EHC Bayreuth dreht das Kampfspiel in den letzten 4 Minuten noch zum Sieg


EHC Bayreuth – Star Bulls Rosenheim  2:1 (0:1, 0:0, 2:0)

 

Zuschauer:  1.927  
Powerplay:  Bayreuth: 0/2 Rosenheim: 0/4
Tore:
0:1 (13.) Rohner (Classen); 1:1 (56.) Kolozvary (Mayer, Bartosch); 2:1 (60.) Heider (Kolupaylo, Podzins - 4 gegen 4)
Strafen:  Bayreuth: 24 Min  Rosenheim: 20
  Vosvrda, Wiedemann – Neher, Pavlu, Heider, Linden, Kasten (2), Potac, Mayer – Marsall (2), S. Busch, Kolupaylo (14), Geigenmüller, Kolozvary (2), Bartosch, Kuhn, V. Busch, Podzins, Stas (4), Fröhlich, Rypar Herden, Steinhauer – Lindlbauer, Gottwald, Kronthaler, Veisert, Burt (2), Nowak, Rohner – Edfelder, Scofield (2), Lewis, Wenzel, Gibson, Tausch (14), Baindl, Classen (2), Baindl, McNeely, Vollmayer
Videos zum Spiel finden Sie in unserer Rubrik Tigers TV

 

Mit 2:1 (0:1, 0:0, 2:0) gewinnen die Tigers ihr Punktspiel gegen die Starbulls Rosenheim. Vor 1.927 stimmungsvollen Zuschauern waren Kolozvary und Heider die Torschützen für die Oberfranken. Lange mussten die Fans der Wagnerstädter warten, bis in der 56.Minute der Ausgleich fiel. Bei Heiders Hammer von der blauen Linie waren nur noch 14 Sekunden zu spielen und der Videobeweis wurde zur Sicherheit vom Schiedsrichter hinzugezogen.

 

Diese wichtige Partie zweier Tabellennachbarn am Pre-Playoff-Strich um Platz 10 sparte sich die sonst häufige Abtastphase. Beide Teams starteten hellwach, doch es dauerte etwas, bis sich auch klare Torszenen entwickelten. Das erste ganz große Highlight war dann in Minute 7, als der Rosenheimer McNeely bei einem Break unfair gestoppt wurde und der Schiedsrichter folgerichtig auf Penalty entschied. Bei diesem „zweiten Alleingang“ scheiterte der Kanadier der Gäste aber am guten Vosvrda. Das Fehlen des grippekranken Wohlberg merkte man im Spiel der Tigers ziemlich deutlich, denn meist herrschte spielerische Magerkost. Den Willen kann man den Hausherren nicht absprechen, aber der Kolozvary-Reihe fehlte lange die entlastende Unterstützung und insgesamt unterbanden die Rosenheimer die meisten Angriffe des EHC lange bevor es gefährlich werden konnte. Herausragend dabei der Defender Cameron Burt des SBR mit einer Prachtvorstellung nach hinten genauso wie mit Offensivaktionen. So fiel das einzige Tor auch mehr durch eine Kette von Fehlern der Gelb-Schwarzen. Erst bekam man die Scheibe nicht aus dem Drittel und nachdem der Oberbayer Rohner hinten ums Tor kurvte, machte Vosvrda unten am Eck nicht richtig dicht und ließ den Schuss des Gästeallrounders passieren. So ging man mit einem leistungsgerechten 0:1 in die erste Pause, weil den Tigers etwas die Aggressivität und der Zug zum Tor fehlte.

 

Im Mittelabschnitt änderten sich die Verhältnisse erst einmal kaum. Die Gäste standen hinten kompakt und entwickelten auch ihre Angriffe stellenweise geradliniger. Nicht von ungefähr hatten deswegen die Starbulls auch jetzt die besseren Chancen. Erst ab der 30. Minute etwa bekamen die Tigers mehr Zugriff. Ein Auslöser war das sichtbar gesteigerte Körperspiel. Markante Beispiele waren Kolupaylos Faustkampf gegen Tausch (mit je 14 Strafminuten geahndet) und gleich mehrere, saubere Monsterchecks von Sergej Stas. Da sich am Scoreboard auf beiden Seiten nichts änderte, blieb das Spiel weiter eng und spannend.

 

Für die letzten 20 Minuten spürte man den Willen des Teams vom Roten Main, hier noch einmal alles zu versuchen, überdeutlich. Auch der nun sehr stimmungsvolle Tigerkäfig schob kräftige mit an, indem sich immer wieder stehendes Sitzplatzpublikum und lautstarke Anfeuerung auf allen Rängen als zusätzlicher Motor der Tigers präsentierten. Der Druck, den die Oberfranken nun entwickelten, wurde immer größer, doch noch hielten Torwart Herden und seine Vorderleute stand. Es dauerte bis zur 56. Minute, ehe Kolozvary per Nachschuss die Fans mit dem sicher nicht unverdienten Ausgleich erlöste. Doch der Thriller auf dem Eis hatte noch weitere Highlights. Im Minutentakt hatte man gegen die immer mehr nachlassenden Rosenheimer nun Großchancen durch S. Busch und nochmals Kolozvary. Das Happyend hob man sich aber für die letzten Sekunden auf: Der sehr präsente Martin Heider zauberte ganze 14 Sekunden vor dem Ende einen gewaltigen Hammer von der blauen Linie heraus, der wie ein Strich einschlug, aber wieder heraus kam. Zwar entschied der Referee sofort auf Tor, doch die Proteste des SBR bewogen ihn, sicherheitshalber den Videobeweis heranzuziehen. Die Spannung stieg fast ins Unermessliche, aber dann kannte der Jubel im Eisoval keine Grenzen mehr. Die Tigers hatten diese Partie tatsächlich noch gedreht. Es war nicht hochklassig, aber extrem spannend und am Ende auch mit dem immer nötigen Quäntchen Glück für den EHC, was in dieser Saison auch öfters schon gefehlt hat. Meistens gleicht sich das dann doch über das komplette Jahr immer wieder aus.

 

Das nächste Heimspiel des EHC findet am Freitag, 25.11.2016, um 20 Uhr im Tigerkäfig gegen Kassel statt. Tickets gibt es hier.

-bis-



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth, Bayreuth Tigers GmbH