Überragender Wiedemann und nie erlahmender Kampfgeist sind der Schlüssel

 

EHC Bayreuth – Ravensburg Tower Stars 4:2 (0:0;1:1;3:1)

 

1.952 Zuschauer - Strafen: BT: 14 Min, R: 32 Min - Powerplay: BT: 1/4 R: 0/5

 

Bayreuth: Wiedemann, Vosvrda – Neher (2), Pavlu, Heider (2), Linden (2), Kasten, Mayer – Marsall (2), Kolupaylo (4) S.Busch (2), Geigenmüller, Kolozvary, Bartosch, Wohlberg, Piskor, Kuhn, V.Busch, Fröhlich, Rypar, Filin

 

Ravensburg: Langmann, Stark – dePaly, Sturm, Keller (2), Slavetinsky, Dück, Kapzan – Tousignant (2), Schwamberger, Mayer, Roloff, A.Carciola (12), Brace, Brandl (2), Vogt (12), Pfaffengut, o’Brien +2

 

Tore: 1:0 (22) V.Busch (Marsall, Pavlu); 1:1 (39) A.Carciola (Slavetinsky, Tousignant); 2:1 (42) 5-4 Kasten (Geigenmüller, Kolozvary); 3:1 (48) 4-4 Linden; 3:2 (51) 4-4 Roloff (o’Brien); 4:2 (59) Heider (technisches Tor)

 

Vor fast 2.000 stimmungsvollen Besuchern im Tigerkäfig gelingt den Bayreuthern mit 4:2 (0:0; 1:1; 3:1) die erste volle Punktausbeute in der DEL2.


Angeführt vom bärenstarken Torhüter Wiedemann waren V. Busch, Kasten, Linden und Heider dir Torschützen in einem mitreißenden Kampfspiel.

 

Nach der üblichen Abtastphase nahm das Spiel etwa ab Minute 5 so richtig Fahrt auf und entwickelte sich schnell zum tollen Kampfspiel. Die Gäste spielten trotz kurzem Kader teilweise ein sehr tiefes forechecking, wo immer wieder gleich mehrere Akteure die Tigers schon in der eigenen Zone beim Aufbau attackierten. Damit beschworen sie einige brenzlige Situationen herauf, die aber ungenutzt blieben. Die Wagnerstädter suchten auch ohne die Verletzten Potac und Stas, aber mit Förderlizenzler Filin nach Lösungen, taten sich aber bei allem Engagement vorerst sichtbar schwer damit. Die ambitionierten Oberschwaben verzeichneten so durchgehend eine leichte Feldüberlegenheit doch Wiedemann und seine Vorderleute hielten Stand. Glück hatte man bei einem Pfostentreffer im Powerplay des EVR (15.) und die beste Chance der Gelb-schwarzen vereitelte der prächtig reagierende Langmann. Nach einem Fehler im Aufbau zog Marsall, von einem Querpass bedient, direkt ab, doch der Goalie brachte den Schoner noch ran (17.). So blieb es beim 0-0 zur ersten Pause.
 

Im Mittelabschnitt starteten die Oberfranken schwungvoll und nachdem Kolupaylo bei einem Konter noch die letzte Präzision fehlte, machte es V.Busch kurze Zeit später besser. Einen schnellen Gegenzug verwertete er im Nachschuss zur 1-0 Führung, was den Einheimischen weiteren Auftrieb gab. Ravensburg schwang zwar weiter die feinere Klinge doch die Bayreuther stemmten sich kampfstark dagegen. Immer wieder Turm in der Schlacht war dabei Torwart Wiedemann, der mit stoischer Ruhe und reihenweise Prachtparaden die Gäste schier zur Verzweiflung trieb. Nach einem Pass von hinter dem Tor war er gegen A.Carciola im Slot aber trotzdem machtlos und so ging es mit 1-1 zum zweiten Mal in die Kabine.
 

Wer nun dachte der Favorit aus Baden-Württemberg würde noch vehementer auf die Entscheidung drängen musste sich aber noch gedulden. Das erste Ausrufezeichen setzten erst noch die Gastgeber. Im Powerplay zog Kasten von der blauen Linie knallhart ab und brachte seine Farben wieder in Front (42.). Davon angestachelt legten die Blau-weißen noch etwas zu und versuchten den Aufsteiger einzuschnüren. Als der Druck immer mehr stieg, nahm EHC-Coach Waßmiller seine Auszeit (47.) um den zunehmenden Fluss der Gäste etwas einzubremsen, was ihm auch gelang. Noch mehr Energie zog man dann aus einem 2 gegen 1 Konter, den der sehr auffällige Verteidiger Linden in Torjägermanier tatsächlich auch noch mit einem strammen Schuss zum frenetisch bejubelten 3-1 abschloss. Kurzzeitig wirkte der EVR davon etwas geschockt, doch als Roloff die in dieser Szene zu offen agierenden Tigers mit dem Anschlusstreffer bestrafte, begann nochmals das große Zittern im Tigerkäfig. Der EVR kurbelte aber die Tigers wehrten sich mit aller Kraft und Wiedemann wuchs über sich hinaus. Mehrfach hatten die Towerstars schon den Torschrei auf den Lippen, doch immer wieder wehrte er mit phantastischen Reflexen ab. Auch als Trainer Naud einen sechsten Feldspieler brachte, gelang den Gästen kein Treffer mehr. Im Gegenteil. Bei einem Konter auf das leere Tor wurde der mitgelaufene Heider gefoult und der Schiedsricher entschied folgerichtig auf technisches Tor zur Entscheidung für den EHC Bayreuth.
 

Der Jubel im weiten Oval, wo am Ende noch einige Zuschauer vom beendeten Basketballspiel nebenan dazu gekommen waren, kannte nach der Schlusssirene keine Grenzen. Der Aufsteiger belohnte seine unermüdliche Arbeit mit dem ersten Dreier in der DEL2 durch eine geschlossene Mannschaftsleistung und einem glänzenden Torwart Wiedemann.

 

Das nächste Heimspiel der Tigers findet am Sonntag 09.10 wieder um 18.30 Uhr gegen den Altmeister SC Rießersee statt.

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Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth