Der Tigerkäfig bebte - EHC Bayreuth gleicht die Finalserie mit einem 5:2 Heimsieg aus

Alles war bereitet für ein Eishockeyfest der Extraklasse vor prächtiger Kulisse und die Tigers setzten vom Bully weg die Marschrichtung von Trainer Waßmiller konsequent um. Mit großem läuferischen und kämpferischen Aufwand setzte man die Gäste aus Sonthofen sofort unter Druck und kam schnell zu ersten Chancen. Zwei Überzahlspiele in den ersten Minuten konnte man ebenso wie einige weitere Chancen nicht nutzen, sodass sich die optische Überlegenheit nicht auf der Anzeigentafel ausdrückte. Ihre Kaltschnäuzigkeit stellten die Bulls dann nach knapp 10 Minuten unter Beweis: Mit dem ersten echten Angriff gelang Friedl nach einem Querpass von Kleinheinz die überraschende Gästeführung. Davon ließ man sich auf Bayreuther Seite aber nicht weiter beeindrucken und suchte weiter die Chance auf das erste Tor. Dies wollte aber bis zur Pause nicht mehr gelingen, auch weil Müller nach 11 Minuten einen Penalty nicht im Gehäuse des starken Zellhuber unterbringen konnte. Insgesamt ließ man in den ersten zwanzig Minuten dieser hochklassigen Partie zu viele Chancen ungenutzt.

 

Im Mitteldrittel setzte sich das Geschehen in ähnlicher Weise fort, doch wieder musste man einen Rückschlag hinnehmen: In der 25. Minute bekam auch Sonthofen einen Penalty zugesprochen, den Ex-DEL-Profi Waginger eiskalt zur 2:0-Führung in die Maschen setzte. Doch ebenso wie die etwa 3.000 Fans auf den Rängen steckten die Tigers auch jetzt nicht auf und so gelang Fendt nach Vorarbeit seiner Reihenkollegen Bartosch und Geigenmüller der hoch verdiente Anschlusstreffer. Wenig später lieferten sich Tiger Okonek und Sonthofens Sill eine handfeste Auseinandersetzung, die der insgesamt souveräne Schiedsrichter für beide Beteiligten mit 2+2 Strafminuten ahndete. Offenbar wurden das Team auf dem Eis, aber auch die Kulisse im Tigerkäfig dadurch noch einmal mehr wachgerüttelt. Angetrieben vom ohrenbetäubenden Publikum bestürmten die Tigers weiter das Gästetor. In der 31. Minute war es Altmann, der nach einem klugen Pass von Zimmer ins gegnerische Drittel eindrang und von der Außenposition den etwas überraschten Zellhuber zum Ausgleich zu überlistete. Trotz weiterer Chancen auf beiden Seiten ging es mit dem Unentschieden zum zweiten Pausentee.

 

Bartosch war es dann zu Beginn des Schlussdrittels vorbehalten, den EHC erstmals in dieser Finalserie in Führung zu bringen - der Puck prallte von seinem Schlittschuh ins Tor - und damit den Druck auf die Gäste noch einmal zu erhöhen.  Diese steigerten zwar ihre Offensivbemühungen, erspielten sich dabei aber nur wenige wirklich gute Chancen. Mitten in diese Drangphase hinein konnte Geigenmüller den knappen Vorsprung auf zwei Tore auszubauen. Sonthofen versuchte nun mit allen Mitteln, noch einmal ins Spiel zurück zu kommen. Angetrieben von den stehenden Ovationen im zum Hexenkessel mutierten Eisstadion wehrten sich die EHC-Spieler gegen die verzweifelten Angriffe der Bulls. Bei einer Strafzeit gegen Müller nahmen die Gäste zusätzlich Goalie Zellhuber vom Eis, um mit 6 gegen 4 noch mehr Druck aufbauen zu können. Doch es sollte anders kommen: Roman Göldner krönte seine starke Leistung an diesem Abend mit dem Empty-Net-Tor zum 5:2.

 

In der anschließenden Pressekonferenz zollte Gästetrainer Waibel dem Sieger den verdienten Respekt, verwies aber auf die offene Serie. Tiger-Coach Waßmiller lobte sein Team und die hervorragende Kulisse: „Meine Jungs haben heute die Vorgaben gut umgesetzt und vor diesem phantastischen Publikum nie nachgelassen. Das war beste Werbung für Eishockey in Bayreuth.“

 

EHC Bayreuth - ERC Sonthofen                                  5:2        (0:1;2:1;3:0)                

 

2.475 Zuschauer           Strafen:  BT: 16 Min     S: 16 Min         Powerplays: BT: 0/4   S: 0/6

 

Bayreuth: Bädermann - Okonek (4), Göldner (2), Kasten, Hermann, Potac (2), S. Mayer (2), Zimmer, Franz - F. Müller (2), Hlozek, Geigenmüller (2), Altmann, Fendt, Thielsch, Bartosch, Pleger, Juhasz (2), Zeilmann, Schadt, Seibel

 

Sonthofen: Zellhuber - Witting, Franz, Schütze, C. Tarrach, Bindl (4), Blaha, Krötz - Kleinheinz, Waginger, Vaitl, Berger, St. Tarrach, Sill (4), Friedl, Adebahr, Snider, Newhook (2), Rabbani, Grimm (2)

 

Tore: 0-1 (10) Friedl (Kleinheinz); 0-2 (25) Waginger (Penalty); 1-2 (28) Fendt (Bartosch, Geigenmüller); 2-2 (31) 4-4 Altmann; 3-2 (42) Bartosch; 4-2 (55) Geigenmüller (Fendt); 5-2 (60) 4-5 Göldner (Empty Net)



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth, Bayreuth Tigers GmbH