Tigers ziehen den Löwen die Zähne

Ersatzgeschwächt aber mit erneut toller Moral präsentierten sich die Tigers beim Auswärtsspiel in Waldkraiburg. Von Beginn an ließ man keine Zweifel aufkommen, wer hier die Punkte mitnehmen will.

Was ein Marcel Juhasz für eine Mannschaft wert ist, zeigte sich von Beginn an. Als Antreiber, Passgeber und Torschütze glänzte der Stürmer nach seiner  Verletzung und fügte sich nahtlos ins Team ein.

In den ersten Minuten tasteten sich beide Teams obligatorisch erst einmal ab. Doch in der 5. Minute nahm die Partie dann Fahrt auf. Der erneut bärenstarke Geigenmüller legte klug für Masel auf, doch er  scheiterte knapp am gegnerischen Goalie. Besser machte es dann Juhasz, der von Bartosch mustergültig bedient wurde. Gegen seinen Lupfer aus zentraler Position war der Keeper machtlos. Mit der Führung im Rücken drehte der EHC Bayreuth dann auf. Angriff um Angriff rollte auf das gegnerische Tor. In der 11. Minute folgte dann der längst überfällige 2. Treffer.  In Überzahl legte Masel auf Verteidiger Mayer ab, sein Schlagschuss auf Höhe der blauen Linie schlug unhaltbar ein.

Trotz drückender Überlegenheit gelang den Gästen aus der Wagnerstadt jedoch vorerst keine weitere Ergebniskosmetik.

Die gemutmaßte Kabinenansprache des Waldkraiburger Trainers zahlte sich dann aber zu Beginn des 2. Abschnitts aus. Die Tigers hatten gerade noch eine Strafzeit aus dem 1. Drittel abzusitzen, da fasste sich der auffällige Führmann ein Herz und verkürzte auf 1:2 in Überzahl. Das gab den Gastgebern kurzfristig noch einmal Auftrieb. Sie versuchten sich in diese Partie zu „beißen“ und drängten auf den Ausgleich. Doch gerade in diese Bemühungen hinein fiel der nächste Treffer der Tigers. Thielsch konnte sich ins Drittel durchsetzen, zog zur Mitte und traf zum 1:3. Nun schien der Waldkraiburger Widerstand gebrochen, denn 2 Minuten später stellten die Gäste auf 1:4. Fendt konnte einen genau getimten Querpass auf den zentral freistehenden Bartosch spielen und dessen Schuss aus kurzer Distanz landete im Netz.

Mit der deutlichen Führung wurden die Tigers allerdings auch etwas „sorglos“. Die letzte Konsequenz fehlte nun etwas und prompt schlugen die Löwen zurück. Birk verkürzte zum 2:4 was den gastgebern erneut Auftrieb gab. Es entstanden einige brenzlige Situationen, doch Bädermann agierte souverän im Tor der Tigers und rettete einige Male mit starken Reflexen.

Die Tigers benötigten einige Minuten um sich zu sammeln und kamen dann zurück. Man übernahm wieder das Kommando und erspielte sich ebenfalls einige gute Gelegenheiten. In der 38. Minute belohnte sich die Mannschaft von Trainer Sergej Waßmiller dann mit dem 2:5. Kasten versuchte es mit einem Schlagschuss von der blauen Linie. Das Geschoss konnte der Goalie nur abprallen lassen. Bartosch war zur Stelle und verwandelte den Nachschuss, was dann zugleich den Pausenstand markierte.

Im letzten Drittel brach Waldkraiburg dann völlig ein. Die Tigers agierten überlegen und wollten mehr. Kaum eine Minute war gespielt, als Geigenmüller im gegnerische Drittel  die Scheibe eroberte, zur Mitte zog  und den Waldkraiburger Keeper zum 2:6 verlud. In der 47. Minute kombinierten sich die Tigers sehenswert über Fendt und Schadt ins Drittel und legten mustergültig quer ab auf Geigenmüller und dieser krönte diesen schön vorgetragenen Angriff mit dem Treffer zum 2:7.  Die Waldkraiburger hatten nun nichts mehr entgegenzusetzen. In der 50. Minute entstand eine kleine Rangelei ohne Folgen. Doch scheinbar hatte Löwe Führmann genug gesehen und verließ ohne ersichtlichen Grund das Eis Richtung Kabine. Eine Verletzung konnte augenscheinlich nicht festgestellt werden. Der Grund wird sich eventuell noch aufklären. Keine Minute später die nächste kuriose Szene. Bartosch wurde von Fendt bedient und  tankte sich regelrecht ins gegnerische Drittel. Dort umkurvte er knapp über eine halbe Minute lang die Waldkraiburger Mannschaft, war nicht von der Scheibe zu trennen und verlud im Anschluss noch den Keeper zum sehenswerten 2:8. In der 55. Minute bejubelten die mitgereisten Tigers-Fans das vermeintliche 2:9, als Youngster Franz mit einem Schlagschuss kurz hinter der blauen Linie einnetzte. Doch der Unparteiische erkannte den Treffer aufgrund eines hohen Stocks nicht an.

Den Schlusspunkt auf diese doch recht einseitige Partie setzte dann Thielsch in der 57. Minute. Seinen trockenen Schuss konnte der Keeper noch abwehren, Thielsch setzte nach und bugsierte die Scheibe im fallen über die Line zum Endstand von 2:9.

Damit wurden 3 weitere wichtige Punkte im Kampf um die vorderen Plätze eingefahren und Platz 2 weiter gesichert.

Tore: 0:1 (6.) Juhasz (Bartosch), 0:2 (12.) S. Mayer (Thielsch, Potac – 5 gegen 4), 1:2 (21.) Führmann (5 gegen 4), 1:3 (26.) Thielsch (Schadt, Juhasz), 1:4 (28.) Bartosch (Fendt, Kasten), 2:4 (30.) Birk, 2:5 (39.) Bartosch (Okonek), 2:6 (41.) Geigenmüller (Fendt), 2:7 (47.) Geigenmüller (Fendt), 2:8 (51.) Bartosch, 2:9 (57.) Bartosch (Thielsch).

Strafenminuten:

Bayreuth: 2

Waldkraiburg: 8


Zuschauer: 248



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth, Bayreuth Tigers GmbH