Müllers Knaller beendet Bayreuths Auswärtsfluch

EV Füssen – EHC Bayreuth 3:4 (1-1;2-1;0-2)

 

1 400 Zuschauer Strafen: F: 12 Min BT: 35 Min Powerplays: F: 1/7 BT: 2/6

 

Füssen: Fießinger, Hötzinger – Schmid (2), Schorer, Kolb, Jentsch, Kames (2), Tippmann, Schöpf, Krötz (2) – C.Mayr, Kirsch, Friedl (4), Gohlke, Huber, Simon (2), Goller, Poloczek, Pfohmann, Burnell, Nadeau

 

Bayreuth: Bädermann, Sievers – Wolsch, Sevo (4), Hermann, Kasten, Potac, Mayer – Marsall (2), Müller, Geigenmüller (25), Pietsch, Kolozvary, Bartosch, Warda (4). Juhasz, Dam, Kouba

 

Tore: 1-0 (9) 5-4 Huber (Mayr, Krötz); 1-1 (13) 5-4 Warda (Juhasz, Wolsch); 1-2 (22) 5-4 Kouba (Potac, Kolozvary); 2-2 (33) 4-4 Burnell (Nadeau, Schöpf); 3-2 (37) Kirsch (Gohlke, Goller); 3-3 (46) Marsall (Sevo, Warda); 4-3 (59) Müller (Pietsch, Dam)

 

Mit über 300 im Sonderzug angereisten Gästefans im Rücken suchten die Bayreuther von Beginn an den Vorwärtsgang. Zwar fehlten noch klare Torchancen doch spielerisch dominierte man die Partie bis der durchweg ziemlich überfordert wirkende Schiedsrichter die Hauptrolle übernahm. Mehrere fragwürdige Strafen in Serie für die Tigers, inklusive einer ziemlich überzogenen Spieldauerstrafe gegen Geigenmüller wegen Check von hinten, bescherte den Hausherren minutenlanges (über 1 Minute sogar doppelte) Überzahl, die sie nutzten um die Begegnung an sich zu reißen. Huber markierte dabei mit einem Fernschuss die Führung, bei der EHC-Torwart Bädermann überhaupt keine Sicht hatte. Sonst hielt man mit starkem Penaltykilling dem Druck des EVF stand und kaum wieder komplett schlugen die Oberfranken zurück. Eine schnelle Passfolge brachte Warda bei 5 gegen 4 in Position und der versenkte die Hartgummischeibe im Netz. Kouba übernahm die Position von Geigenmüller und Dam rückte in Reihe 3. Nachdem Thielsch schon zuvor mit gebrochener Hand ausgefallen ist, waren damit alle Sturmreihen zwangsweise umgestellt, was natürlich nicht ganz spurlos an der Feinabstimmung vorüber ging.

Trotzdem übernahmen die Wagnerstädter im Mittelabschnitt komplett das Kommando und spielten fast nur Einbahnstraßen Eishockey. Lohn war die Führung als Kouba einen Potac Fernschuss im Powerplay unhaltbar zum 1-2 abfälschte, doch trotz weiterer Gelegenheiten und riesigen Vorteilen an Spielanteilen konnte sie das Resultat nicht weiter ausbauen. Die Allgäuer blieben so im Spiel und warteten auf ihre Chance. Individuelle Fehler in der Vorwärtsbewegung bescherten ihnen dann auch 2 dicke Konterchancen die Burnell und Kirsch auch tatsächlich eiskalt zum 3-2 für die Leopards nutzten. Im Vergleich zum Geschehen auf dem Eis ein absolut kurioser Zwischenstand.

Das wollten die EHCler, lautstark unterstützt von ihrem zahlreichen Anhang, in den letzten 20 Minuten so nicht stehen lassen und forcierten nochmals das Tempo. Eine feine Einzelleistung von Marsall, der unwiderstehlich aus der Mittelzone heraus durchzog, erbrachte dann auch den völlig verdienten Ausgleich. Die Tigers drängten weiter, auch wenn sie nur einzelne klare Torchancen erspielen konnten. So musste dann einer der berühmten Müller Kracher herhalten um den ersehnten Auswärtssieg sicher zu stellen. Noch hinter der blauen Linie zog der nun auch immer wieder „Hineinrotierende“ einfach trocken ab und der überraschte Fießinger im EVF-Gehäuse ließ die Scheibe zum umjubelten 3-4 durch die Fanghand rutschen. Die letzten Sekunden drängten auch die vorher oft eher harmlosen Hausherren noch einmal vehement, doch Bädermann und die sich in die Schüsse und Pässe werfenden Tigersspieler verhinderten bei 6 gegen 5 mit letztem Einsatz, dass sie noch mal zurück schlugen. In der Entstehung dann zwar knapp, aber dem Spielverlauf nach doch völlig verdient holten die Bayreuther auch auswärts wieder mal drei wichtige Punkte. Wardas erster Saisontreffer kam jetzt wo Thielsch (länger) und Geigenmüller (1 Spiel) fehlen, ebenfalls genau zum richtigen Zeitpunkt für die kommenden schweren Aufgaben.

 

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Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth, Bayreuth Tigers GmbH