Arbeitssieg beim Schlusslicht

         

EHC Bayreuth ist nach 5:3-Erfolg beim EHV Schönheide wieder Zweiter der Oberliga Süd / Pavlu mit Premierentor

 

Oberligist EHC Bayreuth hat einen kleinen Schritt aus der sportlichen Krise gemacht – vor allem, wenn das Ergebnis isoliert betrachtet wird. Denn die Tigers taten sich beim 5:3 (1:1, 1:1, 3:1) bei Schlusslicht EHV Schönheide erneut schwer und schossen den Sieg erst im Schlussdrittel heraus.

 

Mehr Scheibenbesitz, bessere Stocktechnik, läuferische Überlegenheit – diese Merkmale vereinte der EHC Bayreuth in diesem Spiel auf sich. Allerdings war das auch zu erwarten, wenn der Tabellendritte beim abgeschlagenen Schlusslicht spielt. Überraschend war im ersten Drittel dagegen, dass die Tigers trotz ihrer Vorteile nicht das dominante Team waren. Es gelang trotz aller Bemühungen nicht, Druck auf das gegnerische Tor auszuüben. Den Gästen war die Verunsicherung nach zuletzt vier Niederlagen in fünf Spielen und schwachen Leistungen deutlich anzumerken. Die Körpersprache fehlte genauso wie das körperbetonte Spiel. Zwar ging Bayreuth durch einen schönen Spielzug in Führung, doch als Petr Gulda vom Bully weg ungehindert zum Tor ziehen konnte, stand es 1:1. Die Zuschauer sahen bis dato eine Partie auf sehr mäßigem Oberliga-Niveau.

Nach dem ersten Seitenwechsel ging allerdings ein Ruck durch die Bayreuther Mannschaft. Nun nahm sie die Favoritenrolle an, nun strahlten die Tigers Siegeswillen aus, nun kreierten sie Chancen, nur ein Manko konnten sie nicht beheben: die Chancenverwertung. Wie so oft in dieser Saison blieben zu viele gute Möglichkeiten ungenutzt. Selbst als die Gäste mehrere Minuten in Überzahl – kurzzeitig sogar in doppelter – waren, fiel nicht der Führungstreffer. So traf Andreas Geigenmüller (27.) den Pfosten und in anderen Situationen fehlte das nötige Glück. Das Schönheide dann in der Folge hatte. Tomas Vrba zog aus der Halbdistanz ab und traf zum 2:1 – ein Treffer aus dem Nichts. Es spricht allerdings für die Bayreuther, dass sie auf diesen Rückschlag mit noch mehr Offensivgeist antworteten. Vor allem die Kolozvary-Reihe war kaum mehr zu stoppen und wenn, dann oft nur durch ein Foul. Eines davon zog einen Penalty nach sich, den Ivan Kolozvary abgezockt zum 2:2 verwandelte. Bei diesem, für Schönheide schmeichelhaften Zwischenstand, blieb es bis Ende des zweiten Drittels.

Mit dem ersten Angriff des Schlussabschnitts brachte Sebastian Busch die Gelb-Schwarzen in Führung, Jan Pavlu legte das 4:2 nach. Es war der erste Punktspieltreffer des 21-Jährigen im Bayreuther Trikot. Auch danach hatte Bayreuth einige gefährliche Offensivaktionen. Die Gäste hatten das Spiel zu jeder Zeit im Griff, und ließen sich auch durch den Schönheider Anschlusstreffer nicht aus dem Konzept bringen. Nach Christopher Kastens 5:3 war der verdiente und sehr wichtige Auswärtssieg perfekt. Nun kann der EHC nach der Kritik in denen vergangenen Wochen, die am Freitag in „Trainer raus“-Rufen gipfelten, entspannter in die Weihnachtszeit gehen, in der ab 26. Dezember drei Spiele in fünf Tagen auf dem Plan stehen. Das Kuriose: Der EHC Bayreuth tut das trotz Schwächephase als Tabellenzweiter. av/ter

 

EHV Schönheide: Neumann – Schenkel, Wolf, Seifert, Jenka, Köllner, Widder, Rothemund, Geier, Gulda, Trolda, Hähnlein, Vrba, Zerbst.

EHC Bayreuth: Eisenhut – Kasten, Stettmer; Mayer, Potac; Sevo, Peleikis – Marsall, Busch, Thielsch; Bartosch, Kolozvary, Kolupaylo; Pavlu, Reiter, Geigenmüller; Feuerpfeil, Kuhn.

 

Tore: 0:1 (4.) Bartosch (Kolozvary,Kolupaylo), 1:1 (14.) Gulda (Jenka), 2:1 (34.) Vrba, 2:2 (36.) Kolozvary (Penalty), 2:3 (41.) Busch (Marsall, Thielsch), 2:4 (46.) Pavlu (Peleikis, Kasten), 3:4 (55.) Vrba (Jenka, Gulda), 3:5 (57.) Kasten (Bartosch, Kolozvary – 5 gegen 4).

Strafminuten: Schönheide 12 + 10 gegen Gulda + 10 gegen Jenka, Bayreuth 6; Zuschauer: 708.



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth, Bayreuth Tigers GmbH