Nach Stotterstart zunden die Tigers den Turbo

Im Frankenderby fanden die klar favorisierten Gäste nur schwer ins Spiel. Man verpasste es eine ganze Zeit lang dem einfachen, aber relativ aggressiven Spielstil der Alligators seine spielerische Klasse richtig entgegen zu setzen. So war die Führung durch einen von Grau selbst und gut abgeschlossenen 2 gegen 1 Konter, der aus einem glücklich springenden Abpraller entstanden war, nicht einmal völlig unverdient. Aus nicht erkennbaren Gründen wurde der vermeintliche Ausgleich von Kasten (7.) von den anfänglich wenig souveränen Referees nicht anerkannt und so dauerte es bis zur 17. Minute, ehe Bartosch das wichtige 1-1 gelang. Zuvor konnten die Höchstadter auch mehrere Überzahlspiele kaum zu gefährlichen Aktionen nutzen, aber auch die Angriffe der Oberfranken wurden oft schon im Keim durch ungenaue und schlecht verarbeitet Zuspiele erstickt. Das Niveau der Partie war in den ersten 20 Minuten insgesamt sehr überschaubar.

In der ersten Pause schien Trainer Waßmiller die richtigen Worte gefunden zu haben, denn von nun an übernahmen die Wagnerstädter immer mehr die Initiative und drückten dem Spiel ihren Stempel auf. Einen scharfen Querpass von Juhasz nutze der dynamische Altmann dann auch zur Führung, die Bartosch in Überzahl mit schnellem Abschluss und Fendt weiter ausbauen konnten. Damit wurden die ständig steigenden Spielanteile der Gelb-Schwarzen auch an der Anzeigentafel sichtbar und schon da waren die Aischtaler mit dem Ergebnis noch gut bedient. Technisch und speziell auch läuferisch zogen die Festspielstädter nun ganz andere Register als zu Beginn.

 

Noch extremer wurde die Überlegenheit im Schlussabschnitt. Das Spiel lief nun eigentlich nur noch in eine Richtung und Okonek, zweimal Fendt sowie Hlozek und Müller schraubten den Spielstand kontinuierlich nach oben. Auch von einer Auszeit und Torwartwechsel bei den Mittelfranken ließen sich die Gäste nicht mehr groß aufhalten. Ein Klassenunterschied zwischen den beiden Mannschaften war nun einfach nicht mehr zu leugnen, was beide Trainer nach der Partie so auch unumwunden eingestanden. Während Heimtrainer Jun den Bayreuthern attestierte, in allen Spielsituationen auf einem ganz anderen Level zu agieren, kritisierte Waßmiller den erneut etwas schläfrigen Start seiner Truppe. Danach war der Tigersdompteur aber mit Ergebnis und Art und Weise wieder zufrieden. Der nahezu perfekte Start in die Zwischenrunde war am Auftaktwochenende mit 6 Punkten und 17 zu 3 Toren jedenfalls gelungen und lässt für die Zukunft hoffen.

Höchstadter EC – EHC Bayreuth                                1:9       (1-1;0-3;0-5)

 

916 Zuschauer              Strafen: H: 12 Min        BT: 14 Min       Powerplays: H: 0/5       BT: 2/6

 

Höchstadt: Glaser, Feeser (ab 48) – Stütz, Sikorski, D. Goblirsch, Eyrich, Kaczmarek, Weiß, Babinsky (4) – S. Goblirsch, Michalek, Jun (2), Tratz (2), Grau, Hiendlmeyer (2), St. Maier, Stribny (2)

 

Bayreuth: Siekmann, Bädermann  – Okonek, Göldner, Kasten (2), Hermann, Potac (2), S. Mayer (2), Zimmer  – F. Müller (2), Hlozek, Geigenmüller, Altmann (2), Fendt, Thielsch (2), Bartosch (2), Juhasz, Zeilmann, Seibel

 

Tore: 1-0 (6) Grau (St. Maier); 1-1 (17) Bartosch (Fendt, Geigenmüller); 1-2 (26) Altmann (Juhasz, Hlozek); 1-3 (30) 5-4 Bartosch (Fendt, Potac); 1-4 (38) Fendt (Bartosch, Geigenmüller); 1-5 (41) Okonek (Hlozek, Geigenmüller); 1-6 (43) Fendt (Geigenmüller, S. Mayer); 1-7 (47) Hlozek (Göldner); 1-8 (54) 5-4 Fendt (Potac, Geigenmüller); 1-9 (60) Müller



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth, Bayreuth Tigers GmbH