Tiger gehen mit hoch erhobenem Haupt in die Sommerpause

VER Selb – EHC Bayreuth                                                  5:3       (2-2;1-0;2-1)

3172 Zuschauer                          Strafen: S: 10 Min   BT: 6 Min        Powerplays: S: 0/2      BT: 0/4

Selb: Suvelo, Kümpel – Meier (2), Schütt, R.Schneider, T.Schneider, Nägele, Roos, Schadewaldt (2), Martell – Piwowarczyk (2), Hördler, Schiener (2), Mudryk, Heilman (2), Fiedler, Geisberger, Hendrikson, Moosberger, Warkus, Neumann

Bayreuth: Sievers, Ma.Schmidt – Wolsch, Sevo (2), Kasten, Hermann, Potac, Mayer – Holzmann, Geigenmüller, Pietsch, Kolozvary, Thielsch, Bartosch, Juhasz, Zeilmann (4), Schadt, Tilla

Tore: 0:1 (4) 6-5 Geigenmüller (Bartosch, Potac); 1:1 (14) Fiedler (Hördler, Moosberger); 2:1 (19) Piwowarczyk (Mudryk, Schadewaldt); 2:2 (20) Bartosch (Wolsch, Thielsch); 3:2 (32) Piwowarczyk (Mudryk, Martell); 4:2 (46) Geisberger (Piwowarczyk, Mudryk); 4:3 (54) Geigenmüller (Bartosch, Kolozvary); 5:3 (60) 5-6 Piwowarczyk (Geisberger)

 

Wieder alles gegeben und dem großen Favoriten ein großes Spiel geliefert und einen immensen Anteil an einem weiteren Eishockeyfest im stimmungsvollen Wolfsbau verbucht, aber am Ende hat es für den EHC nicht ganz gereicht, wäre eine passende Kurzzusammenfassung des gestrigen Abends !

In Spiel drei der Halbfinalserie hatten die Wagnerstädter wieder den besseren Start und gingen nach einer kurzen Abtastphase und ersten ungenutzten Chancen durch einen feinen Schuss von Torjäger Geigenmüller bei angezeigter Strafe gegen Selb auch völlig verdient in Führung. Bayreuth erspielte sich etwas mehr Anteile, hatte weitere Chancen, fand jedoch keinen Weg vorbei am starken Suvelo und der Meister der Oberliga Süd hatte mit einzelnen Kontern seine gefährlichen Aktionen, bei denen Sievers mehrmals prächtig parierte. Durch ein Gestochere in einer unübersichtlichen Situation vor dem guten Sievers gelang dann Fiedler erst der Ausgleich und auch beim 2-1 von Piwowarczyk war das energische Nachsetzen vom giftigen Mudryk letztendlich der Schlüssel zum Torerfolg. Unbändiger Wille von Michal Bartosch, der seine überragenden läuferischen Fähigkeiten zu einem klasse „move“ vors Tor nutzte, brachten aber noch das 2-2 und den gerechten Pausenstand in einer mitreißenden Partie.

Auch im Mittelabschnitt hatten zuerst die Gäste den Spielfaden in der Hand, doch selbst beste Chancen konnte man wieder einmal nicht verwerten und bei Kolozvarys Überzahlhammer an den Pfosten kam auch noch eine Portion Pech dazu. Auf der Gegenseite wiederholten sich dann auch wieder die Bilder und Piwowarczyk war der Nutznießer einer weiteren unübersichtlichen Szene in einem Spielerknäuel direkt vor Sievers. Den Slot, der gefährliche Raum direkt und zentral vor den Toren, dominierte auf beiden Seiten der Eisfläche überdeutlich der VER, was vermutlich sogar der entscheidende Faktor dieser Begegnung, oder sogar der ganzen Serie war. Offensiv und defensiv beherrschte man diese wichtige Zone mit kompromissloser Arbeit und erzielte damit viele eigene Treffer während man hinten dort wenig bis nichts zuließ.

Für die letzten 20 Minuten mobilisierte der EHC dann nochmals alle verbliebenen Kräfte und hatte auch noch seine Möglichkeiten, doch mit der erfolgreichen Einzelaktion von Geisberger zum 4-2, der sich alleine gegen mehrere Verteidiger und den Goalie durchsetzen konnte, schien eine Vorentscheidung gefallen zu sein. Doch die aufopferungsvoll kämpfenden Tigers wollten sich immer noch nicht geschlagen geben und die Paradelinie zauberte noch eine blitzschnelle, herrliche Passfolge aufs glatte Parkett und Torjäger Geigenmüller wurde seinem Ruf nochmals gerecht und netzte trocken zum erneuten Anschluss ein. Spätestens jetzt explodierte die vorher schon grandiose Stimmung im gut gefüllten Oval förmlich. Beide Fanlager peitschten ihre Mannschaft lautstark nach Vorne und mit dem letzten Mittel, ohne Torwart, versuchte man bei den Gästen nochmals alles. Getroffen hat dabei aber nur noch Piwowarczyk ins leere Tor zum 5-3 und Gewinn dieser intensiven Serie. Beste Werbung fürs oberfränkische Eishockey hatten beide Teams ihren Zuschauern geboten, die dass mit grandioser Atmosphäre honorierten und noch weit nach Schlusspfiff fast ohrenbetäubend ihre Teams feierten. Auch die Trainer beglückwünschten sich nach der Partie gegenseitig in der Pressekonferenz fair zu einer grandiosen Serie zwischen dem Topfavoriten und heißen Aufstiegsanwärter und einem bravourös fightenden und spielenden Aufsteiger, der letztendlich an der Effektivität des VER mit ihrem starken Torwart knapp scheiterte.



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth