Tigers schicken Klostersee in den "plötzlichen Tod"

EHC Bayreuth  – EHC Klostersee                                       4:3 n.V. (1-1;1-2;1-0)

1735 Zuschauer                      Strafen: BT: 10 Min    K: 14 Min        Powerplays: BT: 0/7    K: 1/5

Bayreuth: Bädermann, Sievers – Sevo (2), Wolsch, Göldner (2), Hermann, Kasten, Potac (2) – Holzmann, Geigenmüller, Altmann, Pietsch, Kolozvary, Thielsch, Bartosch (2), Juhasz (2), Zeilmann, Schadt, Tilla

Klostersee: Morczinietz, Berger – N.Quinlan, S.Senger, C.Hummer, Vollmayer, Unverzagt, D.Quinlan (2), N.Senger – Kablau, Merz, Hördt (2), Glombitza, Gvora (2), Acker (4), Warda, T.Hummer (2), Käfer (2), Möhle

Tore: 0:1 (7) Merz (Warda); 1:1 (7) Bartosch (Kolozvary, Geigenmüller); 1:2 (25) 5-4 Möhle (Acker); 1:3 (31) 4-5 Kaefer; 2:3 (34) Geigenmüller (Thielsch, Wolsch); 3:3 (43) Juhasz (Penalty); 4:3 (63) Thielsch (Juhasz, Kasten)

Spiel 3 der Serie gegen Klostersee startete im gut gefüllten und stimmungsvollen Tigerkäfig diesmal unspektakulärer als zuletzt mit einer längeren Abtastphase. Die Gäste agierten bekannt aggressiv in den Zweikämpfen und verlegten sich aufs Kontern, während die Tigers den Spielfaden suchten, aber die rechten Mittel dazu noch nicht fanden. Als dann Merz nach einem Fangfehler Bädermanns von seinen Kollegen angespielt wurde und per Rückhand traf, lag man wie schon fast obligatorisch im Rückstand. Aber erneut ließ die Antwort nicht lange auf sich warten. Praktisch im direkten Gegenzug setzte Kolozvary zum Gegenschlag an, bediente Bartosch und der traf zum Ausgleich. In der Folgezeit neutralisierten sich beide Teams mehr oder weniger. Bayreuth hatte etwas mehr Spielanteile und die Rot-weißen blieben mit einzelnen Kontern gefährlich. Eine große Portion Glück brauchten die Grafinger dann noch 30 Sekunden vor der ersten Pause als Potac nur den Pfosten anvisierte.

Im Mittelabschnitt blieben die Verhältnisse relativ ausgeglichen und Klostersee wirkte vor allem in den Zweikämpfen etwas energischer, was die spielerischen Vorteile der Hausherren kompensierte. Ein Strafzeitengeschenk vom Schiedsrichter nutzten sie dann zur Führung. Und wieder war das energische Nachsetzen entscheidend, denn den dritten Nachschuss (!!!) von Möhle konnte Bädermann nicht mehr parieren. Damit kippte die Waage leicht zu Gunsten der Oberbayern und mit dem Unterzahltreffer vom starken Kaefer, der einen schnellen Gegenzug 2 gegen 1 alleine verwandelte, wurde das Unheil noch etwas größer. Volle zwei Minuten doppeltes Powerplay gab den Tigers dann die Chance zum Comeback, doch trotz einiger sehr guter Szenen fehlte das letzte Quäntchen und erst als beide Teams wieder komplett waren, schaffte Torjäger Geigenmüller mit einem trockenen Schuss den Anschlusstreffer. Davon beflügelt erhöhten die Oberfranken wieder etwas die Schlagzahl, hatten jedoch noch einmal Pech bei einem Alu-Treffer von Altmann und so blieb es nach 40 Minuten beim knappen 2-3 für die Gäste.

Die Intensität der Partie wuchs im Schlussdrittel immer weiter zu einem echten Play-off-Kampf an, dem das Unparteiischentrio nur noch bedingt folgen konnte. Mit einigen Strafen und besonders auch Abseits- und Icing-entscheidungen standen sie immer wieder auf Kriegsfuss. Richtig hingeschaut hatten sie aber bei einer starken Einzelaktion von Juhasz, wo ihm von seinem Gegenspieler die Füße weg gezogen wurden und entschieden auf Penalty, den der Deutschkanadier dann klasse zum 3-3 verwandelte. In der Folgezeit ging es hin und her mit guten Chancen auf beiden Seiten, doch der finale „Punch“ gelang keinem und so ging man in die Verlängerung mit sudden death Entscheidung.

Dort dauerte es dann nur gute 2 Minuten bis Thielsch in seiner typischen Art ins Drittel zog, seinen Gegenspieler mit Körpertäuschung düpierte und mit seinem Schuss aus dem Zentrum den guten Goalie Morczinietz bezwang. Der Jubel kannte keine Grenzen im schon vorher phasenweise zum Hexenkessel mutierten Tigerkäfig bei diesem Siegtreffer. Die 3-0 Führung der Wagnerstädter in dieser engen Serie eröffnet ihnen nun mehrere „Matchbälle“ und erfüllte Tigerdompteur Waßmiller wieder mit Stolz auf sein Team, das auch diese Nervenprobe wieder mit Bravour meisterte.



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth