EHC fehlte gute Chancenverwertung und zu oft Tempo und Spielwitz

 

EHC Bayreuth – Deggendorfer SC                                      1:2       (0-1;0-0;1-1)

 

1 498 Zuschauer         Strafen: BT: 24 Min   D: 14 Min       Powerplays: BT: 0/6   D: 1/6

 

Bayreuth: Bädermann, Hartung – Wolsch, Peleikis, Sevo, Kasten, Potac (2), Mayer (4) – Marsall, Kolupaylo, Pavlu, Busch, Geigenmüller, Kolozvary, Thielsch (2), Bartosch (2), Kuhn, Becker (14), Reiter, Feuerpfeil

 

Deggendorf: Agricola, Filimonov – Wolfgramm, Gawlik, Wiederer, Frank (4), Stern, Baumgartner, Rehthaler, Koma (2) – Hubacek, S.Janzen (2), A.Janzen (2), Gulda, Slanina (2), Schembri (2), Litesov, Radlsbeck, Müller

 

Tore: 0:1 (6) Schembri (Slanina); 1:1 (43) Marsall (Reiter, Kasten); 1:2 (46) 5-4 Gawlik (Frank, Litesov)

 

In diesem, nach spielfreiem Freitag, verspäteten Punktspielauftakt der Tigers waren die Gäste, die erwartet schwer zu knackenden Nuss. Zwar war der EHC fast durchgehend leicht feldüberlegen doch klare Chancen gab es nur vereinzelt. Es hakte noch deutlich im Spielaufbau, weil man es nicht Recht schaffte, die massierte Deckung in der Mitte des DSC aufzubrechen und dazu noch oft zu langsam agierte. Mit dem ersten Schuss der auf Bädermanns Gehäuse ging, gelang den Niederbayern nach einem schnellen Konter über Slanina durch den allein gelassenen Schembri auch noch die Führung, was es zusätzlich nicht einfacher machte. Das System der Gäste wäre bei einem auch möglichen Rückstand nämlich nur noch schwer aufrecht zu halten gewesen. Bei den wenigen klaren Chancen der Gelb-schwarzen war Agricola stets auf dem Posten und so ging man mit einem 0-1 in die erste Pause.

Nach Wiederanpfiff waren die Deggendorfer kurzzeitig sogar das agilere Team und hatten einige gute Offensivszenen, bevor das Spiel seinen schon gewohnten Verlauf nahm. Bayreuth kurbelte zwar unermüdlich, doch das passende Mittel gegen die weiterhin konsequent defensiv denkenden Niederbayern ließ weiter auf sich warten. Auffällig war dabei, dass die Tigers die crunch-Zone direkt vor Agricola fiel zu oft unbesetzt ließen. Dem Torwart die Sicht nehmen oder auf Abpraller spekulieren wurde kaum praktiziert und wenn sich doch einmal eine Schusschance bot, zielte man häufig richtig schlecht. Größte Möglichkeit war ein berechtigter Penalty (36.) an Busch, den der neue Center auch fast schon am bärenstarken Agricola vorbeibrachte. Doch statt dem Ausgleich kullerte die Scheibe nur die Linie entlang und dokumentierte das Pech, welches in dieser Druckphase zusätzlich teilweise an den Bayreuther Schlägern klebte eindruckvoll.

Aufgeben ist aber trotz sichtbarer Probleme nicht die Sache des Tigerrudels. Es fehlte aber weiter die zündende Idee und man schaffte es auch zu selten die wenigen ungeordneten Momente des DSC schneller auszunutzen. Hoffnung keimte im gut gefüllten Oval auf, als Marsall mit einem platzierten Schuss nach guter Vorarbeit von Reiter der Ausgleich gelang, doch die kalte Dusche folgte wieder viel zu schnell. Mit einem Fernschuss im Powerplay brachte Gawlik seine Farben nur drei Minuten später wieder in Front und spielte damit der ausgegebenen Taktik „safety first“ sofort wieder in die Karten. Auch in den letzten Minuten gab es noch die eine oder andere Möglichkeit der Hausherren, doch entweder hatte Agricola die bessere Antwort parat, das nötige Quäntchen Glück fehlte oder die Tigersstürmer ließen die letzte Konsequenz und Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor vermissen. So blieb unter dem Strich eine unerwartete und nicht unbedingt nötige Auftaktniederlage gegen konsequente und effektive Gäste, mit der so niemand im Lager der ambitionierten Oberfranken zufrieden sein konnte. Bis zum nächsten Heimspiel Freitag gegen Klostersee steht für das komplette Team noch einiges an Arbeit an, um wieder in die Erfolgsspur zu finden. Das schwache Schiedsrichtergespann hatte ebenfalls einen gebrauchten Tag, darf aber sicher nicht als Ursache angesehen werden.



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth, Bayreuth Tigers GmbH