EHC erkämpft sich den nächsten Derbysieg

 

VER Selb –    EHC Bayreuth                                               1:2       (1-1;0-1;0-0)

 

2 809 Zuschauer                     Strafen: S: 18 Min      BT: 37 Min     Powerplay: S: 1/7       BT: 1/3

 

Selb: Suvelo, Kümpel – Meier, Hendriksson, Roos (2), Schadewaldt (12), Botzenhardt – Meredith, Piwowarczyk (2), Hördler, Schiener, Heilman (2), Gare, Geisberger, Mossberger, Maaßen, Galvez

 

Bayreuth: Wiedemann, Bädermann – Peleikis, Stettmer (2), Sevo (2), Kasten, Potac (2), Mayer (27) – Marsall (2), Kolupaylo, Pavlu, Busch, Geigenmüller, Kolozvary, Thielsch, Bartosch, Reiter (2), Feuerpfeil

 

Tore: 0:1 (3) Marsall (Stettmer, Busch); 1:1 (11) 5-3 Heilman (Hördler, Schadewaldt); 1:2 (31) 5-4 Marsall (Sevo, Thielsch)

 

Vor der, trotz etwa 500 angereister Bayreuther Anhänger, ernüchternden Kulisse, weit weg von ausverkauft, entwickelte sich von Beginn an ein Kampfspiel der beiden dezimierten Teams. Den besseren Start erwischten dabei die Wagnerstädter, als Marsall den völlig unvorbereiteten Suvelo schon nach 3 Minuten düpierte. Danach wogte das Spiel eine Zeit lang hin und her, wobei Kolozvary eine top Chance nicht verwerten konnte, auf der Gegenseite aber auch der bärenstarke Wiedemann öfters sein Können zeigen musste. Durch eine völlig unnötige Spielverzögerungsstrafe gerieten die Tigers nur 7 Sekunden nach einem Foul in doppelte Unterzahl. Der VER machte Druck und nachdem Hördler den Pfosten anvisierte, traf Heilman aus der Luft zum Ausgleich. Man spürte stellenweise dass beide Teams aktuell nicht gerade die beste Phase durchleben und ihr Hauptaugenmerk deswegen mehr auf Sicherheit legten. Spielerisch blieb noch Luft nach oben, doch die Partie lebte gut von Spannung und der typischen Derbydramatik. Da der Hauptreferee dann unglücklich von einem Puck getroffen wurde und behandelt werden musste, entschied man sich schon in der 17. Minute die Drittelpause vorzuziehen. Davon genesen konnte er dann das Spiel fortsetzen und wieder war Wiedemann gefordert.

Ab dem Mittelabschnitt klingelte es noch öfters auf beiden Seiten am Aluminiumtorgestänge. Während Thielsch es gleich doppelt traf, benötigte auch Wiedemann diese kleine Unterstützung um seine Gehäuse sauber zu halten. In der 31. Minute war es dann aber soweit. Im Powerplay zog Sevo von der blauen Linie ab und Marsalls Schläger ließ den Puck unhaltbar ins Tor hüpfen zur nicht unverdienten Führung für die nun lauffreudigeren und agileren Gäste mit deutlich mehr Spielanteilen. Der kleine Außenstürmer entwickelt sich immer mehr zum ungeahnten Torjäger mit jetzt schon erstaunlichen 8 Saisontreffern.

 

Im Schlussdrittel versuchten sich die Hochfranken vor eigenem Publikum natürlich ins Spiel zurück zu kämpfen, aber die EHC Defensive hielt dem Ansturm stand. Immer wieder liefen die Hausherren an, verzettelten sich aber öfters oder verloren durch überhastete Fehlpässe die Scheibe. Wichtig waren dabei auch die Umstellungen von Trainer Waßmiller der Reiter für Pavlu nun Center spielen ließ und den dynamischen Feuerpfeil auf Außen zog. Genauso wie er in der Endphase auf 5 rotierende Verteidiger wechselte, um die Stabilität gegen die nun, wenn auch öfters kopflos, anrennenden Wölfe zu halten. Ein erneutes 3 gegen 5 überstand man dann mit großem Kampf schadlos und bei den einzelnen, aber gefährlichen Gegenzügen traf Reiter nochmal den Pfosten. Überragend agierte dabei aber besonders Torwart Wiedemann, der sehr viel Ruhe ausstrahlte und immer da war wenn er gebraucht wurde. Egal ob aus der Ferne oder aus Nahdistanz, er hielt alles was durch kam. Als Mayer dann wegen einem Beinstellen eine extrem harte Spieldauerstrafe bekam, wurde es über 100 Sekunden vor dem Ende nochmals eng. Der scheidende VER-Trainer Holden nahm Auszeit und seinen Goalie vom Eis, doch die Selber kam nicht mehr zwingend durch gegen das aufopferungsvoll kämpfende Tigerrudel.

Mit vereinten Kräften sicherte man sich erneut den Derbysieg und ließ sich verdienter maßen von den eigenen, stimmungsvoll mitgehenden, Anhängern minutenlang nach Spielschluss feiern.



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth, Bayreuth Tigers GmbH