Tigers holen sich mit längerem Atem einen wichtigen Dreier


EHC Bayreuth Tigers – Eispiraten Crimmitschau 4:3 (0-1;1-2;3-0)

 

Zuschauer:  2.680  
Powerplay:  Bayreuth: 3/7 Crimmitschau: 0/6
Tore:
0:1 (17) Olleff (Schlenker, Bucheli); 1:1 (28) 5-4 Wohlberg (Robinson, Marsall); 1:2 (34) Bucheli (Pohl, Halbeuer); 1:3 (38) Lee; 2:3 (43) 4-5 Stas; 3:3 (50) 5-4 Kolozvary (Poatc); 4:3 (52) 5-4 Robinson (S.Busch, Pavlu)
Strafen:  Bayreuth: 12 Min  Crimmitschau: 14 Min
  Vosvrda, Wiedemann – Neher (2), Pavlu (2), Linden (2), Kasten, Potac, Mayer – Marsall (2), S.Busch, Robinson, Geigenmüller, Kolozvary, Bartosch (2), Wohlberg (2), Kuhn, V.Busch, Stas, Rypar, Meilleur Nie, Schroth – Walsh (2), Pozivil, Schietzold, Olleff, Körner, Halbauer (4), Tramm – Gollenbeck, Schlenker, Keil (4), Guts, Lee, Bucheli, Ciernik, Ciernik, Pohl, Kabitzky, Bartek (2), Lucenius +2
 
Videos zum Spiel finden Sie in unserer Rubrik Tigers TV

 

Dieses Derby begann relativ zerfahren und ausgeglichen. Die ersten zehn Spielminuten gab es auf beiden Seiten kaum nennenswerte Torchancen, da sich beide Teams auf eher mäßigem Niveau ziemlich neutralisierten. Auffällig war aber, dass die Gäste mit teilweise sehr tiefem und laufintensivem Forechecking den Aufbau der Tigers so störten, dass man spüren konnte, wie ihnen das Schwierigkeiten bereitete. Ab und an konnten sich die Westsachsen dann auch vor Vosvrda festsetzten und so kam der Führungstreffer des ETC nicht einmal völlig unverdient. Verteidiger Olleff zog von der blauen Linie einfach einmal ab, und die Scheibe schlug ein. Der EHC-Goalie hatte dabei kaum eine Chance, da ein Schläger eines Bayreuthers die Flugbahn komplett veränderte.
 

Mit diesem Vorsprung gingen die Eispiraten in den zweiten Abschnitt, in dem die Oberfranken sich besser präsentieren wollten. Lohn für diese Initiative war der Ausgleich von Wohlberg im Powerplay. Ein herrliches Zuspiel des auffälligen Robinson nutzte der Amerikaner aus bester Position trocken zum 1-1. In der Folgezeit kamen die Wagnerstädter dann besser ins Spiel und hatten einige weitere Szenen vor Nie. Doch die Eispiraten schlugen als nächstes wieder zu, als die EHC-ler mal wieder Befreiungsmöglichkeiten aus der eigenen Zone verpassten und dadurch der Druck immer größer wurde. Genau so eine Situation nutze Topscorer Pohl für ein feines Zuspiel auf den nach langer Verletzung zurück gekehrten Bucheli, der völlig frei Vosvrda keine Chance ließ. Diesen erneuten Rückschlag verdauten die Hausherren nicht so leicht und als Lee kurz vor der zweiten Pause auf 1-3 erhöhen konnte, musste man sich doch etwas Sorgen um die Gelb-schwarzen machen. Viel zu leicht konnte sich der Eispiratenstürmer da durchs Zentrum spielen und erneut hatte der EHC-Torwart kaum eine Möglichkeit das noch zu reparieren.
 

Mit diesem 2-Tore-Rückstand als Hypothek begannen dann die letzten 20 Minuten, aber wie so oft ließen sich die Tigers davon nicht unterkriegen und Aufgeben gibt es einfach nicht in der DNA der Raubkatzen vom Roten Main. Initialzündung für die Aufholjagd war der Unterzahltreffer von Stas. Hartnäckig nachsetzend gewann er eine Scheibe und setzte sich geschickt im Zweikampf durch mit dem Verladen des Goalies als I-Tüpfelchen. Davon angestachelt drehten die Bayreuther weiter auf und bekamen ungewollte Hilfe des ETC. Die nachlassenden Kräfte brachten einige unnötige Fouls inklusive Strafzeiten und das bisher so zaghafte Überzahlspiel der Einheimischen blühte förmlich auf. Neuzugang Robinson riss das Spiel immer mehr an sich und die Scheibe lief gut durch die Reihen des EHC. Der frei gespielte Kolozvary zog von seiner typischen Position am rechten Bullykreis ab und überraschte Goalie Nie zum umjubelten Ausgleich. Doch damit nicht genug. Der jetzt wie aufgedreht wirkende Robinson spielte einen „Zuckerpass“ nach dem anderen, doch die finale Krönung blieb noch aus. So nahm er sich selbst ein Herz dreht bei einem weitern 5 gegen 4 eine Pirouette direkt vor dem Tor, die jedem Eiskunstläufer gut gestanden hätte und netzte im Nachschuss tatsächlich zum 4-3 ein. Die letzten Minuten versuchten die Eispiraten zwar nochmals zurück zu kommen, doch auch mit einem sechsten Feldspieler gelang ihnen kein Comeback mehr und die drei wichtigen Zähler blieben im Tigerkäfig. Diese Partie zu drehen kann einen ganz großen Effekt für den restlichen Saisonverlauf des EHC haben, denn mehr Selbstvertrauen als so kann man kaum tanken.

 

Am Sonntag spielen die Wagnerstädter in Kaufbeuren und das nächste Heimspiel folgt am Freitag 10.02 um 20 Uhr gegen die Kassel Huskies.



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth