Tigers fanden gegen Deggendorf kein Mittel

Deggendorfer SC – EHC Bayreuth 5:2 (2-0;2-1;1-1)

 

1 077 Zuschauer Strafen: D: 8 Min BT: 12 Min Powerplays: D: 1/6 BT: 0/4

 

Deggendorf: Agricola, Resch – Benda, Schwarz, Wolfgramm, Platonov, Wiederer, Frank, Fatyka, Rehthaler – Whitecotton, Litesov, Maier, Retzer, Gulda (2), Stern, Beck, J.Franz, Radlsbeck (2), Möhle (2), Ortolf (2)

 

Bayreuth: Bädermann, Köhler – Wolsch, Sevo, Kasten, P.Franz, Potac, Mayer – Marsall, Geigenmüller, Pietsch, Kolozvary (2), Thielsch, Bartosch (4), Kuhn (2), Warda (2), Juhasz, Dam, Kouba (2), Feuerpfeil

 

Tore: 1:0 (9) Gulda (Maier, Möhle); 2:0 (19) Benda 5-3 (Fatyka, Whitecotton); 2:1 (22) Geigenmüller (Bartosch, Kolozvary); 3:1 (37) Radlsbeck; 4:1 (37) Litesov (Whitecotton, Ortolf); 4:2 (53) Marsall (Thielsch, Wolsch); 5:2 (60) 6-5 Ortolf

 

Die Tigers reisten etwas dezimiert zum schweren Auswärtsspiel nach Deggendorf. Stürmer Müller musste krankheitsbedingt pausieren und auch Verteidiger Hermann fehlte. Im Tor für den erkrankten Sievers stand Junioren Keeper Köhler als Backup bereit.

In der Anfangsphase des Spiels starteten die Tigers furios. Man versuchte von Beginn an die Hausherren unter Druck zu setzten. Doch Deggendorf ließ sich davon nur wenig beeindrucken. Versuchte man in den ersten Minuten den Spielaufbau der Gäste zu zerstören, fand Deggendorf immer besser in diese Begegnung. Frank setzte dann auch das erste Highlight des Spiels bereits in der zweiten Minute mit einem Direktabnehmer, der vermeintlich im oberen linken Winkel einschlug. Zu recht beschwerten sich die Fans, denn der Unparteiische gab diesen Treffer zum Unglauben der Zuschauer nicht. Bis zu diesem Zeitpunkt waren die Tigers durchaus das gefälligere Team. Deggendorf war jedoch immer brandgefährlich bei Kontern. So war es auch einer dieser Gegenstöße der in der 9 Minute zum 1:0 für die Hausherren führte. Gulda wurde mit einem Querpass bedient, zog trocken ab und ließ Bädermann im Tor der Tigers keine Abwehrmöglichkeit. Ab diesem Zeitpunkt verloren die Wagnerstädter ihre Spiellinie. Durch diverse Abspielfehler im Spielaufbau brachte man sich ein ums andere Mal in gefährliche Kontersituationen. Deggendorf wusste das zu nutzen und erhöhte durch Routinier Benda auf 2:0. Sein trockner Schuss aus halb rechter Position schlug bei 5 gegen 3 Überzahl unhaltbar im linken oberen Eck ein.

Das zweite Drittel begann ähnlich wie das erste. Die Tigers kamen schwungvoll aus der Kabine. Man wollte unbedingt eine Ergebniskorrektur. Zunächst auch mit Erfolg. Ein schulbuchmäßig vorgetragener Spielzug über Kolozvary und Bartosch schloss Geigenmüller kaltschnäuzig zum 2:1 ab. Die Cracks um Trainer Waßmiller versuchten mit aggressivem Forechecking das Spiel an sich zu reißen. Doch der Elan währet nicht lange. Deggendorf blieb unbeeindruckt und schraubte das Ergebnis in der 28. Minute beinahe auf 3:1. Der Deggendorfer Stürmer prüfte in der Situation das Lattenkreuz. Der Angriffsdruck von Bayreuth verebbte zusehends und Deggendorf übernahm wieder das Ruder. Den sehenswertesten Treffer des Abends gelang Deggendorfs Juniorenspieler Radlsbeck in der 37. Minute. Frech luchste er einem Tigers-Verteidiger an der blauen Linie die Scheibe an der linken Bande ab und zog sofort mittig vors Tor, verlud dabei noch Goalie Bädermann und netzte ein. Dieser Treffer zeigte deutlich Wirkung. Die Tigers verloren den Spielfaden und wurden in selbiger Minute erneut mit einem Kontertor bestraft. Deggendorfs Lisetov ließ sich auf Zuspiek von Ortolf nicht lange bitten und schob zum 4:1 ein. Das zweite Drittel gehörte somit klar den Hausherren.
Im letzten Drittel verlagerte sich Deggendorf zunehmend auf Ergebnisverwaltung und überließ zunächst den Tigers die Initiative. Während sich die Tigers durchaus bemühten, zerstörte Deggendorf nahezu jede Angriffsbemühung. In der 49. Minute hatte Deggendorf die große Gelegenheit frühzeitig diese Partie zu entscheiden. Bädermann im Kasten der Tigers entschärfte einen Alleingang mit dem Schoner. Doch in der 53. Minute wurde der Aufwand der Tigers dann belohnt. Marsall nutzte ein Zuspiel seiner Angriffsreihe und verwandelte aus kurzer Distanz zum 4:2. Es keimte nochmal Hoffnung im Lager der Tigers auf. Doch Deggendorf war an diesem Abend einfach die cleverere Mannschaft. Bayreuth fand kein adäquates Mittel mehr um die defensiv gut organisierten Gastgeber zu knacken. In der 59. Minute nahm Trainer Waßmiller eine Auszeit und gleichzeitig Goalie Bädermann zugunsten eines 6. Feldspielers vom Eis. In der daraus folgenden Überzahl hatten die Tigers Pech. Ein Schuss landete am Pfosten. Schließlich setzte Deggendorf den Schlusspunkt. Ein Befreiungsschlag kullerte zum 5:2 ins leere Tigers-Gehäuse.

Insgesamt wirkte Deggendorf den Tick bissiger und cleverer. Der Sieg geht auch in dieser Höhe somit in Ordnung. -ck-



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth, Bayreuth Tigers GmbH