EHC Bayreuth – Bietigheim Steelers 2:3 (1-2;0-1;1-0)

 

Zuschauer:  2.354  
Powerplay:  Bayreuth 1/5 Bietigheim 1/3
Tore:
0:1 (3) Auger (Weller, Alt); 0:2 (10) Wrigley (Kelly, Zientek); 1:2 (16) 5-3 Bartosch (Potac, Kolozvary); 1:3 (37) 5-4 Mc Knight (Kelly, Auger); 2:3 (52) Kuchejda (Linden, Wohlberg)
Strafen:  Bayreuth: 6 Bietigheim: 31
  Vosvrda, Wiedemann – Neher (4), Heider, Linden, Kasten (2), Potac, Mayer – Marsall, Pavlu, Geigenmüller, Kolozvary, Bartosch, Wohlberg, V. Busch, Kuchejda, Fröhlich, Rypar Martinovic, Mechel – Prommersberger, Brown, Auger, Schwarz, Steingroß (2), Borzecki (2) – Schoofs, Lukes, Zientek, Just, Wrigley (27), Kelly, McKnight, Fink, Alt, Weller
 
Videos zum Spiel finden Sie in unserer Rubrik Tigers TV

 

In Spiel zwei der best of 7 Serie gegen den haushohen Favoriten aus dem Ellental mussten die Hausherren einige Umstellungen verkraften. Verletzungen und Krankheiten verhinderten neben dem Ausfall von Kuhn noch den Einsatz von Stas und Sebastian Busch und so entschied sich EHC-Coach Waßmiller diesmal Robinson als fünften Kontingentspieler draußen zu lassen und beorderte Jan Pavlu seit Monaten mal wieder in den Angriff. Einige weitere Akteure stellten sich auch noch angeschlagen in den Dienst der Mannschaft. Obwohl auch die Gäste auf wichtige Spieler verzichten mussten, übernahmen sie mit ihrer individuellen Klasse und Scheibensicherheit schnell die Initiative und das drückte sich auch bald an der Anzeigentafel aus. Keine drei Minuten waren gespielt, als Auger von der blauen Linie einfach mal abzog und seine Farben früh in Führung brachte. Als der klasse von Kelly frei gespielte Wrigley aus kurzer Entfernung Vosvrda im Tor der Gelb-schwarzen keine Chance ließ und auf 0-2 erhöhte, musste man sich fast etwas Sorgen um die Tigers machen. Zu dominant spielten die Steelers und stürzten die Oberfranken öfters in Verlegenheit. Diese Vorteile endeten aber nachdem der zuvor schon übermotiviert wirkende Wrigley von Schiedsrichter Klein mit Spieldauerstrafe wegen Stockstich vom Eis geschickt wurde. Dieses lange Powerplay verschärfte sich noch durch eine kleine Strafe gegen Borzecki zu einem drei gegen fünf, welches Bartosch schnell zum Anschlusstreffer nutzte. Potac spielte die Scheibe scharf und gezielt in den Slot und Bartosch Abfälscher ging Martinovic durch die Beine. Damit wechselte das Momentum zu den Tigers, doch trotz weiterer Möglichkeiten gelang ihnen vorerst kein weiterer Treffer. Kurz vor der ersten Pause bemühte der Schiedsrichter zwar noch den Videobeweis bei einer Chance der Gäste, doch es blieb beim 1-2 nach 20 Minuten.
 

Im Mittelabschnitt wogte die Partie lange hin und her. Sehr körperbetont, prägten viele intensive Zweikämpfe nun das Szenario in dem spielerische Highlights Mangelware blieben. Phasenweise ging die Scheibe wie im Flipperautomaten ziemlich unkontrolliert rauf und runter, weil sich beide Teams erfolgreich beim Spielaufbau störten. Die beste Möglichkeit der Bayreuther hatte Wohlberg, der mit einer feinen Einzelaktion an Martinovic scheiterte und auf der Gegenseite gab es auch nur einzelne Torchancen. In Überzahl nutzte aber Torjäger McKnight einen der ganz wenigen Fehler von Goalie Vosvrda, der eine abgefälschte Scheibe fallen ließ, gedankenschnell per Abstauber zum 2-Tore-Vorsprung.
 

Trainer Gaudet hatte seinen Mannen vermutlich mit auf den Weg gegeben die Scheibe möglichste weit weg vom eigenen Tor zu halten und das beherzigten die Grün-weißen auch. Lange beschäftigte man die Einheimischen in der eigenen Zone und verzögerte damit den erwarteten Schlussspurt. Bei einem schnellen Gegenzug visierte Zientek nur den Pfosten an und verpasste damit die mögliche Vorentscheidung. Dass die Tigers aber nie aufgeben, bewahrheitete sich auch diesmal wieder. Einen kleinen Fehler von Martinovic bestrafte der wuselige Kuchejda mit dem 2-3, weil er die Situation am schnellsten erkannte und den Nachschuss in die Maschen setzte. Das war das Signal für den Aufsteiger nochmals alles in die Waagschale zu werfen, doch Bietigheim verteidigte geschickt. Auch mit einem sechsten Feldspieler gelang der dritte Treffer nicht mehr und so erkämpfte sich der Hauptrundenmeister die 2-0 Serienführung in einer ganz engen Partie. Bayreuth hatte erneut alles versucht und konnte trotz der zweiten Niederlage hoch erhobenen Hauptes vom Eis gehen. Man hatte dem jahrelangen Spitzenteam wieder einen großen Kampf bis in die letzten Sekunden geliefert und seine starke Saisonleistung erneut eindrucksvoll bestätigt. Sonntag wird man auswärts den nächsten Versuch starten den Aufstiegskandidaten zu ärgern und vielleicht sogar ein Spiel zu stehlen.

 

Das nächste Heimspiel im Viertelfinale gegen Bietigheim des EHC findet am kommenden Dienstag, 21. März 2017 um 20 Uhr im Tigerkäfig statt.



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth