Tigers halten lange mit beim amtierenden Meister

Bayreuth mit großem Kampf, verliert am Ende und dem Spielverlauf entsprechend etwas zu hoch

 

Löwen Frankfurt – Bayreuth Tigers 6:2 (1-0,2-1,3-1)

Zuschauer: 5167 Strafen: F: 8 Min BT: 10 Min. + 10 gegen Müller Powerplay: F: 2/5 BT: 0/4

Bayreuth: Vosvrda, Hartung – Gerstung, Pavlu, Heider, Neher (2) , Müller (14), Potac, Mayer – S.Busch , Geigenmüller, Drews (2), Voronov, Kolozvary, Bartosch (2), Alanov, V.Busch, Gläser, Linden

Frankfurt: Weitzmann, Jaeger – Card, Yorke, Stephan, Gläßl, Schüle, Dronia, – Gron, Jarrett, Strecht,
Mac Leod, Valentin, Breitkreuz, Seeger, Pistilli, Filin (4), Liesegang (2)

Tore: 1:0 (18.) Filin (Gläßl, Pistilli), 2:0 (28.) Gron (Pistilli, Liesegang) 3:0 Schüle (Strecht, Breitkreuz), 3:1 (37.) Bartosch (Müller, Heider), 3:2 (47.) Geigenmüller, 4:2 (49.) Gron (Liesegang, Pistilli), 5:2 (52.) Stretch (Liesegang, Schüle) 5-4, 6:2 (55.) Filin (Jarrett, Card) 5-4

 

Gleich zu Beginn, nach wenigen Sekunden, mussten die Tigers zeigen, dass ihr Unterzahlspiel zu den Stärken des Teams gehört. Müller musste zwei Minuten brummen – die Kollegen zeigten ein starkes Penatly-Killing und ließen die Frankfurter zu keiner echten Chance kommen. Und auch nach vier Minuten, dieses Mal nahm Bartosch auf den Sünderbänklein Platz, konnten die Gastgeber kein Kapital aus der nummerischen Überlegenheit schlagen. Im Anschluss nahm zwei Mal kurz nacheinander Filin, der in der Vorsaison als Förderlizenz-Akteur noch Einsätze für die Tigers hatte, auf der Strafbank Platz. Allerdings konnten auch die Tigers diese Gelegenheiten nicht in Zählbares ummünzen. Geigenmüller hatte noch die besten Gelegenheiten, doch seine Versuche verpufften, als er einmal aus dem Slot den Frankfurter Goalie Weitzmann zentral anschoss und beim zweiten Versuch etwas zu hoch ansetzte. Frankfurt tat sich in der Folge weiterhin schwer gegen kompakt stehende Bayreuther. Echte Chancen waren Mangelware, bis zur 18. Spielminute als Filin einen Abpraller, der nach einem Weitschuss von Gläßl, die schnell von der Bande zurückspringende Scheibe verwerten konnte.

Zum zweiten Abschnitt kamen die Löwen mit mehr Dampf und Engagement aus der Kabine. Noch keine Minute war gespielt, da visierte Liesegang – allerdings nach einer fragwürdigen Strafe gegen Drews – direkt nach dem Bully-Gewinn den Pfosten an. Das komplette ÜZ-Spiel – es sollte das einzige in diesem Drittel bleiben – lief kombinationssicher ab. Mehrmals musste Vosvrda sein Können beweisen, dass es nicht schon zu diesem frühen Zeitpunkt für einen Treffer der Gastgeber reichte. Auch bei gleicher Anzahl der Akteure auf dem Eis war Frankfurt jetzt die spielbestimmende Mannschaft. Es dauerte gut vier Minuten bis die Tigers überhaupt einmal gefährlich in die Angriffszone eindringen konnten. Langsam aber befreiten sich die Jungs aus der Wagnerstadt und setzten einzelne Nadelstiche. Just zu diesem Zeitpunkt ein langer Pass, ein schneller Gegenzug, nachdem Gläser kurz vorher gescheitert war, und Gron nahm Maß – überwand dabei den Bayreuther Torsteher und stellte damit auf 2:0 für seine Farben. Bayreuth versteckte sich dennoch nicht und hatte Gelegenheiten, den Spielstand positiver zu gestalten. Alanov und Linden in kurzem Abstand feuerten auf das Tor der Hessen. Weitzmann aber mit guten Spiel, blieb jeweils Sieger. Als Schüle unbedrängt an die Scheibe kommt, zieht dieser in der 31. Spielminute ab und trifft platziert in die obere rechte Torecke. Die Tigers, trotz des Rückstandes, aber weiter mit Engagement, was nach einigen weiteren Chancen, endlich belohnt wird. Müller schickt Bartosch auf die Reise und der Goalgetter umkurvt Weitzmann weiträumig, um dann locker einzuschieben. Und erneut Bartosch war es, der kurz vor der Pause, mit einem harten Schuss aus kurzer Distanz die letzte Chance des Drittels hatte.

Die ersten Minuten des letzten Abschnitts neutralisieren sich die Teams weitestgehend. Echte Chancen konnte sich keine Mannschaft herausspielen. Es dauerte bis Spielminute 47, als Geigenmüller einen Versuch der Frankfurter blockte und mit der gewonnenen Scheibe auf und davon zog. In einer zwei auf eins-Situation – Bartosch war mitgelaufen – nahm Geigenmüller aus halbrechter Position genau Maß und vollendete mit einem platzieren und harten Handgelenksschuss diesen schnellen Konter erfolgreich zum 2-3. „Die Tigers waren wieder da.“ Doch nur kurze Zeit später war Gron erfolgreich, als dieser den Abpraller seines eigenen Schuss-Versuches aufnehmen konnte und die Scheibe über die Linie drückte. Und Frankfurt legte nach, veredelte ein Powerplay, als Neher die Strafbank drückte und Liesegang von hinter dem Tor auf Stretch passte und dieser die Lücke fand.
Mathias Müller holte sich noch eine große Strafe. Als er seinen Gegenspieler folgte und dieser kurz vor der Bande bremsen sich wegduckte, konnte der Bayreuther Verteidiger nicht mehr ausweichen. Die Unparteiischen ließen zunächst die Partie weiterlaufen und pfiffen erst nach ca. 10 Sekunden die Partie ab. Längere Diskussionen aller vier Unparteiischen waren von Nöten, um sich auf ein Strafmaß, welches mit 2 +10 Minuten wegen Bandenchecks ausfiel, einigen zu können. Den Schlusspunkt zum 6-1 setzte Filin nach einem schönen Alleingang und krönte damit seine gute Leistung mit dem zweiten Treffer, den er sich an diesem Abend gutschreiben lassen konnte.

„Frankfurt war die überlegene Mannschaft und hat verdient gewonnen. Das muss man ganz klar anerkennen. Aber wir hatten durchaus Chancen. Wenn wir nach dem Anschlusstreffer zum 3-2 nicht sehr schnell das nächste Tor kassieren und diesen Stand einige Minuten halten hätten können, schaut es vielleicht ganz anders aus. Insgesamt bin ich nicht enttäuscht. Die Jungs haben alles gegeben,“ resümiert Team-Manager Dietmar Habnitt die Partie.



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth, Bayreuth Tigers GmbH