Taktisch überragende Mannschaftsleistung bringt überraschenden Sieg beim Meister


Kassel Huskies – EHC Bayreuth 0:1 (0:0; 0:0; 0:1)

 

Zuschauer:  3.367  
Powerplay:  Kassel: 0/2 Bayreuth: 0/2
Tore:
0:1 (56.) S.Busch (Marsall, Rypar)
Strafen:  Kassel: 4 Min  Bayreuth: 4 Min
  Klein, Michel – Maginot, McKenzie, Lehikoinen (2), Mar. Müller, Mapes, Hanusch, Mat. Müller, Heinrich – Boiarchinov, Proft (2), Ritter, Downing, Merl, Wycisk, Lambacher, Schlager, Pimm, Meilleur, Hungerecker Vosvrda, Wiedemann – Neher, Pavlu, Heider, Linden (2), Kasten, Potac (2) – Marsall, S. Busch, Geigenmüller, Kolozvary, Bartosch, Wohlberg, Piskor, Kuhn, V. Busch, Fröhlich, Rypar, Filin
 
Videos zum Spiel finden Sie in unserer Rubrik Tigers TV

 

Ohne Verteidiger Mayer und mit zum letzten Spiel leicht veränderten Formationen – Valentin Busch spielte neben Wohlberg und Stas sowie Neher auf der Mayer-Position – traten die Tigers beim amtierenden DEL2-Meister in Kassel an. Zwar starteten die Nordhessen druckvoll und feldüberlegen, doch das neue alte „box-play“ der Tigers verhinderte trotz zeitweisem Einbahnstraßenhockey größere Torchancen der Gastgeber. Die Entwicklung des Bayreuther Teams in dieser Saison war daran deutlich zu erkennen. Wo anfangs, speziell bei Auswärtsspielen, immer mal wieder Panik wegen des Gegnerdrucks aufkam, agieren die Tigers jetzt deutlich ruhiger und befreien sich gestützt auf einen sichere Torwartleistung. Ab Minute 5 kam man auch zu einzelnen Gegenzügen, doch Valentin Busch und Stas kamen nicht richtig zum Abschluss. Die Schlittenhunde behielten zwar deutlich mehr Spielanteile, doch die zündenden Ideen gegen diese EHC-Abwehrtaktik fanden sie auch nicht und weil Vosvrda gleich mehrere Prachtparaden bei ihren einzelnen Chancen zeigte, blieb es beim 0:0 nach 20 Minuten.

 

Im Mittelabschnitt blieben die Oberfranken defensiv stabil, kamen offensiv nun aber auch viel öfter zur Geltung. Die Gäste verzeichneten nun sogar die klareren Torchancen und schrammten immer wieder nur hauch dünn am Führungstreffer vorbei. Manchmal fehlte der letzte Zentimeter Präzision und in anderen Szenen hielt Huskie-Goalie Klein gut. Kassel hatte auch noch seine Möglichkeiten und auch noch eine kurze Druckphase, doch Vosvrda und seine Vorderleute hielten mit nimmermüdem Einsatz auch da Stand. Kurz vor der zweiten Pause kamen die Tigers für einige Momente so unter Druck, dass sie sich mit einigen Icings helfen mussten. Da deswegen die Kolozvary-Reihe fast zwei Minuten auf dem Eis stand und wieder nicht wechseln konnte, zog Trainer Waßmiller mit einer Auszeit seine einzige Option, seinen Jungs eine kurze Verschnaufpause zu verschaffen. Der Plan ging auf und so ging man mit dem torlosen Remis auch in die zweite Pause.

 

Zum Schlussdrittel kamen die Huskies noch einmal richtig intensiv aus der Kabine, doch ein bärenstarker Vosvrda verhinderte mit einigen überragenden Saves einen Rückstand. Auf der Gegenseite kamen auch die Oberfranken immer wieder zu guten Möglichkeiten, bei denen Klein im Tor die bessere Antwort hatte. So wogte die Partie einige Minuten hin und her, ohne dass eine Mannschaft den entscheidenden „punch“ setzen konnte. Die Krönung dieser irren Auswärtspartie bei einem klaren Favoriten folgte dann gute vier Minuten vor Schluss: Sebastian Busch kurvte mit einer Einzelaktion einmal weit und komplett um das Tor herum bis er fast wieder zentral etwas Platz hatte und die Scheibe aus dem Halbfeld aufs Tor schoss. Mehrere Spieler standen in der Schussbahn und irritierten damit den Torhüter der Einheimischen, der den Puck dann nicht mehr abwehren konnte und so lagen die Gelb-Schwarzen in Führung. Kassel versuchte sich noch einmal zurückzukämpfen, doch die Tigers blieben konsequent und stabil. Auch ein Powerplay und ein letztes Aufbäumen der Nordhessen mit 6 Feldspielern brachte nichts mehr und so feierte man tatsächlich den von den mitgereisten, stimmungsvollen Fans frenetisch bejubelten Sieg.

 

Ein überragender Torwart Vosvrda und eine geschlossene Mannschaftsleistung die 100% Einsatz, Wille und Kampf um jeden Zentimeter Eis in die Waagschale warf, sorgten für weitere drei Zähler auf der Habenseite und machen den EHC Bayreuth mit 18 Punkten aus den letzten 7 Partien zur absoluten Mannschaft der Stunde in der DEL2. 

 

Das nächste Heimspiel des EHC Bayreuth findet Sonntag um 18.30 Uhr im Tigerkäfig gegen Altmeister Rießersee statt.



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth