Erfolg im Strafzeitenfestival

Der EHC Bayreuth hat die Vorbereitungsphase auf die am Freitag startende Saison in der Oberliga Süd mit einem Erfolgserlebnis abgeschlossen. Bei den Black Dragons Erfurt aus der Oberliga Ost gewannen die Tigers gestern mit 7:6 (3:1, 1:3, 3:2).

60 Strafminuten – das lässt auf eine hart geführte Partie schließen. Doch das Gegenteil war der Fall. Checks wurden selten zu Ende gefahren und unfaire Aktionen hatten Seltenheitswert. „Was die Schiedsrichter veranstaltet haben, war wirklich vogelwild“, liefert EHC-Teammanager Dietmar Habnitt die Erklärung für die vielen Strafzeiten. „Die haben auf beiden Seiten jeden kleinsten Körperkontakt abgepfiffen und bestraft.“ Spielfluss konnte so nicht aufkommen – nur selten standen sich je fünf Feldspieler gleichzeitig auf dem Eis gegenüber. So war das Spiel vor allem eine gute Möglichkeit, die Überzahl- und Unterzahlformationen zu testen. Gleich die erste dieser Bewährungsproben misslang aber: Als Dennis Thielsch auf der Strafbank saß, netzte Christian Grosch in der ersten Minute ein. Doch Bayreuth steigerte sich und bestimmte die zweite Hälfte des ersten Drittels. Michal Bartosch, Daniel Sevo und Jari Pietsch schossen eine 3:1-Führung heraus – die Erfurt bis zur 46. Minute in ein 4:3 für sich verwandelte.

„Wir haben in der Defensive einige Fehler gemacht und zu viele Gegentore kassiert, aber insgesamt war ich mit unserer Leistung zufrieden“, sagte Habnitt. „Wir mussten ja auch oft 3 gegen 5 spielen.“ Einen Beleg für die ordentliche Abwehrleistung liefert die Statistik: Von 13 Überzahlspielen konnte Erfurt nur drei zu Treffern nutzen. Dagegen lag die Bayreuther Erfolgsquote bei 50 Prozent. Bei acht Überzahl-Spielen traf der EHC vier Mal. Zudem schlug die Bayreuther Offensive immer im richtigen Moment zu. Nach dem Rückstand drehten die Gäste innerhalb von nur vier Minuten die Partie und führten vorentscheidend mit 7:5, der Erfurter Anschlusstreffer eine Sekunde vor der Schlusssirene kam zu spät.

„Das war eine gelungene Generalprobe“, ordnete Habnitt den 7:6-Erfolg ein. „Auch weil keine neuen Verletzten dazu gekommen sind.“ Bereits vor der Partie musste Denis Hermann absagen. Den Verteidiger plagt eine schmerzhafte Zerrung. Seine Position in der Abwehr nahm Florian Zeilmann ein. Der gelernte Stürmer entwickelt sich nach seinen Auftritten in den vergangenen drei Spielen immer mehr zu einer Alternative für den Defensivverbund.

 

Black Dragons Erfurt: M. Otte – O. Otte, Neumann, C. Grosch, Hofmann, Klein, Sikora, Sergerin, Brink, Löffelholz, Zurek, Belitz, Nickel, Olidis, Manske, Weise, Ulitschka, T. Grosch, Kämmerer, Fischer, Prüfer.

EHC Bayreuth: Sievers – Wolsch, Sevo; Göldner, Mayer; Zeilmann, Kasten – Thielsch, Müller, Juhasz; Bartosch, Kolozvary, Geigenmüller; Holzmann, Pietsch, Altmann; Schadt.

Tore: 1:0 (1.) C. Grosch (Ulitschka – 5 gegen 4), 1:1 (10.) Bartosch (Geigenmüller – 5 gegen 4), 1:2 (14.) Sevo (Müller, Wolsch), 1:3 (19.) Pietsch ( Sevo – 5 gegen 4), 2:3 (28.) O. Otte (Brink, Weise), 2:4 (31.) Geigenmüller (Mayer); 3:4 (33.) Olidis (C. Grosch, Sikora – 5 gegen 3), 4:4 (37.) Otte, 5:4 (46.) Olidis (Sikora), 5:5 (50.) Kolozvary (Göldner – 5 gegen 4), 5:6 (51.) Pietsch (Altmann, Sevo), 5:7 (54.) Juhasz (Thielsch – 5 gegen 4), 6:7 (60.) Nickel (Ulitschka – 5 gegen 4).

Strafminuten: Erfurt 20, Bayreuth 30 + 10 gegen Wolsch.

Zuschauer: 395



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth