Tigers mit Herz und Leidenschaft verlieren knapp in Selb

VER Selb – EHC Bayreuth                                                  4:3       (1-0;2-3;1-0)

3429 Zuschauer                          Strafen: S: 6 Min     BT: 12 Min      Powerplays: S: 0/5      BT: 0/2

Selb: Suvelo, Kümpel – Meier, Schütt, R.Schneider, Nägele, T.Schneider, Nägele, Roos, Schadewaldt, Martell (4) – Piwowarczyk, Hördler, Schiener, Mudryk (2), Heilman, Fiedler, Geisberger, Hendrikson, Moosberger, Warkus, Neumann

Bayreuth: Bädermann, Sievers – Wolsch, Sevo, Göldner (6), Kasten (2), Hermann, Potac, Mayer (2) – Holzmann, Geigenmüller, Pietsch, Kolozvary, Thielsch, Bartosch, Zeilmann, Schadt (2), Tilla

Tore: 1:0 (6) Fiedler (Hördler, Moosberger); 1:1 (23) Pietsch (Thielsch, Bartosch); 1:2 (26) Kolozvary (Geigenmüller, Bartosch); 2:2 (32) Schiener (Heilman, Suvelo); 3:2 (34) 4-5 Piwowarczyk; 3:3 (38) Holzmann; 4:3 (54) Fiedler (Moosberger, Hördler)

Play-off Halbfinale und großes Oberfrankenderby – mehr geht kaum, auch wenn das Vorwerk nicht ganz ausverkauft war, herrschte über die ganze Partie Riesenstimmung in beiden Fanblöcken.

Das Spiel tat sich aber zu Beginn relativ schwer und lebte lange Zeit mehr von der Spannung und dem Derbycharakter. Intensiv war es, aber spielerische Höhepunkte gab es vorerst nur selten und wenn dann hatten die Gäste erste Szenen, die man aber nicht nutzen konnte. Mit seinem ersten Torschuss !! gelang dem VER dann aber die Führung, schwer begünstigt durch einen kapitalen Fehlpass im eigenen Drittel traf Fiedler mit der Rückhand zum da völlig überraschenden 1-0. Nach 15. Minuten musste bei den durch die Ausfälle von Juhasz und Altmann eh schon dezimierten Wagnerstädtern auch noch Torwart Bädermann verletzt passen und Sievers übernahm seinen Posten im Spiel, das viel von Zweikämpfen geprägt war.

Ab dem Mittelabschnitt legte die Begegnung dann aber rasant an Fahrt zu und es entwickelte sich ein toller Schlagabtausch auf dem Eis und auf den friedlichen, stimmungsvollen Rängen, der beste Werbung fürs oberfränkische Eishockey war. Nach einer klasse Vorarbeit hinter dem Tor verwandelte Pietsch dann auch ziemlich bald in einer unübersichtlichen Szene vor dem Tor zum Ausgleich und zog das „Momentum“ auf die Seite des EHC. 3 Minuten später fuhr die Paradelinie der Tigers einen schnellen Gegenzug 3 gegen 2, spielte den emsigen Kolozvary frei und der „tunnelte“ mit seinem Flachschuss Suvelo zum 1-2 durch die Beine. Davon mussten sich die Selber erst einige Minuten erholen, in denen Bayreuth klar Herr im Haus war und kamen erst durch Schieners Direktschuss zum Ausgleich, der auch etwas vom Schiedsrichter begünstigt wurde. Nicht jeder lässt bei Heilmans Vorarbeit ungeahndet wenn ein Spieler mehrere Meter mit dem Puck in der Hand durch die Gegend fährt ? Der Rest war dann aber auch stark gespielt. Komplett gedreht wurde die Partie im Bayreuther Powerplay, das sprichwörtlich nach hinten losging. Piwowarczyk „klaute“ beim Forechecking die Scheibe im Tigersaufbau, war stabiler im Zweikampf und brachte den Puck tatsächlich noch irgendwie unter dem liegenden Sievers ins Netz. Dadurch kamen die Wölfe wieder auf und Sievers musste einige brenzlige Situationen entschärfen. Nochmals zurück geschlagen hat dann Holzmann für die Gäste, allerdings mit tätiger Mithilfe von Torwart Suvelo, der sich seinen eher harmlosen Schuss von der rechte Grundlinienecke quasi selbst ins Tor bugsierte.

Durch das Unentschieden und die immer weniger werdende Spielzeit stieg die Spannung immer weiter. Beide Mannschaften versuchten Fehler zu vermeiden und bearbeiteten sich intensiv. Einzelne Torchancen wurde „Beute“ der Goalies und so blieb das Spiel lange Zeit ausgeglichen.

Als Fiedler nach gewonnenen Zweikämpfen hinter dem Tor im Slot angespielt wurde, traf er ins kurze Eck und brachte seine Farben dann doch in Front. Die gelb-schwarzen versuchten danach noch einmal alles, nahmen auch ihren Torwart für einen sechsten Feldspieler vom Eis, doch ließen die abgezockten Wölfe-Spieler nicht mehr viel zu und sicherten sich den knappen Sieg zur 1-0 Serienführung gegen allerdings nie aufsteckende und bravourös fightende Tigers.



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth