In der Verlängerung hat Rosenheim das bessere Ende gegen die Tigers

 


EHC Bayreuth erkämpft sich wichtigen Punkt, beklagt aber wieder zwei Angeschlagene

Star Bulls Rosenheim – EHC Bayreuth  3:2 n.V. (0-0;1-1;1-1)

 

 

Zuschauer:  2.021  
Powerplay:  Rosenheim: 0/6 Tigers: 0/4
Tore:
0:1 (27) Linden; 1:1 (33) Neuert (Tausch, Classen); 2:1 (46) Baindl (Veisert, Vollmayer); 2:2 (51) Geigenmüller (Wohlberg, Heider); 3:2 (63) Scofield (Gibson, Kronthaler)
Strafen:  Rosenheim: 8 Min  Tigers: 12 Min
  Steinhauer, Herden – Lindlbauer, Gottwald, Kronthaler, Veisert, Rohner, Meirandres (2) – Edfelder (2), Scofield, Neuert, Wenzel, Gibson, Tausch, Heidenreich, Baindl (2), Classen, McNeely, Nowak, Vollmayer Vosvrda, Wiedemann – Neher, Pavlu (4), Heider (2), Linden (2), Kasten (2), Potac, Mayer – Marsall, Kolupaylo, S.Busch, Geigenmüller, Kolozvary (2), Bartosch, Wohlberg, Kuhn, V.Busch, Stas, Fröhlich, Rypar, Meilleur

 

Mit 2:3 (0-0,1-1,1-1,0-1) nach Verlängerung verlieren die Tigers ihr Punktspiel beim Altmeister in Rosenheim. Vor 2021 Zuschauer waren Linden und Geigenmüller die Torschützen für die Oberfranken. In der Overtime hatten die Star Bulls dann in diesem Kampfspiel das bessere Ende für sich, kamen aber in der Tabelle durch den einen Zähler für die Gäste nicht an den Gelb-schwarzen vorbei. Kapitän Potac und Stürmer Stas konnten die Partie angeschlagen nicht zu Ende spielen.


Nach ausgeglichenem Beginn gerieten die Tigers schon in Minute drei in doppelte Unterzahl, aber nachdem sie diese brenzlige Situation mit großem Einsatz schadlos überstanden hatten, schwammen sie sich langsam frei. So nach 8 oder 9 Minuten Spielzeit übernahmen sie immer mehr Spielanteile und bestimmten mit aggressiven Forechecking weitgehend das Geschehen auf dem Eis. Schon im Aufbau wurden die Gastgeber effektiv gestört und in Gegenangriffe umgemünzt. Was aber fehlte war die letzte Gierigkeit der Gelb-schwarzen vor dem Tor in der gefährlichen Zone und so blieb es trotz klarem Plus an Torschüssen beim 0-0 bis zur ersten Pause.
 

Fast wie erwartet kamen die Hausherren mit mehr Elan zum zweiten Abschnitt aus der Kabine. Bulls Trainer Steer hatte ihnen offensichtlich mehr Zielstrebigkeit in der Offensive eingeimpft, was auf fruchtbaren Boden fiel. Die Bayreuther stemmten sich aber dagegen und bei einem Konter gelang Verteidiger Linden sogar das zu diesem Zeitpunkt etwas überraschende 0-1 Energisch setzte er sich auf der rechten Außenbahn durch, schoss schwer bedrängt aus fast unmöglicher Position ganz rechts außen mit der Rückhand aufs Tor und überwand den dabei unglücklich aussehenden Steinhauer im Tor. Dadurch fühlten sich die Oberbayern noch etwas mehr angestachelt und setzten das von Vosvrda stark gehütet Tor immer wieder unter Beschuss. Bei einem schnellen Gegenzug zog Neuert nach einem Querpass direkt ab und ließ ihm beim Ausgleich zum 1-1 (33) dann aber keine Abwehrchance. Rosenheim blieb nun deutlich am Drücker, doch der sichere Vosvrda und seine kämpfenden Vorderleute ließen keinen weiteren Treffer bis zur zweiten Pause mehr zu.
 

Leider konnte Kapitän Potac fürs letzte Drittel mit einer Oberkörperverletzung nicht mehr mitmachen so dass Neher in die Abwehr rückte. Auch in der Offensive spielte der vorher fast nur sporadisch oder im Powerplay eingesetzte Meilleur jetzt fest in der Formation mit S. Busch und Marsall um die Kräfte etwas mehr zu bündeln. Das half aber vorerst nicht gegen die immer mehr drängenden Einheimischen. Phasenweise gelang den Wagnerstädtern kaum noch Entlastung und so war es nur eine Frage der Zeit wann dem SBR die Führung gelingt. Bei einem schnellen Gegenzug war es dann soweit. Vollmayer zog von der blauen Linie ab, Baindl stand ungedeckt in der Schussbahn, nahm dem EHC-Goalie die Sicht und fälschte die Scheibe auch noch unhaltbar zum 2-1 ab. Davon mussten sich die Gäste erstmal etwas erholen, bis sie sich von ihren etwa 100 Anhängern lautstark unterstützt wieder befreien und zum Gegenschlag ansetzten konnten. Als Wohlberg die Scheibe hinter dem Tor gut behaupten konnte, spielte er die Scheibe nach vorne zu Geigenmüller. Der verzögerte den Schuss vor dem Gehäuse von links nach rechts laufend lange, bis Verteidiger und Torwart aus der Position waren und netzte dann zum nicht unverdienten 2-2 trocken ein. In der Folgezeit wogte die Partie hin und her, bevor es in den letzten drei Minuten nochmals wild wurde. Erst visierte ein Rosenheimer den Pfosten an, bevor Meilleur im Zentrum nach einem scharfen Querpass aus kurzer Distanz die Scheibe nicht am überragend reagierenden Steinhauer vorbei ins Tor brachte. Da wäre für beide eine Entscheidung möglich gewesen, doch das 2-2 nach 60 Minuten war in der auf überschaubaren Niveau statt findenden Partie durchaus gerecht. Beim SBR merkte man das Fehlen einiger wichtiger Akteure und bei den Tigers fehlte in der entscheidenden Zone vielleicht die letzte Konsequenz im Angriff auch wenn es am Willen sicher nicht mangelte.
 

So ging es schon zum dritten Mal bei bisher nur 5 Spielen des EHC in die Verlängerung. Nach Chancen auf beiden Seiten, sorgte schließlich der Kanadier Scofield in seiner besten Szene für den Zusatzpunkt der Hausherren.
 

Neben dem „sudden death“ waren die Ausfälle von Potac und dem am Ende wieder unter seiner Verletzung leidenden Stas weitere Ärgernisse für die Oberfranken. Doch ein Punkt ist besser als keiner für den Aufsteiger, der sein Motto „mühsam ernährt sich das Eichhörnchen“ vorerst weiter durch zieht.



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth