18 Sekunden fehlten den Tigers für einen perfekten Start

Nach einer kurzen Abtastphase nahm die Partie fahrt auf und die Gäste wirkten etwas strukturierter, was die Hausherren mit Euphorie und viel läuferischem Aufwand aber mehr als wett machten. Bis auf den verletzten Sievers nahezu in Bestbesetzung nahmen die Oberfranken ihre Oberligapremiere im weiten Rund, wo sich auch etwa 30 Gästefans eingefunden hatten, auf. Potac merkte man seine lange Pause aber noch deutlich an, doch steigerte er sich mit zunehmender Spielzeit immer weiter. Man erspielte sich in der temporeichen Partie eigentlich durchgehend leichte Vorteile an Spielanteilen und auch Torschüssen, doch zählbar war es vorerst nicht. Nicht einmal als Torwart Mathis mit einem weiten, übermotivierten Ausflug ins Spielfeld (12.) sein Gehäuse sogar richtig lange nahezu ungeschützt gelassen hatte, ohne die Scheibe kontrollieren zu können. Bei einigen weiteren Möglichkeiten der Tigers war er aber auf dem Posten. Die klareren Chancen hatten dabei aber sogar die Breisgauer (mehrmals frei vor dem Tor), ohne den guten Bädermann überwinden zu können. Abwehrfehler und immer wieder einmal unnötige Puckverluste der Bayreuther halfen ihnen dabei. So brauchte es ein wahres „Zirkustor“ von Neuzugang Holzmann zur Führung. Hinter dem Tor mit der Scheibe am Schläger suchte er in der 19.Minute eine Anspielstation und als er die nicht fand holte er die ganz große Trickkiste heraus. Mit voller Absicht lupfte er den Puck über die Latte, legte sie sich damit selbst vor und überwand den völlig verdutzten Mathis.

Davon beflügelt behielten die Wagnerstädter das Heft in der Hand, ohne auch gute Torchancen der Freiburger komplett verhindern zu können , aber beide Goalies ließen mit starken Paraden keinen weiteren Treffer zu. Erst als die Südbadener in der Vorwärtsbewegung die Scheibe verloren (31.), zog Thielsch auf und davon und vollstreckte gekonnt mit der Rückhand zum 2-0. Man hätte danach vllt sogar noch bei ein paar anderen Chancen erhöhen können doch vorerst änderte sich nichts mehr an der Anzeigentafel.

Logischerweise machten die Breisgauer wegen des Rückstands im Schlussdrittel etwas mehr auf, hatten auch weiter die eine oder andere Möglichkeit, doch nun gab es die klareren Szenen für die Tigers. Mehrere Konter 2 gegen 1 bzw. 3-2 brachten sie nicht zum entscheidenden 3-0 unter, weil Mathis glänzend aufgelegt war, man manchmal nicht sauber genug zu Ende spielte und Juhasz (52) nur den Pfosten traf. Mit der letzten Option (sechster Feldspieler für Torwart) probierten die Rot-weißen dann noch einmal und tatsächlich traf Appel 18 Sekunden vor Ende zum Anschluss. Bei dieser Szene handelte sich Sevo eine etwas unklare Spieldauerstrafe ein, was den Gästen neben dem sechsten Mann auch noch Powerplay bescherte. Und es kam so wie befürchtet. Freiburg spielte das mit stoischer Ruhe eiskalt aus und Vozar traf 6 Sekunden vor Ende, klasse frei gespielt, locker zum glücklichen Ausgleich. Von diesem Schock erholten sich die Festspielstädter, weiter in Unterzahl, nicht mehr und die Gäste sicherten sich durch Kunz auch noch den nun doch eher unverdienten Zusatzpunkt bei 4-3 in der Verlängerung. Spielerisch und läuferisch, sowie vom Einsatz boten die Tigers eine klasse Partie, nur etwas Cleverness fehlte um sich dafür richtig zu belohnen, doch auf diese 60 Minuten kann man aufbauen.

 

EHC Bayreuth  – EHC Freiburg                                           2:3 n.V. (1-0;1-0;0-0)

 

1255 Zuschauer                      Strafen: BT: 37 Min    F: 6 Min          Powerplays: BT: 0/2    F: 2/7

 

Bayreuth: Bädermann, MaxSchmidt – Wolsch (2), Sevo (25), Göldner (2), Kasten, Hermann, Potac, S.Mayer – F.Müller (2), Holzmann (2), Geigenmüller, Altmann, Pietsch, Kolozvary, Thielsch, Bartosch, Pleger (2), Juhasz, Zeilmann, Schadt

 

Freiburg: Mathis, Hönkhaus – Klante, Vavrusa, Meyer, Brückmann (2), Frank, Peleikis – N.Linsenmaier (2), T.Linsenmaier, Mauch, Kunz, Rießle, Wiecki, Billich, Bauer, Airich, Vozar, Appel, Salzer (2), Saccomani

 

Tore: 1-0 (19) Holzmann (Müller, Wolsch); 2-0 (31) Thielsch (Müller); 2-1 (60) 6-5 Appel (Vavrusa); 2-2 (60) 6-4 Vozar; 2-3 (62) 4-3 Kunz (Vozar, Wiecki)



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth