EHC Bayreuth legt im Play-off-Halbfinale vor

Vor der stimmungsvollen Kulisse von über 1.500 Besuchern im Bayreuther Kunsteisstadion übernahmen die einheimischen Kufencracks erwartungsgemäß sofort die Initiative. Die Ice Hogs verlegten sich auf strikte Defensivtaktik mit meistens mindestens 4 Spielern tief und nur auf gelegentliche Konter lauernd. Beiden Mannschaften war auch die Nervosität etwas anzumerken, wobei der EHC sich gleich auch einige gute Chancen erspielte, im Abschluss aber meist zu unpräzise zielte und Hamberger im ECP-Gehäuse damit regelrecht warm schoss. Die Spielanteile blieben durchgehend eindeutig zu Gunsten der Oberfranken, doch selbst beste Chancen blieben ungenutzt. Wie es im Sport oft passiert, nutzten die Gäste dann ihre erste richtige Möglichkeit sofort zum 0-1. In Überzahl zog Landstorfer nach gewonnenem Bully aus der Ferne einfach ab und die Scheibe schlug platziert ein. Danach gab es sogar Torszenen im Doppelpack wie in der 14. Minute mit einem Thielsch-Alleingang und 30 Sekunden später noch einmal Müller direkt vor Hamberger, doch irgendwie wollte das Hartgummi noch nicht in die Maschen der Hallertauer. In der 15. Minute war es dann aber soweit: Erneut Thielsch kam im Powerplay frei zum Schuss und diesmal gelang ihm der hoch verdiente Ausgleich. Schon in dieser frühen Phase hatten die Gäste sichtbare Schwierigkeiten mit den läuferischen und technischen Vorteilen der Wagnerstädter, aber zu Treffern reichte das nicht. Potac visierte in einem weiteren 5 gegen 4 nur den Pfosten an und auch Torwart Siekmann hatte bei den wenigen Entlastungsangriffen einige gute Szenen. So blieb es bis zur ersten Pause beim eher schmeichelhaften 1-1 für den nominellen Außenseiter.

Im Mittelabschnitt blieben die Verhältnisse auch weiter unverändert. Leider fand das Schiedsrichtergespann keine Linie in dieser Partie und sorgte mit fragwürdigen Entscheidungen häufig für Kopfschütteln auf beiden Seiten. Zumindest aber gelang dem agilen Bartosch nach einer flüssigen Kombination um das ECP-Tor herum die Führung für seine Farben. Tigerdompteur Waßmiller hatte zuvor mit dem Wechsel von Seibel zu Schadt in der Formation von Müller und Thielsch für einen neuen Impuls gesorgt. Bayreuth blieb weiter am Drücker, ohne seine klaren Pluspunkte entsprechend auf der Anzeigentafel sichtbar machen zu können.

So ging die Strategie von Gästetrainer Feilmeier, die Räume extrem eng zu halten, bis ins Schussdrittel fast auf, weil die Tigers einfach viel zu wenig Zählbares zu Stande brachten. Mit dem von Fendt abgefälschten Powerplayfernschuss von Bartosch zum 3-1 brach der Widerstand der Oberbayern dann aber ein. Die abgefälschte Scheibe am Pfosten des von Siekmann gut gehüteten Tigerstors (47.) war die letzte nennenswerte Offensivszene des ECP und in der Folgezeit schraubten die Gelb-Schwarzen das Resultat dann doch noch in standesgemäße Höhen. Der nachsetzende Zeilmann, Hlozek in Unterzahl und genau eine Sekunde vor Ultimo Mayer mit einem „Strich“ von der blauen Linie sorgten für den verdienten Endstand für das klar bessere Team an diesem Abend.

EHC Bayreuth – EC Pfaffenhofen                               6:1       (1-1;1-0;4-0)

 

1.197 Zuschauer                       Strafen:  BT: 12 Min     P: 22 Min         Powerplays: BT: 2/9     P: 1/6

 

Bayreuth: Siekmann, Bädermann  – Göldner, Kasten, Hermann, Potac, S. Mayer (2), Zimmer, Franz  – F. Müller (4), Hlozek, Geigenmüller, Fendt, Thielsch (2), Bartosch (2), Pleger, Juhasz, Zeilmann, Schadt (2), Seibel

 

Pfaffenhofen: Hamberger, Weiner – Hofbauer (2), Hübl, Schuster, Helmrath (4), Geisberger (2), Landstorfer – Knowles (4), Löwenberger (2), F. Berger, Spindler, T. Berger (4), Vokaty, Babic (2), Feilmeier (2), Weicht, Bauer

 

Tore: 0-1 (12) 5-4 Landstorfer (Knowles, Löwenberger); 1-1 (15) 5-4 Thielsch (Hlozek, Kasten); 2-1 (25) Bartosch (Potac); 3-1 (44) 5-4 Fendt (Bartosch, Potac); 4-1 (47) Zeilmann (Hlozek, Göldner); 5-1 (57) 4-5 Hlozek (Juhasz); 6-1 (60) S. Mayer (Fendt, Geigenmüller)



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth