Freiburger Wölfe drehen das Spiel in der Schlussphase komplett

Bayreuth Tigers – EHC Freiburg 4:5 (2-0;2-4;0-1)

Zuschauer: 1362 Strafen: BT: 4 Min  F: 29 Min Powerplay: BT: 0/3 F: 1/2

Bayreuth: Vosvrda, Hartung – Gerstung (2), Pavlu, Neher, Linden, Potac, Mayer (2) – S.Busch, Voronov, Kolozvary, Bartosch, Chouinard, Gams, V.Busch, Stas, Luciani, Ontl

Freiburg: Hanuljak, Haas, Wölfl – Meyer (2), Maly, Mancari, Rießle, Brückmann, Kästle – Linsenmaier, Babka, Bräuner, Saccomani, Kunz, Herm, Wittfoth (2), Airich, Duda (25), C.Billich

Tore: 1:0 (1) Luciani (Chouinard, Stas); 2:0 (4) Potac (Kolozvary, Bartosch); 2:1 (24) Wittfoth (Billich); 3:1 (25) Luciani (Chouinard, Pavlu); 3:2 (27) Babka (Billich, Mancari); 4:2 (28) Luciani (Chouinard, Stas); 4:3 (30) 5-4 Billich (Kunz, Mancari); 4:4 (36) Linsenmeier (Billich, Mancari); 4:5 (58) 4-5 Herm (Meyer, Mancari)

Mit der Rückkehr von Michal Bartosch konnte man den kurzfristigen Ausfall der Stürmer Geigenmüller und Gläser beim Heimteam zwar teilweise kompensieren aber der taktische Wechsel von Trainer Waßmiller mit Stas und Chouinard zwischen Mitte und Außen sollte noch mehr Wirkung bringen. Hilfreich war dazu auch der erneute Blitzstart, als Luciani seinen zweiten Versuch zur frühen Führung nach 35 Sekunden nutzte. Es wurde noch besser für die Gelb-Schwarzen, denn Potac erhöhte mit einem strammen Fernschuss noch schnell auf 2-0 und nach einem Pfostenschuss von Luciani und weiteren Druckphasen, bei denen Hanuljak im Gästetor schlimmeres verhinderte, ging man mit diesem 2-0 in die erste Pause. Defensiv herrschte etwas mehr Ordnung und man hatte das Gefühl, die Analyse der letzten (zu offenen) Spiele fruchtete.

Zu Beginn des zweiten Abschnitts hatten die Busch-Brüder eine Doppelchance, doch die Wölfe kamen nach einem eher suboptimalen Anfang nun besser ins Spiel. Wittfoth gelang per Nachschuss ziemlich schnell der Anschlusstreffer, doch Luciani stellte seine Torjägerqualitäten wieder unter Beweis und erzielte nicht nur das 3-1, sondern nach dem Treffer des sehr präsenten Mancari auch noch das 4-2 in eiskalter Manier. Mit einer klasse Bewegung manövrierte er Verteidiger und Torwart dabei gleichzeitig aus. Dieser erneute zwei Tore Vorsprung brachte aber nicht die erhoffte Sicherheit der Gastgeber zurück, sondern hatte eher einen Rückfall in alte Muster zur Folge und stachelte nur die Breisgauer an, die nun immer mehr den Spielfaden übernahmen. Fast logisches Resultat davon war, dass den Rot-Weißen noch in diesem Drittel der Ausgleich gelang. Die Treffer vom auffälligen Billich im Powerplay und Linsenmaier waren teilweise schlechtem Zweikampfverhalten und kaum vorhandener Zuordnung geschuldet und hätten bei einem weiteren Pfostentreffer (36.) sogar noch extremere Konesequenzen haben können. Von Ordnung konnte beim Team vom Roten Main nun keine Rede mehr sein. Der verletzungsbedingte Ausfall von V.Busch kam da noch als weitere Schwächung dazu.

Für die letzten 20 Minuten versuchten beide Mannschaften wieder etwas mehr Augenmerk auf Fehlervermeindung zu legen, was ihnen aber nur teilweise gelang. Zumindest schafften es beide Goalies – Vosvrda bei den Oberfranken und Hanuljak bei Freiburg – einzelnen Chancen wie Lucianis Alleingang (49.) oder Mancaris Unterzahlbreak (53.) zu entschärfen. So lief alles auf einen Showdown hinaus, der dann noch eine unerwartete Wendung nahm. Mit einer sehr harten Matchstrafe gegen Duda kamen die Bayreuther noch lange in den Genuss eines Überzahlspiels und per Nachschuss gelang Gams da wirklich der vermeintliche Führungstreffer, der aber nach Intervention  eines Freiburger Spielers beim Schiedsrichter nachträglich per Videobeweis (mehrmals am heutigen Tag im Einsatz) wegen Behinderung der Torwarts im Torraum aberkannt wurde. Zu allem Unglück ließ man danach aber auch noch etwas unkonzentriert mehrere Kontermöglichkeiten zu, von denen Herm eine tatsächlich zum 4-5 per Break für die Gäste nutzen konnte. Auch die Herausnahme von Torwart Vosvrda für einen sechsten Feldspieler brachte bei den Wagnerstädter nichts mehr und so gingen die drei Punkte schlussendlich in einem zwar ereignisreichen aber nicht hochklassigen DEL2-Spiel diesmal mit auf die Rückreise an die Dreisam.



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth, Bayreuth Tigers GmbH