Keine Punkte und vielleicht der nächste Verletzte für den EHC

Die schlechtere Chancenverwertung war vermutlich der Hauptgrund warum die Oberfranken gar keinen Punkt aus dieser engen Partie mit auf die lange Heimreise mitnehmen konnten. „Wir müssen so unendlich viel für fast jedes Tor investieren und auf der Gegenseite geht das manchmal so einfach“, haderte Trainer Waßmiller, ohne aber zu vergessen den starken Gegner für ein gutes Spiel zu loben.

Mit stark veränderten Reihen schickte der Tigerscoach seine Truppe diesmal aufs Eis, was aber einen völlig verschlafenen Start trotzdem nicht verhindern konnte. Schon mit der ersten richtig gefährlichen Aktion gingen die Gastgeber in Führung. Einen verlorenen Zweikampf an der Bande bei einem schnellen Angriff nutze man zu einem scharfen Querpass, den M.Strodel allein vor Bädermann direkt verwandeln konnte. Nur 2 Minuten später schlug es erneut ein. Der auffällige Huhn zog einfach an der blauen Linie ab und überraschte den Tigersgoalie mit diesem Geschoss unter die Latte. Davon mussten sich die Gelbschwarzen erst einmal erholen und brauchten ein paar Minuten zum sortieren, kämpften sich aber zurück ins Spiel. Okoneks Anschlusstreffer mit platziertem Schuss aus Mittelstürmerposition nährte auch bald die Hoffnungen der Gäste, die nun immer mehr Spielanteile bekamen. Bei Potac Lattentreffer wäre sogar gleich noch ein weiterer Treffer möglich gewesen. Leider verletzten sich auf beiden Seiten dann je ein Spieler in unterschiedlichen Situationen so schwer, dass sie beide (Fendt bei den Tigers) nicht mehr weiter spielen konnten. Mit Zeilmanns Ausgleich kurz vor der ersten Pause, als er fast an der Grundlinie einen abgefälschten Querpass verwandeln konnte, war der schwache Anfang dann aber doch noch repariert worden.

Durch Fendts Ausfall mussten nun die verbliebenen Center Müller und Zeilmann Doppelschichten fahren, was die Wagnerstädter aber nicht hinderte das Spiel im Griff zu behalten. Allerdings gelang es ihnen nur selten ganz klare Möglichkeiten herauszuspielen. Buchloes massive Abwehr ließ das nicht so zu. Beste Gelegenheit war noch der Powerplayhammer von Kasten, bei dem er aber auch leider nur das Torgestänge anvisiert hatte. Mitten in diese gute Phase der Tigers gelang aber Buchloe in Überzahl etwas glücklich die Führung. Ohne direkten Abnehmer wurde die Scheibe von hinten in den Slot gespielt, wo sie so abgefälscht wurde, dass sie hinter der Linie landete, weil Torwart Bädermann den Passweg nicht mit dem Schläger verhindert hatte. Davon beflügelt übernahmen die Piraten dann kurzzeitig völlig das Kommando und drängten den EHC in die Defensive. Aufgebaut wurden sie auch immer wieder durch teilweise haarsträubende Abspielfehler im eigenen Drittel. Einer davon landete z.B. direkt auf der Kelle eines zentralen Buchloer Stürmers, der dabei aber nur den Pfosten traf, der zurück prallende Puck wurde dann glücklicherweise von seinem Kollegen an den anderen Pfosten gesetzt, damit diese Szene doch noch glimpflich  aus ging. Aber auch aus dieser Druckphase des Heimteams konnten sich die Bayreuther wieder befreien, erspielten sich wieder optische Vorteile, aber ohne zählbares Kapital heraus schlagen zu können.

Dieses Szenario wiederholte sich dann auch im Schlussdrittel. Buchloe überließ den Tigers die Initiative, konzentrierte sich auf stabile Abwehrarbeit und blieb mit einzelnen, schnellen Gegenangriffen gefährlich. Einsatz und Wille kann man dem Team vom roten Main ganz und gar nicht absprechen, doch die mäßige Durchschlagskraft reichte gegen die starken Freibeuter nicht und als man kurz vor Ende ohne Torhüter noch die letzte Option zog, machte Weigant per empty-net-goal endgültig den „Deckel drauf“.

ESV Buchloe – EHC Bayreuth                                            4:2       (2-2;1-0;1-0)

 

371 Zuschauer                        Strafen: B: 26 Min      BT: 30 Min      Powerplays: B: 1/8      BT: 0/6

 

Buchloe: Horneber, Bernthaler – Spegele, Widmann, Vorderbrüggen (2), Streicher (2), Waldmann, Spegele – D.Strodel,  C.Warkus (2), M.Strodel, P.Weigant (2), Westerkamp (2), Braun, Huhn (10), Streit, Kastenmeier (2), Strobel (4), Reiser

 

Bayreuth: Bädermann, M. Müller  – Okonek (4), Kasten (16), Hermann (2), Potac, S.Mayer (2), Zimmer  – F. Müller, Geigenmüller, Masel, Fendt (2), Thielsch (2), Bartosch (2), Juhasz, Zeilmann, Schadt

 

Tore: 1-0 (5) M.Strodel (Braun, Huhn); 2-0 (7) Huhn (Vorderbrüggen); 2-1 (10) Okonek (Herrmann, Juhasz); 2-2 (20) Zeilmann (Bartosch, Okonek); 3-2 (28) 5-4 P.Weigant (D.Strodel, Horneber); 4-2 (5-6) P.Weigant (M.Strodel)



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth, Bayreuth Tigers GmbH