EHC Bayreuth fehlte diesmal der letzte Biss

EHC Bayreuth  – EHC Klostersee                                       2:3       (1-1;0-2;1-0)

1731 Zuschauer                      Strafen: BT: 4 Min      K: 10 Min                   Powerplays: BT: 1/5    K: 0/2

Bayreuth: Bädermann, Sievers – Sevo, Wolsch, Göldner, Hermann, Kasten, Potac (2), Mayer – Geigenmüller, Altmann, Pietsch, Kolozvary, Thielsch, Bartosch , Juhasz, Zeilmann, Schadt, Tilla (2)

Klostersee: Morczinietz, Berger – N.Quinlan, S.Senger, C.Hummer (2), Vollmayer, Unverzagt, D.Quinlan (2), N.Senger – Kablau, Merz, Hördt, Gvora (2), Glombitza, Acker (2), Warda, T.Hummer, Käfer (2), Möhle

Tore: 0:1 (3) N.Quinlan (Hördt, T.Hummer); 1:1 (16) Geigenmüller (Kolozvary, Bartosch); 1:2 (33) Kaefer (Vollmayer, N.Senger); 1:3 (39) Warda (Merz, D.Quinlan); 2:3 (60) 6-4 Bartosch (Thielsch, Potac)

Den besseren Start in Spiel 5 dieser intensiven Serie hatten eindeutig die Gäste, denen die Anreise kaum anzumerken war und die stattdessen laufstark die Initiative übernahmen. Sie ließen sich auch von der stimmungsvollen Kulisse im Tigerkäfig nicht beeindrucken und gingen wie schon in den anderen Auswärtsspielen zuvor in Führung, auch wenn das 0-1 durch einen kapitalen Abspielfehler der Hausherren in der eigenen Zone stark begünstigt wurde. Verteidiger Quinlan ließ sich dann nicht zweimal bitten und netzte fast unbedrängt aus dem Zentrum ein. Auffällig war dabei dass die Oberfranken beim Körperspiel immer wieder die Zügel zu sehr schleifen ließen, was den Gästen erst richtig in die Karten spielte. Nach einer „Verdauungsphase“ schwammen sich die Tigers dann langsam frei und kamen zu eigenen Chancen. Es dauerte aber bis zur 16. Minute bis die Paradelinie mit einer schnellen Traumkombination Geigenmüller frei spielte und der heftig bedrängt zum verdienten Ausgleich traf.

Im Mittelabschnitt versuchten die Wagnerstädter das Forechecking zu verstärken und attackierten die Rot-weißen auch früher. Dadurch störte man ihren Spielaufbau doch empfindlich und man kam zu einigen Scheibengewinnen, ohne jedoch zählbares Kapital daraus schlagen zu können. Einige gute Torchancen ließ man fahrlässig aus oder Torwart Morczinietz parierte brilliant. Man konnte auch 40 Sekunden doppelte Überzahl nicht nutzen, weil man die Scheibe etwas zu langsam oder ungenau bewegte und dadurch kein Spieler richtig frei zum Schuss kam. Die Gegenangriffe der Gäste wurden zwar in dieser Phase sehr rar, doch mit einem dieser wenigen Konter gingen die Grafinger dann in Führung. Vollmayer spielte einen feinen Steilpass auf den durchgebrochenen Kaefer, der Bädermann mit einem klasse „move“ keine Chance ließ. Dadurch noch weiter im Aufwind zog man dem etwas konsternierten Tiger förmlich den Zahn und Warda erhöhte kurz vor der zweiten Pause auf 1-3. Trotz Vollversammlung vor Bädermann fand er bei einer unübersichtlichen Szene die Lücke und traf per Nachschuss.

Im Schlussdrittel versuchten die Bayreuther nochmals richtig Zugriff auf das Spiel zu bekommen, doch die Gäste agierten stabil und clever in der Defensive und ließen so kaum zwingende Szenen zu. Oft schon sehr früh fingen sie damit die Angriffe der Heimmannschaft ab. Tigerdompteur Waßmiller gab mit dem Wechsel zu Zeilmann und Göldner auch noch personelle Impulse von der Bank, doch fiel den Einheimischen vorerst nichts wirklich „Zündendes“ ein. Dazu kam auch noch Pech, als Sevo in Unterzahl einen Schuss aus der eigenen Zone losließ, den sich Morczinietz selbst an den Pfosten lenkte. Die richtig guten Torchancen blieben weiterhin Mangelware und auch alle Aufmunterungsversuche von den Rängen verpufften im Dickicht der konsequenten Klosterseer Abwehr. Mit sechstem Feldspieler und ohne Torwart zogen die Gelb-schwarzen ihre letzte Option und in Überzahl gelang ihnen tatsächlich noch der zweite Treffer des Tages. Nach einem der vielen Abpraller vom Gästegoalie, die durch die unangenehme Arbeit im „Slot“ noch öfters genutzt werden müsste, traf Bartosch per Nachschuss. Die verbleibenden 18 Sekunden reichten dann aber nicht mehr und die Grafinger feierten nicht unverdient einen knappen Auswärtssieg. Sie wirkten durch das ganze Spiel diesmal etwas agiler und bissiger, woran der Hebel bei den Oberfranken anzusetzen ist. Mit der Rückkehr zu diesen Tugenden als kampfstarkes Team aufzutreten, ist der Halbfinaleinzug nach wie vor möglich, was Waßmiller auch genauso in der Pressekonferenz anmahnte.



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth