Überragende Vosvrda und Wohlberg führen ihr Team zum ersten Zweitliga-Auswärtssieg

Heilbronner Falken – EHC Bayreuth   3:4 n.P. (2-1;0-0;1-2)
 


 

Zuschauer:  1.723  
Powerplay:  H: 1/10 BT: 2/9
Tore:
1:0 (9) 4.5 Lavallee; 2:0 (14) 5-3 Schwartz (Kurz); 2:1 (16) Wohlberg (Kolupaylo, Meilleur); 2:2 (42) 5-4 Geigenmüller (Kolozvary, Potac); 2:3 (46) 5-4 Kolupaylo (Kolozvary, Potac); 3:3 (60) 6-5  Lavallee (Järvelainen, Heywood); 3:4 (Pen) Kolozvary
Strafen:  H: 39 Min  BT: 22 Min
  Ridderwall, Deske – Heywood, Vogl (2), Martens (4), Bär, Gödtel (2), Kurz – Forster (2), Kirsch, Schwartz (2), Lavallee, Järvelainen, Krüger, Helms, Gron (25), Gelke (2), Eberhardt, Stöber Vosvrda (2), Wiedemann – Neher (6), Pavlu, Heider, Linden, Potac (6), Mayer (2) – Marsall, Kolupaylo (2), S.Busch, Geigenmüller, Kolozvary, Bartosch (2), Wohlberg, Piskor, Kuhn, V.Busch, Fröhlich, Rypar, Meilleur (2)


Ihre erste DEL2 Spielzeit begannen die Wagnerstädter, von über 150 stimmgewaltigen Fans unterstützt, mutig am Neckar. Sofort gut im Spiel übernahm man die Initiative und kreierte gleich erste Angriffe. Leider visierte Potac bei einer doppelten Überzahl (5.Min) nur den Pfosten an. Die frühe Belohnung des aggressiven und offensiven Anfangs blieb damit aus. Als dann Marsall ein technischer Fehler an der blauen Linie passierte, zog Lavallee in Unterzahl auf und davon und markierte die da fast überraschende Führung der Hausherren. Dadurch erweckt, kam der HEC besser ins Spiel und erhöhte bei eigenem doppeltem Powerplay durch den Nachschuss von Schwartz gleich noch auf 2-0. Im Slot kam er dabei mehrfach zum Schuss bis der starke Vosvrada nach einigen Paraden doch machtlos war. Da fehlte etwas die konsequente Aufräumarbeit vor dem Tor bei den Oberfranken. Sollte die dabei erkennbare größere Effektivität der Falken jetzt schon den Ausschlag geben ? Neuzugang Wohlberg, der zuvor schon eine starke Partie bot, hatte da aber etwas dagegen. In der Offensivzone nahm er seinem Gegenspieler robust die Scheibe ab und vollende trocken zum Anschluss unter die Latte (16.). Hohes Tempo und ein intensives Kampfspiel boten den Zuschauern echte Unterhaltung in diesem rassigen Zweitligaspiel.

 

Im Mittelabschnitt begannen die Tigers wieder frech und offensiv. Man erspielte sich nun ein noch deutlicheres Übergewicht, vergab aber beste Chancen durch Bartosch und Marsall. Danach zeigte sich auch EHC-Goalie Vosvrda als Meister seines Faches und parierte mehrmals stark. Auch Ridderwall im Tor der Kätchenstädter wollte dem nicht nachstehen und zeigte z.B. eine „big save“ mit der Fanghand gegen den Volleyschuss von Geigenmüller (27.). Wo viele da in Verzweiflung verfallen würden, ließen die Tigers aber nicht nach. Erst als die Bayreuther dann um die 35. Minute einige Strafen (teilweise fragwürdig) bekamen, wendete sich das Blatt etwas und Vosvrda wurde endgültig zum Turm in der Schlacht. Mit stoischer Ruhe und zahlreichen Paraden  hielt er sein Team bis zur zweiten Sirene mit einer klasse Vorstellung im Spiel.

 

In den letzten 20 Minuten spielten die Gäste gleich nochmals mit 2 Mann mehr und diesmal nutzte das Geigenmüller mit einem satten Direktschuss aus dem Halbfeld nach schnellem Querpass zum verdienten Ausgleich. Kurz darauf kassierte der Falkenstürmer Gron eine Spieldauerstrafe nach Check gegen Pavlu und diese lange Überzahl verwertete Kolupaylo zum 2-3. Nach einem Fernschuss von Potac stand er goldrichtig und netzte den Nachschuss ein. In der Folgezeit gab es immer wieder Nebelprobleme in der gutgefüllten Arena, die der Schiedsrichter mehrmals mit Unterbrechungen und Runden laufen der Spieler vertreiben wollte. Das gelang aber nur bedingt und die Hausherren kamen parallel noch einmal besser ins Spiel und drängten auf den Ausgleich. Mit geschlossener Mannschaftsleistung, nie nachlassendem Einsatz und viel Kampfgeist sowie einem bärenstarken Rückhalt im Tor stemmten sich die Gelb-schwarzen aber dagegen. Bei einem Alutreffer (57.) hatte Geigenmüller die Vorentscheidung auf dem Schläger, doch so blieb es knapp und 

9 Sekunden vor Ultimo gelang den Falken nach einer Fehlerkette in der EHC-Abwehr doch noch der Ausgleich. Der auffällige Lavallee nutzte seine Freiheiten alleine vor dem Bayreuther Goalie zum last minute Ausgleich. 

 

Da bei der wilden 3 gegen 3 Verlängerung, die durch eine weitere Strafe gegen Potac für 2 Minuten auch ein 4-3 war, keine Entscheidung fiel, musste das Penaltyschießen für den Zusatzpunkt herhalten. Für Heilbronn traf Kirsch und da Wohlberg mit klasse Bewegung der Ausgleich gelang, musste auch der shoot-out verlängert werden. Hier traf Kolozvary und als Vosvrda gegen Järvelainen parierte ging auch der Zusatzpunkt im Gepäck der Oberfranken nicht unverdient mit auf die Heimreise.

 

Mit einer mutigen und laufstarken Vorstellung der gesamten Truppe setzten die Tigers eine verdiente erste Duftmarke in der DEL2, die von den mitgereisten Fans zu Recht lautstark gefeiert wurde. Die ersten Punkte wurden auch gleich auf der Habenseite verbucht und darauf kann man beim Heimspiel gegen die Löwen Frankfurt am Sonntag um 18.30 Uhr im Tigerkäfig prima aufbauen.



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth