Vermeidbare Niederlage im Derby gegen die Blue Devils

 

twa zehn Minuten brauchten die Bayreuther Kufencracks um ins Spiel zu finden. Zu diesem Zeitpunkt stand es auch schon 2:0 für die Gastgeber. Weiden kam mit Power, Kampfkraft vom ersten Bully weg und mit laufintensiven Spiel besser in die Partie. In der fünften Spielminute gingen die Devils, bei einem 4:3 Powerplay mit entsprechend viel Platz auf dem Eis, durch einen satten Schuss von der blauen Linie durch Herbst in Führung. Nur vier Minuten später brachen Grassi und Andasovsky durch. Ziemlich unbehindert konnten sich die beiden stärksten Weidener die Scheibe hin und her zuspielen und ließen Bädermann keine Chance. Zur Verwunderung der ca. 400 mitgereisten Fans aus Bayreuth stand es 2:0 – doch ab jetzt besannen sich die Mannen von Sergej Waßmiller auf das, was sie über die Saison auszeichnete. Kampf, schnelle Kombinationen und Laufbereitschaft.  Einen Pass in den Slot von Kolozvary versuchte Geigenmüller ins Tor zu lenken, Huber konnte noch abwehren. Als der Bayreuther Torjäger nur Sekunden später wieder an die Scheibe kam und aus kurzer Distanz abzog, war der Torsteher der Gastgeber machtlos. Bis zur ersten Pause kamen die Tigers dann noch zu zahlreichen Möglichkeiten. Kasten (11. Min.), Müller (16.), Wolsch (17.) an die Latte, Potac (18.) mit sattem Schuss und Holzmann (19.) mit zwei Möglichkeiten kurz nacheinander hätten den Ausgleich, wenn nicht sogar die Führung erzielen können. Allerdings musste Bädermann nur Sekunden vor der Drittelpause sein ganzes Können aufbieten, um den allein auf ihn zulaufenden Andraskovsky am Torschuss zu hindern.

Auch im zweiten Spielabschnitt waren es vorerst die Tigers, die das Spiel bestimmten. In der 22. Minuten hielt Kasten einfach mal drauf. Geigenmüller brachte den Schläger an die Scheibe und recht kurios trudelte der Puck über den verdutzten Huber ins Tor zum 2:2 Ausgleich. In der Folge spielten nur die Tigers. Es dauerte bis zur 28. Spielminute, bis das erste Mal ein Blue Devil auf das Tor der Bayreuther schoss. Den harmlosen Schuss von Waldowsky parierte Bädermann noch problemlos. Kurz darauf war dieser dann aber machtlos. Andrasovsky war durch und lies sich auch von einem Bayreuther Abwehrspieler nicht mehr aufhalten. Der  verdeckte Schuss schlug flach ins Tor von Bädermann ein. Erneut gerieten die Tigers in Rückstand und erneut – zum dritten Mal an diesem Abend – war es Geigenmüller, der nach einem schönen Querpass von Kolozvary, aus spitzem Winkel, den Ausgleich (36.) herstellen musste.

Gleich zu Beginn des dritten Spielabschnitts gerieten die Tigers in doppelte Unterzahl. Und Pronath nutzte diese Gelegenheit, als er im Slot an die Scheibe kam und diese über die Torlinie stochern konnte. Wieder einmal liefen die Tigers einem Rückstand nach. In Minute 48 schickte Geigemüller dann Potac auf die Reise und dieser nahm das Angebot an, zog von halbrechts ins Angriffsdrittel und überwand Huber mit einem platzierten Schuss in die linke obere Torecke. Nach diesem erneuten Ausgleich waren es wieder die Tigers, die das Spiel in die Hand nahmen und mehrfach Torchancen kreierten. In der 52. Spielminute schnürten die Gelb-Schwarzen die Gastgeber für fast eine Minute regelrecht in deren eigenen Drittel ein und spielten wie im Powerplay – jedoch ohne den entscheidenden, freien Mann zu finden. Und so kam es drei Minuten später, wieder in Unterzahl, zum nächsten Gegentreffer. Domke nahm sich von der blauen Linie ein Herz und schoss an Freund und Feind vorbei das „gamewinning goal“.

Über das gesamte Spiel betrachtet, sicher eine vermeidbare, wenn auch nicht „unverdiente“ Niederlage. Die Gastgeber kämpften, wie nach Aussage eines Funktionärs, wie selten in dieser Saison und besannen sich auf „einfaches Hockey“. Auch durch Nachlässigkeiten der Tigersmannschaft kamen sie ein ums andere Mal zu guten Möglichkeiten. Alleine Köbele hätte, als er zwei Mal völlig frei vor Bädermann auftauchte, den Sack schon viel früher zumachen können.

Unisono bemerkten beide Trainer in der Pressekonferenz, dass wohl die Mannschaft, die den Sieg an diesem Abend mehr wollte, die drei Punkte auf ihr Habenkonto gebracht hat.

 

Tore: 1:0 (5.) Herbst (4 gegen 3), 2:0 (9.) Grassi, 2:1 (10.) Geigenmüller, 2:2 (22.) Geigenmüller, 3:2 (30.) Andrasovsky, 3:3 (36.) Geigenmüller, 4:3 (43.) Pronath (5 gegen 3), 4:4 (48.) Potac, 5:4 (55.) Domke (5 gegen 4).

Strafen: Weiden 16, Bayreuth 14

Zuschauer: 1716



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth