Aufholjagd im irren Mitteldrittel

 

EHC Bayreuth macht aus einem 1:4 ein 4:4, muss sich den Löwen Frankfurt aber dennoch 4:6 beugen

 

Löwen Frankfurt – EHC Bayreuth 6:4 (2-0;3-4;1-0)

 

3 462 Zuschauer Strafen: F: 8 Min BT: 6 Min Powerplays: F: 0/3 BT: 3/4

 

Frankfurt: Proske, Jaeger (ab 34) – Card, Stephan, Gläßl, Dronia (2), Cespiva, Keussen, Tomassoni – Jarret, Stretch, Ratajczyk, Pfennings, B.Breitkreuz, Pistilli, Loibl, Mueller (4), C.Breitkreuz, Rinke-Leitans (2), Laub, Liesegang

 

Bayreuth: Vosvrda, Wiedemann – Neher, Pavlu, Heider, Linden, Kasten (4), Potac, Mayer – Marsall, Kolupaylo, S.Busch, Geigenmüller, Kolozvary, Bartosch, Wohlberg, Kuhn, V.Busch, Stas, Meilleur, Filin +2

 

Tore: 1:0 (8) Pistilli (B.Breitkreuz, Keussen); 2:0 (15) Pistilli (Stretch, Card); 2:1 (23) 5-4 Wohlberg (Filin; Stas; 3:1 (24) Card (Jarret, Dronia); 4:1 (25) Mueller (Liesegang, Jarret); 4:2 (30) 5-4 Stas (Geigenmüller, Potac); 4:3 (31) Linden (Meilleur, Stas); 4:4 (34) 5-4 Kasten (Potac, Geigenmüller); 5:4 (38) Stretch (Pistilli, Liesegang); 6:4 (60) 5-6 Mueller (Stephan, Liesegang)

 

Die größte Stärke des EHC Bayreuth ist sein leidenschaftlicher Kampfgeist – und den bekamen am Dienstagabend auch die favorisierten Löwen Frankfurt zu spüren. In einem verrückten Mitteldrittel holte der DEL2-Aufsteiger einen Drei-Tore-Rückstand auf, für Punkte reichte das aber nicht. Die Tigers verloren in Hessen trotz engagierter Leistung mit 4:6 (0:2, 4:3, 0:1).

 

In der 25. Minute sah alles nach einer klaren Niederlage der Bayreuther aus. 4:1 führten die Hausherren – und das völlig verdient. Die Frankfurter waren im ersten Drittel sehr dominant aufgetreten und hatten die Bayreuther Defensive, in der des Öfteren die Zuordnung fehlte, regelmäßig mit starken Kombinationen durcheinandergewirbelt. Folgerichtig fielen zwei schön herausgespielte Treffer, beide Mal war Matthew Pistilli (8. und 15.) frei zum Abschluss gekommen. Zudem hatten die Bayreuther zweimal Glück, dass der Pfosten (6. und 8.) für den bereits geschlagenen Torwart Tomas Vosvrda rettete. Da den Gästen in der Vorwärtsbewegung die Genauigkeit fehlte, kamen sie kaum zu zwingenden Abschlüssen.

Auch der Anschlusstreffer nach dem ersten Seitenwechsel war keine richtige Chance, sondern eher kurios. David Wohlberg wollte im Powerplay den Puck aus ganz spitzem Winkel vors Tor bringen, schoss dabei einen Verteidiger an und von da prallte die Scheibe zum 2:1 (23.) ins Tor. Frankfurt antwortete im Stil einer Spitzenmannschaft und erhöhte mit zwei Treffern innerhalb von 59 Sekunden auf 4:1. Vielleicht fühlten sich die Gastgeber jetzt gegen bis dahin eher harmlose Bayreuther zu sicher, auf jeden Fall ging nun ein Ruck durch das Tigers-Team. Dabei spielte ihm eine Strafzeit der Löwen in die Karten. Einen Querpass von Andreas Geigenmüller verwertete der auffällige Sergej Stas (30.) zum 4:2. Kurz darauf traf Felix Linden nach Meilleur-Vorabeit zum 4:3 – die Tigers benötigten genau 60 Sekunden für ihren Doppelschlag.

Und dann war da ja noch die bärenstarke Erfolgsquote in Überzahl: Diesmal fälschte Christopher Kasten einen Potac-Schuss entscheidend ab. Das 4:4 (33.) war der dritte Treffer im vierten Powerplay der Tigers. Nun wankte der Tabellendritte aus Hessen und die Tigers gestalteten das Spiel auch ausgeglichen, wenn beide Mannschaften je fünf Feldspieler auf dem Eis hatten. Allerdings konterten die Frankfurter nochmals: Mit einem Doppelpass hebelten Nils Liesegang und Torschütze C. J. Stretch die etwas zu langsam reagierende EHC-Abwehr aus – 5:4 (38.). Dennoch hatten die Bayreuther mit einer bemerkenswerten Leistungssteigerung eine lange sehr einseitige Partie in einen packenden Schlagabtausch verwandelt und hielten sich so für den Schlussabschnitt alle Möglichkeiten offen.

Allerdings machten es die Frankfurter in der Folge clever. Sie waren in einem ausgeglichenen Drittel etwas offensivfreudiger und hielten so die Bayreuther weitestgehend von ihrem Tor fern. Zudem schafften sie es nun, die Strafbank zu meiden. Den Druck des Mittelabschnitts konnten die Bayreuther nicht mehr entwickeln. Die besten Chancen auf den Ausgleich vergaben Stas (50.) und Geigenmüller (57.). Als EHC-Trainer Sergej Waßmiller in der Schlussphase den Torwart durch einen zusätzlichen Feldspieler ersetzte, traf Richard Mueller zum 6:4 (60.). Letztlich war es ein verdienter Heimsieg der Hessen – der sechste in der achten Partie –, doch es spricht für die Leistung der Bayreuther, dass dieser sehr hart erkämpft werden musste.

-nk-



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth