Schützenfest im Tigerkäfig

Diesen Knaller bewahrten sich die Oberfranken bis kurz vor dem Jahreswechsel als würdigen Abschluss vor dem eigenen Anhang auf.

Zwar brauchte man diesmal einige Zeit zum „Warmlaufen“, in der man bei ersten kleineren Chancen noch keinen Weg an Gästetorhüter Birk vorbei fand, doch mit dem platzierten „Strich“ von Kapitän Müller nach 13 Minuten lösten sich die Bremsen. Die massierte Abwehr der Blau-Gelben fing an zu bröckeln und Schadt, aufmerksam nach Querschläger der Gäste, Kasten im Nachschuss und Fendt in Überzahl schraubten das Resultat nach oben, bevor Barth eine Unaufmerksamkeit kurz vor der Pause noch zum „Ehrentreffer“ nutzen konnte. Die Industriestädter konnten dem Tempo des EHC schon da nur noch mit viel Mühe folgen.

Im Mittelabschnitt blieben die Oberfranken weiter tonangebend, doch da lange keine weiteren Tore gelangen, spiegelte das die wirklichen Kräfteverhältnisse auf dem Eis nur unzureichend wieder. Einzig Kastens Schlagschuss bei 5 gegen 4 fand einen Eintrag auf der Anzeigentafel zum 5-1.

Die klar überlegenen Wagnerstädter wechselten dann zum Schlussdrittel den Torhüter und setzten auch die anderen Nachwuchsspieler ein, was dem Spielfluss aber keinen Abbruch tat. Ganz im Gegenteil, nach dem von Thielsch eiskalt verwandelten berechtigten Penalty brachen bei den Löwen endgültig alle Dämme. Mit Traumkombinationen in höchster Geschwindigkeit zerlegten die Gelb-Schwarzen die Oberbayern jetzt in alle Einzelteile. Zwei Mal Fendt, S. Mayer, Zwei Mal Geigenmüller und Juhasz mit einem „One-timer“ der Extraklasse sorgten mit Toren fast im Minutentakt, eines schöner heraus gespielt als das andere, für diesen Rekordsieg und stehende Ovationen auf den Tribünen. Die Oberfranken unterhielten ihr Publikum prächtig und das dankte es ihnen entsprechend. Junior Franz erhielt als einziger Wehrmutstropfen dieses denkwürdigen Abends eine Spieldauerstrafe wegen Check gegen den Kopf und muss nun ähnlich wie S. Mayer nach seiner dritten 10-Minuten-Strafe einmal aussetzen.

Das Knallbonbon schlechthin fehlte aber noch. Bei doppelter Unterzahl (!!!) schnappte sich der agile Bartosch die Scheibe und setzte zu einem unwiderstehlichen Solo an. Fast über das ganze Spielfeld wirbelte er technisch ausgefeilt an seinen Gegenspielern vorbei, umkurvte auch noch das Gehäuse und versenkte per Bauerntrick unter dem tosenden Jubel der Fans zum Endstand. Eine „geile“ Szene, wie man sie im Tigerkäfig schon lange nicht mehr gesehen hat, setzte den Schlusspunkt unter eine bemerkenswerte Partie und dokumentierte erneut in welch prächtige Verfassung sich die Tigers inzwischen gespielt haben. Hohes Tempo über die komplette Spielzeit mit harten und guten Pässen, gepaart mit Technik und Aggressivität, stellten jeden der letzten Gegner vor schier unlösbare Probleme. Das Powerplay (diesmal 3 Tore von 6 Möglichkeiten) wird auch immer effektiver und so kann man optimistisch ins Jahr 2013 blicken, wo noch große Aufgaben auf die Tigers warten.

759 Zuschauer , Strafen: BT: 43 Min, W: 14 Min, Powerplays: BT: 3/6, W: 0/4

Bayreuth: Bädermann, M. Müller (ab 41.)  – Okonek, Kasten, Hermann, Potac, S. Mayer (12), Zimmer, Franz (25)  – F. Müller (4), Geigenmüller (2), Masel, Fendt, Thielsch, Bartosch, Juhasz, Zeilmann, Schadt, Seibel

Waldkraiburg: F. Birk, Lode – Nutz, Laschütza, Vogl, Lenczyk, Schrödinger (4), Loboda (4) – S. Piskunov, Sorsak, A. Piskunov, Geuder, Rott (4), Lederer, Ferstl, Führmann, Barth (2)

 

Tore: 1-0 (14) Müller (Thielsch, Kasten); 2-0 (16) Schadt; 3-0 (17) Kasten (Thielsch, Okonek); 4-0 (20) 5-4 Fendt (Potac, Geigenmüller); 4-1 (20) Barth (Lederer, Führmann); 5-1 (39) 5-4 Kasten (Thielsch, Juhasz); 6-1 (47) Thielsch (Penalty); 7-1 (50) Fendt (Bartosch); 8-1 (50) S. Mayer (Fendt, Bartosch); 9-1 (53) Geigenmüller (S. Mayer); 10-1 (53) Fendt (Geigenmüller); 11-1 (56) 5-4 Juhasz (Kasten, Thielsch); 12-1 (56) Geigenmüller (Potac, Bartosch); 13-1 (59) 3-5 Bartosch



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth