Am Ende ging den Tigers die Kraft aus und Favorit Frankfurt sicherte sich noch die Punkte

EHC Bayreuth  –  Löwen Frankfurt 2:3  (1-0;1-0;0-3)
 

Zuschauer:  2.164  
Powerplay:  BT: 1/7 F: 1/7
Tore:
1:0 (13) 5-4 Heider (Wohlberg, Marsall); 2:0 (22) 4-4 Pavlu (Kolupaylo, Heider); 2-1 (50) 5-4 Laub (Jarrett, Keussen); 2:2 (55) Reimer (Mueller, Keussen); 2:3 (60) Liesegang (Card, Dronia)
Strafen:  BT: 18 Min  F: 18 Min
  Vosvrda, Wiedemann – Neher, Pavlu (2), Heider, Linden (6), Potac, Mayer (4) – Marsall (2), Kolupaylo, S.Busch, Geigenmüller, Kolozvary, Bartosch (2), Wohlberg (2), Piskor, Kuhn, V.Busch, Fröhlich, Rypar, Meilleur Jaeger, Proske – Card, Gläßl, Walch, Dronia (4), Cespiva, Keussen – Jarret (2), Stretch (2), Ratajczyk (2), Pfennings, B.Breitkreuz (4), Pistilli, Mueller (2), C.Breitkreuz,  Rinke-Leitans, Reimer, Laub, Liesegang (2)

 

Die Heimpremiere in der DEL2 gingen die Tigers vor weit über 2000 Zuschauern mit identischem Kader wie beim 2-Punkteerfolg zum Auftakt in Heilbronn an. Nach gleichverteiltem Beginn überzeugten beide Teams auch mit starkem Penaltykilling und so dauerte es bis Minute 13, als der erste Treffer fiel. Von den heimischen Anhängern lautstark unterstützt, hatten sich die Tigers vorher ganz leichte Vorteile erspielen können und in einem weiteren Überzahlspiel klingelte es dann im von Jaeger gehüteten Gehäuse der Löwen. Nach einem Scheibengewinn von Wohlberg und Marsall in der Ecke kam die Scheibe zum aufgerückten Verteidiger Heider und der traf trocken zur Führung der etwas aktiveren Mannschaft. Mit großem Kampf, aber durchaus auch spielerisch mehr als nur auf Augenhöhe mit den ambitionierten Gästen, hielten die Bayreuther diesen Vorsprung völlig verdient bis in die erste Pause.
 

Im Mittelabschnitt bekamen die Hessen zwar langsam etwas mehr Spielanteile doch die Abwehr des EHC stand gut und der starke Vosvrda behielt im Tor stets die Übersicht. Bei einem Kontere nutzte dann der aufgerückte Verteidiger Pavlu nach klasse Zuspiel die totale Unordnung in der Frankfurter Defensive mit einem platzierten Schuss aus Mittelstürmerposition sogar zum 2-0 und ließ den stimmungsvollen Tigerkäfig erbeben. Mit diesem Vorsprung im Rücken verteidigten die Gelb-schwarzen voller Leidenschaft. Etwas undurchsichtig war dabei die Linie der Schiedsrichter, die teilweise rigoros zumindest fragwürdige Strafen pfiffen, um Sekunden später wieder großzügiger zu agieren. Vosvrda hielt wieder bärenstark und einzelne Konter sorgten für Entlastung, so dass die Gäste zwar jetzt etwas besser ins Spiel kamen, aber noch nicht den ganz großen Druck aufbauen konnten. Sehr oft konnte die kompakte Abwehr des EHC entscheidend stören und wichtige Zweikämpfe gewinnen.
 

Das änderte sich in den letzten 20 Minuten. Den Einheimischen schwanden sichtbar immer mehr die Kräfte und die Cracks aus der Bankenmetropole spielten ihre Klasse und Routine immer mehr aus. Entlastung mit Gegenangriffen der Tigers gab es fast nicht mehr und die Partie spielte sich mehr und mehr in der Abwehrzone der Tigers ab. Noch hielt aber das Bollwerk mit einem glänzenden Vosvrda zwischen den Pfosten. In Minute 50 war aber auch er gegen den platzierten Schuss von Laub im Powerplay machtlos und die Gäste schöpften daraus noch mehr Energie. Gut 5 Minuten vor Ende hatte dann auch der Videobeweis seine Premiere im Tigerkäfig, als die Referees bei einer Parade vom tschechischen Goalie sicherheitshalber noch einmal nachschauen wollten. Als die Entscheidung kein Tor fiel atmeten die Zuschauer zwar kurz auf, doch nur wenigen Sekunden später fiel trotzdem der Ausgleich. Reimer bestrafte die kollektive Unordnung der Tigers in der eigenen Zone mit dem 2-2, oder war es doch ein Eigentor ? Man merkte den Oberfranken nun immer mehr an das sie dem Tempo und Kampf körperlich Tribut zollen mussten und Frankfurt drängte weiter. Bis 33 Sekunden vor Ende hielt man zwar noch erfolgreich dagegen, aber dann traf Liesegang im Nachschuss doch noch zum knappen Siegtreffer für den ambitionierten Favoriten.
 

Mit stehenden Ovationen wurden die Wagnerstädter von ihren Fans trotz der hauch dünnen Niederlage für ihre engagierte, tolle Leistung gefeiert. Die Anhänger in gelb-schwarz zeigten da nach der Schlusssirene ein feines Gespür, nachdem sie ihr Team auch während der 60 Minuten vorbildlich unterstützten. Der hochkarätig besetzte Gast, hatte da hinten heraus einfach noch mehr Sprit im Tank und drehte ein rassiges Spiel mit seiner Cleverness, der individuellen Klasse und Routine. Mindestens einen Punkt hätten sich die aufopferungsvoll arbeitenden Tigers in einem begeisterten Spiel aber sicher verdient gehabt.         



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth