Umformierte Tigers bleiben weiter in der Erfolgsspur

Ein breiter Kader (vier komplette Blöcke mit enormer Qualität) wie nie zuvor in dieser Spielzeit gab Tigersdompteur Waßmiller enorme Variationsmöglichkeiten, die er mit massiven Umstellungen in allen Reihen auch weidlich nutzte. Beide Teams begannen die Partie sehr aggressiv, was bei der Bedeutung, speziell für die Gäste, auch nicht verwunderte. Es gab Chancen auf beiden Seiten, wobei die Oberfranken die deutlich klareren hatten. Mit dem von Thielsch in Überzahl abgefälschten Kasten-Schuss gingen die Gelb-Schwarzen auch völlig verdient in Führung und hatten weitere Möglichkeiten. Die besten hatten der endlich spielberechtigte Altmann bei seinem dynamischen Unterzahlbreak, doch Miesbachs guter Goalie Geratsdorfer hatte etwas dagegen, und Potac, der mit einem Direktschusshammer die Standfestigkeit des Torgestänges prüfte. So blieb es beim knappen 1-0 zur ersten Pause, trotz größerer Vorteile der Hausherren.

Im Mittelabschnitt merkte man den Oberbayern dann noch deutlicher an, dass es für sie fast ein „Alles oder Nichts-Spiel“ war, bei dem sie nun immer mehr in Fahrt kamen. Den Ausgleich von Jann konterte Geigenmüller, der den Torhüter im Slot schön verladen und mit der Rückhand verwandeln konnte, noch einmal, doch in der 29. Minute jubelte der TEV gleich mehrfach kurz hintereinander. Erst wurde ein Treffer wegen hohen Stocks vom Schiedsrichtergespann völlig korrekt nicht gegeben, bevor sie Sekunden später einen vermeintlichen Lattentreffer schon im Tor gesehen hatten, aber erst Deml dann den nächsten Versuch bei 5 gegen 4 endgültig in den Maschen untergebracht hatte. Diese Phase war auch durch sehr viele Unterbrechungen und Strafen des sehr kleinlich pfeifenden Referees gekennzeichnet, womit die Rot-Weißen durch einige Überzahlspiele sogar etwas Oberwasser bekamen. Weitere Pfostentreffer verhinderten dann bei beiden Mannschaften, dass sich am 2-2 Unentschieden vor der Pause noch etwas änderte.

Gleich nach dem letzten Seitenwechsel krönte Torjäger Hlozek sein gelungenes Comeback mit einem satten Schuss zum 3-2 und führte die Wagnerstädter damit wieder auf die Siegerstraße. Als Kasten im Powerplay per Nachschuss und der neben dem guten Torhüter Siekmann zweite Neuzugang Altmann durch sein energisches Nachsetzen nach einem weiteren Torwartabpraller auf 5-2 erhöhten, war die Partie dann zu Gunsten der Hausherren entschieden. Ein „Extra-Schmankerl“ hatten die Tigers dann aber noch für ihre Fans parat. In doppelter Unterzahl (!!!) erkämpfte sich Müller im eigenen Drittel energisch die Scheibe, brach über die Außenposition durch um Thielsch im Zentrum zu bedienen, der diesen 2 gegen 1 Konter mit langem Verzögern total abgezockt zum 6-2 veredelte und die Sitzplatztribüne zu stehenden Ovationen animierte. Das Jann das gleiche eigentliche Powerplay nur Sekunden später noch zum Schlusspunkte nutzte, ging dabei fast unter.

EHC Bayreuth – TEV Miesbach                                6:3       (1-0;1-2;4-1)

 

650 Zuschauer                        Strafen: BT: 28 Min    M: 30 Min       Powerplays: BT: 2/4    M: 2/8

 

Bayreuth: Siekmann, Bädermann  – Okonek, Göldner (2), Kasten, Hermann (2), Potac (4), S.Mayer, Zimmer (2), Franz (4)  – F.Müller (2), Hlozek, Geigenmüller, Altmann (12), Masel, Fendt, Thielsch, Bartosch, Pleger, Juhasz, Zeilmann, Seibel

 

Miesbach: Geratsdorfer, Lachauer – Kirschbauer, Empl, Müller (2), Busch, Förg (12), Stangl, Schlosser (12) – Jann (2), Veicht, Deml, Sterba, Reader, Amann, Schlickenrieder, Baumer, Martindale, Zeller, Albanese

 

Tore: 1-0 (8) 5-4 Thielsch (Kasten, Müller); 1-1 /26) Jann (Reader); 2-1 (28) Geigenmüller (Potac); 2-2 (29) 5-4 Deml (Schlosser, Busch); 3-2 (42) Hlozek (Juhasz, Thielsch); 4-2 (48) 5-4 Kasten (Müller, Hlozek); 5-2 (50) Altmann (Hlozek); 6-2 (56) 3-5 Thielsch (Müller, Kasten); 6-3 (56) 5-3 Jann (Veicht, Baumer)



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth, Bayreuth Tigers GmbH