Couragierte Oberfranken zwingen Favorit Frankfurt ins Penaltyschießen

Bayreuth Tigers – Löwen Frankfurt 2:3 n.P. (1-0;1-2;0-0;0-0)

1 851 Zuschauer Strafen: BT: 8 Min F: 20 Min Powerplay: BT: 1/7 F: 2/2

Bayreuth: Vosvrda, Hartung – Gerstung, Pavlu, Neher, Linden, Müller, Potac, Mayer (2) – Barta, S.Busch, Geigenmüller, Drews, Voronov, Kolozvary (2), Bartosch (2), V.Busch, Stas (2), Pesut, Gläser,

Frankfurt: Proske, Weitzmann – Card, Yorke (6), Stephan, Tiffels, Gläßl, Schüle (2), Dronia (2) – Gron, Jarrett, Stretch (4), Dumont, MacLeod (2), Valentin, B.Breitkreuz (2), Seeger, Pistilli (2), Filin, Liesegang

Tore: 1:0 (13) 5-4 V.Busch (S.Busch, Pesut); 1:1 (25) 5-4 Stretch (Liesegang); 1:2 (32) 5-4 Schüle (Stretch, Pistilli); 2:2 (39) Pesut (Stas, Barta); 2:3 (Pen) Gron

Mancher Fan der Tigers sieht diesen Punkt, wegen einiger ungenutzter Torchancen als zwei verlorene an, doch durch die schon sehr unterschiedlichen Voraussetzungen, mit dem noch immer ungeschlagenen Tabellenführer und amtierenden Meister, kann man das Endergebnis auch positiver bewerten. Die Favoritenrolle war, jedenfalls zu Spielbeginn, eher den klangvoll besetzten Hessen zuzuschreiben.

Diese Partie starteten die Oberfranken erneut ohne Heider und Alanov aber ohne Angst vom Bully weg offensiv und aggressiv. Dadurch entwickelte sich schnell ein offener Schlagabtausch mit guten Szenen auf beiden Seiten, wobei die Wagnerstädter schon anfangs die gefährlicheren Aktionen hatten. Die Torfabrik aus der Mainmetropole hatte zwar auch die eine oder andere Gelegenheit, die Tigers schafften es aber sie nicht zu oft in kritische Zonen zu lassen, bzw. dann immer energisch am Mann zu stören. In Überzahl gelang es schließlich den Hausherren ihr gutes Spiel auch auf der Anzeigentafel zu dokumentieren. Ein gewonnener Zweikampf in der Ecke fand per Querpass den vor dem Tor lauernden Pesut, der scheiterte zwar noch am prächtig reagierenden Proske im Gästetor, doch den Nachschuss verwertete Valentin Busch zur Führung. Obwohl das Spiel an Intensität keinesfalls nachließ und es auf beiden Seiten noch Möglichkeiten gab, blieb es bis zur ersten Pause bei dieser knappen aber nicht unverdienten Führung für die Hausherren.

Barta hatte dann gleich nach Wiederbeginn bei einem Alleingang die große Chance zu erhöhen, doch sein Schuss war zu unplatziert und wenige Minuten später rächte sich das. In Überzahl profitierte Stretch nach einem Abwehrversuch an den Schlittschuh eines Gästespielers von dem kurios springenden Puck und bedankte sich alleine vor Vosvrda mit dem Ausgleich. Im Bayreuther Powerplay hatte dann Potac Pech mit einem Pfostenschuss, Besser machte es Schüle kurz darauf ebenfalls bei 5 gegen 4, als sein Fernschuss das Spiel komplett drehte. In den Minuten danach drängten die Löwen auf eine Entscheidung doch ein überragender Vosvrda hielt sein Team da im Spiel. Herausragend dabei sein „Save“ gegen den alleine mit guter Bewegung vor seinem Gehäuse auftauchenden Filin, als er die schon fast im Netz liegenden Scheibe noch zu fassen bekam und den bereits angesetzten Jubelschrei des Favoriten im Keim ersticken konnte.

Diese Prachtparaden ermöglichten dem agilen Pesut die Chance auf den Ausgleich, noch vor dem Ende des zweiten Abschnitts. Bei einem schnellen Gegenzug über Außen reagierte der Slowene im Nachsetzen am schnellsten und bugsierte die Scheibe mit der Rückhand in die Maschen. Nachdem der Schiri zuerst auf Torraumabseits bzw. Torwartbehinderung entscheiden wollte, revidierte er seine Meinung nach Ansicht des Videobeweises und entschied völlig zu Recht auf Tor. Dass die Partie zuvor auch etwas härter wurde, blieb bei der relativ lockeren Linie der Referees nur eine Randerscheinung.

Auch in den letzten 20 Minuten wogte das Spiel unter den stimmungsvoll mitgehenden Fans hin und her, wobei es den Frankfurtern nicht gelang ihre technischen und spielerischen Vorteile in die Waagschale zu werfen. Das ließen die aufopferungsvoll kämpfenden und fast nie die Ordnung verlierenden Tigers einfach nicht zu. Mit ihren Kontern blieben sie sogar fast gefährlicher, was manche Beobachter in sehr gute Möglichkeiten auf einen Sieg interpretierten. Was fehlte war der erfolgreiche Abschluss oder kurz gesagt eine bessere Chancenverwertung. Nicht unerwähnt darf dabei aber bleiben, dass auch die Gäste manchmal „schlampig“ mit ihren Chancen umgingen.
In der Verlängerung drei gegen drei zeigten z.B. auch wieder die Löwen über welches Potenzial sie verfügen und schnürten die Bayreuther die meiste Zeit hinten ein. Da ihnen aber kein Treffer mehr gelang musste das Penaltyschießen über den Zusatzpunkt entscheiden. Da die Bayreuther Barta, Kolozvary und Pesut nicht am guten Proske vorbei kamen blieb der Treffer von Gron der einzige und führte den Favoriten zumindest zu zwei Zählern in einem absolut sehenswerten, rassigen Spiel.



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth, Bayreuth Tigers GmbH