Desaströses Mitteldrittel beraubte den EHC aller Chancen

Mit einem nahezu perfekten Start stiegen die Oberfranken in diese Partie ein. Nach einem feinen Steilpass von Wolsch zog Holzmann nach 30 Sekunden auf Linksaußen einfach einmal ab und überraschte den Peitinger Goalie zum 0-1 mit seinem gut platzierten Hammer. Daraus entwickelten die Tigers eine eindrucksvolle Dominanz in den ersten gut 12 Minuten, die die Hausherren sichtlich beeindruckte und nur dem glänzend disponierten Hechenrieder war es bei einigen famosen Torchancen zu verdanken dass die Gelb-schwarzen nicht deutlicher in Führung gingen. Mit einer doppelten Überzahl kam der ECP dann besser ins Spiel und trotz aufopferungsvollem Kampf der drei verbliebenen EHC-Defender gelang ihnen durch den schußstarken Velebny dabei der Ausgleich. Bei zwei weiteren Hochkarätern zeigte der Heimgoalie dann noch einmal seine ganze Klasse und rettete seinem Team das schmeichelhafte Remis in die Pause.

Was dann im zweiten Abschnitt passierte gehört zu den immer wieder einmal auftauchenden aber nahezu unerklärbaren Mysterien des Sports. Von einer Sekunde auf die Andere war alles weg, was kurz zuvor noch so prima funktionierte. Das 2-1 kann man durch den Bandenabpraller, den Baindl schon nach wenigen Sekunden verwertete, noch als unglücklich bezeichnen. Eine halbe Minute später schlug es bei erneut 5 gegen 4 ein weiteres Mal hinter Sievers ein und als noch einmal 30 Sekunden später Stauder auf 4-1 stellte, nahm Tigerdompteur Waßmiller seine Auszeit um sein nun völlig den Faden verlierendes Team neu zu justieren. In diesen unglaublichen 80 Sekunden hatte man alles zerstört, was man in den ersten 20 Minuten aufgebaut hatte. Leider hatte Geigenmüller in der Folgezeit bei zwei Riesenchancen (Alleingang hält der Torhüter stark und in Überzahl trifft er nur die Latte) Pech im Abschluss, sonst wäre vielleicht nochmals ein Comeback der Wagnerstädter möglich gewesen. Mit dem 5-1 durch die extrem starke Paradeformation des ECP war das Spiel dann allerdings endgültig entschieden und der auffällige Krabbat setzte mit seinem erfolgreichen Direktschuss bei einer weiteren doppelten Überzahl noch einen drauf. Die Tigers hatten da schon etwas aufgesteckt und leisteten durch einige Frustfouls, den daraus resultierenden Strafen und kaum noch eingehaltener Taktik mit Wechselfehlern usw. indirekt auch etwas Schützenhilfe. Kurz gesagt es waren 20 „schwarze“ Minuten mit fast kollektivem Blackout des kompletten Teams in denen praktisch gar nichts mehr gelingen wollte.

Das Schlussdrittel hatte dann nur mehr „Auslaufcharakter“ beider Teams mit je einem Überzahltor auf beiden Seiten und einem gehaltenen Penalty durch Torwart Sievers, der nach einer sauberen Abwehraktion von Kasten allerdings auch völlig unberechtigt war. Beide Torhüter zeigten auch noch einige Paraden, so dass es beim klaren und verdienten 7-2 Heimsieg der Oberländer blieb. Die Tigers schlugen aus ihrem starken Anfangsdrittel einfach zu wenig Kapital und ab dem zweiten Abschnitt klappte einfach nichts mehr und so bleibt nur sprichwörtlich „abhaken, Mund abwischen und nächste Woche wieder neu angreifen“.

492 Zuschauer                        Strafen: P: 20 Min       BT: 28 Min      Powerplays: P: 5/9      BT: 1/5

 

Peiting: Hechenrieder, Henne – Velebny, Zink, Weyrich (4), Borberg (2) – Wittmann, F.Simon, Fröhlich, Zobel, Guth, Baindl (2), Saal, Fischer, Schweizer, Stauder (12), Krabbat, Magg

 

Bayreuth: Sievers, Mo.Schmidt – Wolsch, Göldner (14), Kasten (2), Hermann, Potac, Mayer (2) – Holzmann, Geigenmüller, Altmann, Pietsch, Kolozvary (2), Thielsch (2), Bartosch, Pleger, Zeilmann, Schadt (2)

 

Tore: 0-1 (1) Holzmann (Wolsch, Pietsch); 1-1 (13) 5-3 Velebny (Krabbat, Baindl); 2-1 (21) 5-4 Baindl (Krabbat, Fröhlich); 3-1 (21) 5-4 Fröhlich (Baindl, Velebny); 4-1 (22) Stauder (Simon, Guth); 5-1 (31) Krabbat (Saal, Baindl); 6-1 (33) 5-3 Krabbat (Fröhlich, Velebny); 7-1 (48) 5-4 Saal (Fröhlich, Baindl); 7-2 (57) 5-3 Bartosch (Kolozvary, Potac)



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth