Auf die Pflicht folgt die Kür

 

EV Regensburg - EHC Bayreuth 2:5 (0:2, 1:2, 1:1)

 

Wohl selten konnten die Spieler des EHC Bayreuth so ohne Druck zu einer Auswärtsfahrt zum schon feststehenden Meister der Oberliga Süd aufbrechen. Mit dem Heimsieg gegen den EC Peiting war die Vizemeisterschaft gesichert und damit auch das Heimrecht für die Playoffs unter Dach und Fach - was lag da näher, als einen erneuten Versuch zu starten, den zuvor 30 Spiele siegreichen EV Regensburg zu schlagen?


Dass dies aber dann in einer solche beeindrucken Art und Weise gelingen sollte, wagte sicherlich niemand im Vorhinein zu glauben. Die Zutaten für den ersten Punktverlust der Gastgeber auf heimischem Eis sind im Grunde schnell gefunden: konsequente Arbeit in der Defensive, das Vermeiden von Strafzeiten gegen das beste Überzahlteam der Liga und die nötige Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Tor.


Ein früher Lattentreffer von Marcus Marsall - am Freitag noch Matchwinner gegen Peiting - deutete an, welchen Weg die Tigers gehen wollten. Da passte die frühe Führung durch Tore von Kolupaylo (7.) und Kolozvary (9.) hervorragend ins Konzept. Auf Augenhöhe bewegte sich der EVR dann zu Beginn des Mitteldrittels: Ein Faustkampf zwischen Mark Dunlop und Robert Peleikis endete mit einem Unentschieden und gegenseitigem Respekt, doch in der Folge übernahm der EHC wieder das Kommando. Mit der 4:0-Führung zur Spielmitte durch zwei weitere Treffer von Kolupaylo (29. Und 32.) war der Spielstand beinahe komfortabel. Auch durch den ersten Treffer der Gastgeber - Drews konnte den starken Julian Bädermann im Powerplay überwinden - ließ man sich nicht aus der Ruhe bringen und überstand die Regensburger Drangphase inklusive einer 80-sekündigen doppelten Unterzahlphase.


Im Schlussabschnitt war den Gastgebern anzumerken, dass man keinesfalls vor heimischer Kulisse verlieren wollte, doch trotz höherer Spielanteile geriet der Sieg der Tigers nie wirklich in Gefahr. Bester Beleg dafür ist, dass man auch nach einem zweiten Gegentreffer nicht den Faden verlor und weiter die nötige Konsequenz an den Tag legte. Wichtig war auch hier, dass man im gesamgten letzten Drittel ohne Strafzeit blieb und so den Gegner nicht zu Überzahlgelenheiten einlud. Der Treffer von Ivan Kolozvary (58.) setzte den Schlusspunkt unter eine hochklassige Partie, nach deren Ende die Fans beider Lager ihre Teams feierten.

Tore: 0:1 (7.) Kolupaylo (Bartosch, Potac), 0:2 (9.) Kolozvary (Bartosch, Kolupaylo), 0:3 (29.) Kolupaylo (Kolozvary, Potac - 5 gegen 4), 0:4 (32.) Kolupaylo (Bartosch, Potac), 1:4 (35.) Drews (Trew, Böhm - 5 gegen 4), 2:4 (53.) Drews (Flache, Trew), 2:5 (58.) Kolozvary (Kolupaylo, Bartosch)

Strafminuten: Regensburg 18 + 10 gegen Dunlop - Bayreuth 14 + 10 gegen Peleikis
Schiedsrichter: G. Noeller - Zuschauer: 2.920.



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth