Ein grandioser Sieg des Willens der Tigers

 

 

 

EHC Bayreuth – EV Landshut                                            5:3       (0-1;1-2;4-0)

 

1 668 Zuschauer         Strafen: BT: 18 Min   L: 24 Min        Powerplay: BT: 3/5    L: 0/2

 

Bayreuth: Bädermann, Hartung – Peleikis (16), Stettmer, Sevo, Kasten, P.Franz, Potac (2), Mayer – Marsall, Pavlu, Kolupaylo, Busch, Kolozvary, Thielsch, Bartosch, M.Kuhn, Reiter, Feuerpfeil

 

Landshut: Engelbrecht, Kristian – Draxinger, Hammer, Geipel, Pozivil (2), J.Kuhn, Baumgartner – Thornton, Hofbauer, Jarret, Sedlar, Michl (6), J.Franz, Endraß (2), Kronawitter, P.Abstreiter, Forster, Eberhardt (14)

 

Tore: 0:1 (2) Jarret (Endraß, Thornton); 0:2 (27) J.Kuhn (Jarret, Eberhardt); 0:3 (28) Endraß (Hammer, Thornton); 1:3 (33) 5-4 Bartosch (Kasten, Kolozvary); 2:3 (52) 5-4 Busch (Sevo, Reiter); 3:3 (56) Kolozvary (Bartosch, Kolupaylo); 4:3 (60) 5-4 Kolozvary (Kasten, Potac); 5:3 (60) 5-6 Kolupaylo (Kolozvary)

 

Die Oberfranken, die neben dem Abgang von Becker weiter auf Torjäger Geigenmüller und kurzfristig auch noch auf Verteidiger Wolsch verzichten mussten, wollten dem renommierten EVL trotzdem offensiv begegnen und hatten auch gleich einige gute Aktionen. Doch die waren im Abschluss nicht genau genug und nebenbei übersah man nach nicht einmal 2 Minuten Jarret und der sagte völlig allein gelassen per Solo nur noch Danke schön zum 0-1. Dieser weitere Rückschlag traf den EHC kurzzeitig bis ins Mark und man musste sich erst einmal wieder sortieren. Das dauerte etwas und in dieser Zeit hatten die Gäste auch mehr Spielanteile. Peleikis Faustkampf mit Eberhardt war dann vielleicht schon so ein kleines Achtungszeichen zum Aufbruch. Hinten raus starteten die Einheimischen auch wieder vermehrt eigene Angriffe, doch Zählbares gelang dabei trotz einiger guter Möglichkeiten noch nicht.

Im Mittelabschnitt neutralisierten sich die beiden Teams dann eine zeitlang, wobei die Hausherren dabei doch etwas den Faden verloren. Mehrere Unzulänglichkeiten in der Abwehr bestraften die Niederbayern mit 2 weiteren Treffern durch Kuhn und Endraß zur da nicht unverdienten 0-3 Führung. Der Kampfeswille der dezimierten Gelb-schwarzen erlosch aber nie und mit dem Überzahltreffer durch den nachsetzenden Bartosch glimmte der Hoffnungsfunken weiter. Schon in dieser Phase hatte man etwas den Eindruck, dass der EVL im trügerischen Gefühl des sicheren Sieges die Zügel etwas schleifen ließ und so was geht besonders am roten Main häufig schief. Die Festspielstädter ließen sich nicht unterkriegen, erspielten sich wieder Vorteile und Torchancen, denen wie so oft in dieser Spielzeit aber noch die letzte Präzision fehlte.

Nach- oder gar aufgeben gibt es für die Bayreuther aber so gut wie nie und so stemmte man sich weiter gegen die drohende Heimniederlage. Tigerscoach Waßmiller stellte dann auf 5 rotierende Verteidiger um, was in der Defensive mehr Sicherheit brachte. Etwas Passivität und unnötige Strafen der Landshuter taten ihr Übriges und mit dem 2-3 von Busch, begünstigt durch einen Torwartfehler, ließ das Feuer beim EHC nochmals richtig auflodern. Als kurz danach Kolozvary der verdiente Ausgleich gegen immer mehr nachlassende Gäste gelang, brodelte der Tigerkäfig schon, doch die Eruption folgte erst noch. EVL-Coach Krinner nahm nun seine Auszeit um seine Truppe neu zu organisieren, doch auch das verfehlte die gewünschte Wirkung. Eine weitere Strafe nutzten die Hausherren nämlich tatsächlich noch durch den unermüdlichen Spieler des Tages Kolozvary 18 Sekunden vor Ende zum 4-3. Die Tigersfangemeinde lag sich freudetrunken in den Armen. Landshut nahm dann noch seinen Goalie vom Eis, doch Kolupaylo setzte dem Ganzen mit dem 5-3 ins leere Tor noch die Krönung auf. Durchgehend läuferische Vorteile, glänzende Kondition und nie erlahmender Wille das Spiel doch noch zu drehen, waren die entscheidenden Faktoren, die den großen EVL am Ende in die Knie zwangen, nachdem man lange Zeit trotz gutem Spiels wieder einmal an der mangelhaften Chancenverwertung schier verzweifelte. Diese Tiger sind einfach kaum klein zu kriegen.



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth