10 schwarze Minuten kosten den Tigers alle Möglichkeiten

Deggendorfer SC – EHC Bayreuth 4:3 (0-2;4-0;0-1)

 

663 Zuschauer Strafen: D: 4 Min BT: 14 Min Powerplays: D: 0/2 BT: 0/2

 

Deggendorf: Agricola, Zawatzky – Benda, Schwarz, Wolfgramm, Platonov, Wiederer, Frank (2), Fatyka – Whitecotton, Litesov, Calovi, Gulda (2), Stern, Beck, J.Franz, Radlsbeck, Möhle, Ortolf

 

Bayreuth: Wiedemann, Sievers – Wolsch, Sevo, Hermann, P.Franz, Potac, Geiseler – Marsall, Müller, Geigenmüller (2), Altmann, Kolozvary, Thielsch, Bartosch, Pleger, Juhasz, Dam, Theoret (12)

 

Tore: 0:1 (5) Geigenmüller; 0:2 (8) Sevo (Juhasz); 1:2 (26) Frank (Litesov, Ortolf); 2:2 (29) Gulda (Whitecotton, Fatyka); 3:2 (32) Litesov (Ortolf, Schwarz); 4:2 (36) Möhle (Beck, Fatyka); 4:3 (46) Geiseler (Juhasz, Müller)

 

Bei dieser Partie an der Trat übernahmen die Wagnerstädter nach einer kurzen ausgeglichenen Startphase deutlich die Spielkontrolle. Spielerisch zu diesem Zeitpunkt klar besser nutzte man auch gleich seine ersten großen Chancen. Geigenmüller nahm seinem stolpernden Gegenspieler die Scheibe ab, steuerte zentral aufs Tor zu und traf in altbekanntem Torjägerstil mit der Rückhand. Nur 3 Minuten später fasste sich Verteidiger Sevo ein Herz, marschierte unwiderstehlich über die linke Außenbahn an zwei Gegnern vorbei, zog in die Mitte und tunnelte den Goalie zum frühen 0-2. In der Folgezeit hatte man alles unter Kontrolle, verpasste es aber bei weiteren guten Szenen vielleicht noch einmal nachzulegen.

Im Mittelabschnitt änderte sich an den Verhältnissen erst einmal nichts, auch wenn man bei den Tigers da schon etwas die vorherige Zielstrebigkeit und Konsequenz in der Abwehr vermisste, bis der Deggendorfer Frank wie aus dem Nichts von der blauen Linie abzog und mit seinem Glücksschuss (26.) genau in den Winkel traf. Förderlizenztorwart Wiedemann beim EHC hatte dabei keine Sicht und war machtlos. Davon etwas aufgeweckt setzten die Hausherren nach und die Bayreuther leisteten durch einige grobe individuelle Fehler kapitale Schützenhilfe. Krasse Stockfehler bei der Scheibenkontrolle oder im Spielaufbau nutzte der DSC zu schnellen Gegenzügen und Torabschlüssen. Resultat waren drei weitere Gegentreffer durch Gulda, Litesov und Möhle, die alle nach dem gleichen Muster fielen. Ausnutzen der nun erstaunlichen Schwächen des Gegners, in dem man zielstrebig und schnörkellos zum Schuss kommt. 10 katastrophale Minuten, in denen nahezu gar nichts klappte, hatten aus einem völlig souveränen 0-2 ein 4-2 gemacht und einen fast schon erstarrten Gegner wieder zum Leben erweckt.

Davon mussten sich die Gelb-schwarzen erst einige Zeit erholen, aber zum Schlussabschnitt raffte man sich mit einigen Umstellungen wieder auf. Waßmiller stellte auf 5 rotierende Verteidiger um, ließ den etwas indisponiert wirkenden Franz draußen und beorderte Dam an die Stelle von Altmann in den Angriff. Das EHC-Gebilde wirke nun wieder stabiler und man machte sich an die Aufholjagd. Immer weiter drängte man die Niederbayern in die Defensive und erspielte sich auch wieder mehr und mehr Torchancen. Weitere Nahrung gab der Anschlusstreffer vom starken Förderlizenzverteidiger Geiseler der fast in Mittelstürmermanier einen Pass von hinter dem Tor mit der Rückhand oben ins Eck verwandelte. Der Druck der Oberfranken erhöhte sich weiter und Deggendorf war bei sehr vereinzelten Gegenzügen fast nur noch mit Zerstörung der EHC-Angriffe beschäftigt. Die immer besser werden Torchancen der Tigers konnten aber mal wieder nicht genutzt werden. Als knapp 2 Minuten vor Ende der fairen Partie noch eine Strafe gegen den DSC ausgesprochen wurde, nahm, Waßmiller seine Auszeit, den Torwart für einen sechsten Feldspieler vom Eis und riskierte nochmals alles. Mehrere Distanzschüsse aus guten Situationen und auch gefährliche Versuche aus kürzerer Entfernung waren noch dabei, aber der starke Agricola ließ mit gleich mehreren Prachtparaden den vielleicht nicht einmal unverdienten Ausgleich nicht mehr zu.

Der Gästecoach erklärte nach dem Spiel in der Pressekonferenz, dass man in dieser guten und ausgeglichenen Oberliga komplette 60 Minuten bereit sein muss, und das war man diesmal nicht durchgehend. „Das sollte uns eine Lehre sein“.

 

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Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth, Bayreuth Tigers GmbH