Lange seltsam neben der Spur stehende Tigers unterliegen Weiden

 

 

EHC Bayreuth – 1.EV Weiden                                             2:4       (0-3;1-0;1-1)

 

2 060 Zuschauer         Strafen: BT: 34 Min   W: 8 Min        Powerplay: BT: 1/4    W: 1/7

 

Bayreuth: Eisenhut, Bädermann – Peleikis, Stettmer, Sevo (2), Kasten (2), Potac (2), Mayer (14) – Marsall, Pavlu, Busch, Geigenmüller, Kolozvary, Thielsch, Bartosch (12), Kuhn, Reiter, Feuerpfeil +2

 

Weiden: Hönkhaus, Hanke – Herbst, Salinger, Willaschek (2), Ketterer, Nägele (2), Turnwald (2) – Siller, L.Zellner, Vaskovic, Laliberte (2), Kirchberger, Wiecki, Jirik, Holzmann, F.Zellner, Waldowsky, Schreier, Ortolf

 

Tore: 0:1 (2) Kirchberger (Holzmann); 0:2 (6) Ortolf (Waldowsky, Nägele); 0:3 (12) 5-3 Ortolf (Jirik, Herbst); 1:3 (40) 5-4 Potac (Geigenmüller, Kolozvary); 1:4 (48) Waldowsky; 2:4 (53) Geigenmüller (Kolozvary, Potac)

 

Dieses kleine Derby lief von Anfang an komplett in für die Hausherren falsche Richtung. Erst musste man kurzfristig auf den verletzten Torjäger Kolupaylo verzichten, dann traf Sevo nach 90 Sekunden den Pfosten und im Gegenzug bestrafte Kirchberger die eklatante Unordnung im kompletten Abwehrverbund des EHC mit dem 0-1. Doch damit nicht genug. Kurz später landete eine missglückte Rettungsaktion von Thielsch mit langem Schläger, als er zu offenes Stellungsspiel retten wollte im eigenen Netz und nach 12 Minuten schlug es noch einmal zum 0-3 ein. Dazwischen kullerte der abgefälschte Puck einmal Millimeter am Tor der Oberpfälzer vorbei, doch zählbar ist das eben nicht. Einer Strafe wegen zu vieler Spieler am Eis, verschärfte man noch durch eine völlig unnötige Spielverzögerung und bei doppelter Unterzahl hielt man wieder keinerlei Positionen, so dass Ortolf völlig alleine vor Eisenhut diesen zum dritten Treffer ausspielen konnte. Die Einheimischen waren da völlig von der Rolle, denn auch eine frühe Auszeit von Trainer Waßmiller nach dem 0-2 hatte keine sichtbare Wirkung. Das komplette Team stand da irgendwie neben den Schlittschuhen und wirkte seltsam gehemmt.

Von diesen Genickschlägen hatten sich die Wagnerstädter auch zu Beginn des Mittelabschnitts noch nicht erholt. Da hielt Eisenhut mit einigen Prachtparaden sein Team aber im Spiel und langsam versuchte man sich frei zu spielen. Zuerst musste man aber ein erneutes 3 gegen 5 für eine gute Minute überstehen, doch das gelang mit vereinten Kräften und man ging in den Angriff über. Obwohl es auch da noch öfters Stückwerk im EHC-Angriff war, häuften sich nun die Chancen vor Hönkhaus im EVW-Gehäuse. Der war es auch, der um die 31. Spielminute herum mit mehreren fast unglaublichen Szenen den Torschrei im Lager der Oberfranken gefrieren ließ, als man die Scheibe schon im Netz glaubte. Andererseits übertrafen sich die Gelb-schwarzen auch wieder einmal im Auslassen auch klarster Gelegenheiten. Kurz vor der zweiten Sirene war es dann aber soweit. Im Powerplay setzte Potac einen fulminanten direkten Blueliner an und die Scheibe zappelte in den Maschen.

Davon wieder belebt, setzten die Tigers nach, doch die nun stur defensiv agierenden Gäste, störten immer wieder erfolgreich und konnten sich auch auf das nötige Quäntchen Glück bei mehreren brand gefährlichen Aktionen der Bayreuther verlassen. Als ein vermeintlicher Treffer von Kolozvary wegen Handspiel nicht anerkannt wurde, setzte der EVW zum ersten und entscheidenden Gegenzug an, den Waldowsky per Alleingang Sekunden später auch zum 1-4 nutzte. Damit war eine Vorentscheidung gefallen, auch wenn Geigenmüller mit einem satten Schuss ins kurze Eck nochmals verkürzte. Mehrere Frustfouls und unnötige Strafen des EHC sorgten dann auch mit dafür, dass die keineswegs übermächtigen Gäste diese Punkte aus dem Tigerkäfig entführen konnten.

Zwar kann man nicht sagen, dass die Tigers es nicht versuchten, aber so uninspiriert hat man den EHC selten gesehen und das muss schläunigst geändert werden, wenn man den Anschluss an die Oberliga spitze nicht verlieren will. Die heimischen Zuschauer machten ihren Unmut über die Darbietungen jedenfalls deutlich hörbar Luft.



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth, Bayreuth Tigers GmbH