Überlegene Tigers erobern die "Teufelshöle"

 

Die nicht ganz ausverkaufte Partie entwickelte sich schnell zum erwarteten, typischen Derbyfight. Intensiv, teilweise aggressiv geführt, aber mit nur wenigen spielerischen Highlights. Die dezimierten Hausherren suchten ihr Heil in der Defensive und waren hauptsächlich damit beschäftigt die Räume eng und es für die Wagnerstädter so schwer wie möglich zu machen. Der EHC spielte auch aus einer stabilen Abwehr heraus, der man die Rückkehr von Sevo als robuster und dabei stets fairer Ruhepol anmerkte. Daneben hatten sie aber viel mehr eigene Angriffsaktionen, wobei aber mal wieder im Abschluss die letzte Konsequenz fehlte. Bei den vielen Abprallern von Torwart Engmann vermisste man manchmal das etwas energischere Nachsetzen im Slot und so bedurfte es erneut ein Powerplay als „Dosenöffner“. Die Paradeformation der Oberfranken hatte die Devils schon länger vor dem eigenen Gehäuse eingeschnürt und nach mehreren erfolglosen Versuchen (unter anderem eine klasse Parade von Engmann bei einem Potac-Schuss) traf Kolozvary doch noch per Abstauber zum überfälligen 0-1.

Auch in den zweiten 20 Minuten änderte sich am Spielverlauf nichts. Die Wagnerstädter waren jederzeit Herr der Lage, spielten hinten konsequent und wenn doch einmal etwas durchkam war Torwart Bädermann ein sicherer Rückhalt. Vorne hatte man die eine oder andere, teilweise sogar richtig gute Möglichkeit, doch Tore gelangen ihnen dabei nur einmal. Nach einem perfekten Steilpass von Potac zog Bartosch auf und davon und netzte zum zweiten Mal ein. Auch auf den Rängen hatten die gut 400 Gelb-schwarzen längst das unangefochtene „Stimmungskommando“ übernommen.

Gleiches Bild auch im Schlussabschnitt. Weiden versuchte es immer wieder einmal, blieb aber meist recht früh an der sehr gut organisierten, zweikampfstarken und von Trainer Waßmiller glänzend eingestellten EHC-Abwehr hängen. Auf der Gegenseite sah das oftmals ganz anders aus, doch überbot man sich am „Auslassen“ von Torchancen. Manchmal hatte man Pech aber einige Male ging man auch sehr fahrlässig mit seinen Gelegenheiten um. Trotz der nachlassenden Kräfte der Bayreuther waren die Gastgeber mit ihren limitierten Möglichkeiten kaum in der Lage ihnen richtig gefährlich zu werden. Zu souverän stand man spätestens an der Mittellinie. 90 Sekunden vor Ende dachten viele im Bayreuther Lager an die Entscheidung bei einer starken Szene von Kolozvary doch anscheinend war die Scheibe nicht im Tor, so entschieden zumindest die erfreulich „unauffällig“ leitenden Schiedsrichter. Als der EVW dann als letzte Option seinen Torhüter durch einen sechsten Feldspieler ersetzte, nutzte Wolsch nach einigen vergeblichen Versuchen seiner Kameraden das leere Tor zum hoch verdienten 0-3 Siegtreffer. Klare Vorteile an Spielanteilen und 16-41 Torschüsse für den EHC ließen keinen Zweifel am gerechten Resultat, was beide Trainer in der Pressekonferenz auch so analysierten. Die Tigers haben so nach zuletzt zwei Niederlagen vor dem großen Derby am Freitag in Selb wieder in die Erfolgsspur zurück gefunden. Nun hat man wieder 10 Punkte Vorsprung auf Platz 9, was zwar kein Ruhekissen aber zur „fast“ Saisonmitte eine sehr gute Ausgangsposition für den Aufsteiger ist.

1.EV Weiden – EHC Bayreuth                                            0:3       (0-1;0-1;0-1)

 

2131 Zuschauer                      Strafen: W: 20 Min     BT: 10 Min      Powerplays: W: 0/3     BT: 1/3

 

Weiden: Engmann, Pauloweit – Herbst (12), Domke, Salinger, Willaschek, Frank, Bogner, Schmitt (2) – Schopper, Grassi (4), Schreier, Kirchberger, Bartels, Köbele, Groz, Zellner, Faschingbauer, Pronath, Noe (2)

 

Bayreuth: Bädermann, Sievers – Wolsch, Sevo, Göldner, Kasten, Potac (4), Mayer (4) –  Holzmann, Geigenmüller, Altmann, Pietsch, Kolozvary, Thielsch, Bartosch, Zeilmann, Schadt

 

Tore: 0:1 (17) 5-4 Kolozvary (Bartosch, Geigenmüller); 0:2 (29) Bartosch (Potac, Kolozvary); 0:3 (60) 5-6 Wolsch (Thielsch, Pietsch)



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth