom Freitag in Miesbach wieder dagegen, doch das „fraß auch noch die letzten Körner auf“ und kaum wieder komplett startete Kleinheinz eine unwiderstehliche Einzelaktion und narrte alle ausgepowerten Kontrahenten inklusive Torwart Bädermann bärenstark zum 1-3. Zuvor ließ man mit gekonntem Penaltykilling nur Fernschüsse des ERC zu, von denen sich Bädermann nicht sonderlich beeindrucken ließ. Dieses Tor war sicher der Knacks in dieser bis dahin sehr intensiven Partie. Davon sichtlich etwas geschockt, ließ man sich erneut vom starken Kleinheinz bei einem 2 gegen 1 Angriff auskontern und Vaitl zeigte kurz vor der Sirene noch einmal seinen Torjägerinstinkt zum 1-5.

Zu Beginn des Schlussdrittels waren „die Messen mehr oder weniger schon gelesen“. Allerspätestens durch den Doppelschlag von erneut Kleinheinz und Vaitl innerhalb von 30 Sekunden war alles entschieden. Torhüterwechsel auf beiden Seiten und der Schlusspunkt durch Junior Masel zum 2-7 waren die letzten nennenswerten Aktionen dieser Partie, die mit Sonthofen den verdienten Sieger fand.

„Was wäre gewesen wenn“ ist eine müßige Frage im Sport, aber hier gilt sie doch noch etwas, bis im Frühjahr 2012 die endgültigen Entscheidungen über den Oberligaaufstieg fallen. Im Vorteil sind momentan jedenfalls die auf allen Positionen herausragend besetzten Cracks aus dem Allgäu, ohne allerdings den Titel damit schon in der Tasche zu haben.

 

EHC Bayreuth – ERC 99 Sonthofen                           2:7       (1-2;0-3;1-2)

 

1 107 Zuschauer                       Strafen: BT: 22 Min      S: 36 Min          Powerplays: BT: 0/7     S: 1/4

 

Bayreuth: Bädermann, M. Müller (ab 46)  – Kasten (2), Hermann (14), Potac (2), S. Mayer  – F. Müller, Geigenmüller, Masel, Fendt, Thielsch (2), Bartosch, Okonek, Zeilmann (2), Schadt

 

Sonthofen: Zellhuber, Hornik (ab 47) – Witting, Vit (4), C. Tarrach, Bindl (2), Blaha (2), Krötz – Kleinheinz, Pungarsek (2), Waginger (2), Vaitl, S. Tarrach (12), Sill, Friedl, Newhook, Rabbani, Grimm (12)

 

Tore: 1-0 (6) Thielsch (Schadt, Müller); 1-1 (12) 5-4 Vit (Vaitl); 1-2 (14) Grimm (Newhook, Vit); 1-3 (34) Kleinheinz (S.Tarrach); 1-4 (38) Kleinheinz (Waginger, Friedl); 1-5 (40) Vaitl (Vit); 1-6 (46) Kleinheinz (Waginger); 1-7 (46) Vaitl (Bindl, Newhook); 2-7 (52) Masel (Zeilmann)



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth, Bayreuth Tigers GmbH